Mc Chrystals Afghanistan-Strategie: morgens Bonbons, abends Bomben
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Die Welt wartet ungeduldig auf die Bekanntgabe der neuen Strategie der USA für Afghanistan. Den Afghanen geht es wirtschaftlich so schlecht wie nie. Der Westen gibt viermal mehr Geld für Militär aus als für die zivile Aufbauhilfe. 40.000 zusätzliche Soldaten hat der amerikanische Kommandeur Mc Chrystal gefordert, angeblich „für den Schutz der afghanischen Zivilbevölkerung“. Wie er die aufständischen Taliban, die sich in Kleidung und Habitus nicht von den afghanischen Zivilisten unterscheiden, in der Zivilbevölkerung herausfinden und bekämpfen will, bleibt sein Geheimnis; oder die Sache der Geheimdienste, für die niemand besser steht als Robert Gates, der US-Kriegsminister mit einschlägig krimineller Geheimdienstvergangenheit.

Leichter Jagdbomber JF-17 "Thunder", eine chinesisch-pakistanische Gemeinschaftsproduktion: "gelbe Gefahr" im grünen Kleid des Propheten. Etwa 150 Stück soll Pakistans Luftwaffe kriegen. Für den Abwurf von Atombomben ist das Ding hoffentlich ungeeignet.
Ob 40.000, 30.000 oder 20.000 GI`s mehr, am Ende wird es in Afghanistan so laufen wie in Vietnam, wo die US-Army tagsüber vor den laufenden Kameras der Weltpresse Bonbons an die Kinder verteilte, um dann abends im Schutz der Dunkelheit Napalm-Bomben auf die armseligen Hütten ihrer Familien abzuwerfen oder giftige Agent Orange-Dioxin-Kampfstoffe flächendeckend zur Entlaubung der Wälder zu versprühen, mit grauenhaften Folgen für Gesundheit und Erbgut der Zivilbevölkerung ("Mourir pour Hamid Karsai", Le Monde Diplomatique).
Heimtücke und Hinterlist beim Ausfragen von unbedarften afghanischen Kindern, notfalls deren Folter oder Vergewaltigung durch afghanische Hilfspolizisten an den "Checkpoints", so, wie es von den "Angloamerikanern" im Irak auch gemacht wurde, um an Informationen über versteckte Waffen zu kommen, das ist die hinter dem PSK-Gerede vom angeblichen "Schutz der Zivilbevölkerung" verborgene "neue" Strategie und Taktik des US-Generals Mc Chrystal, der sich ausnahmsweise mal nicht wie seine beiden Vorgänger mit Vornamen D a v i d oder D a n i e l nennt, was seine wahre Herkunft sofort verraten könnte.
Nächste Woche, so die New York Times, wird es nach neun Beratungsrunden im Weißen Haus, Gesprächen mit den Oberkommandierenden der Armee, mit dem Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses im Kapitol, Telefonaten mit den noch NATO-Verbündeten Brown in London, Sarkozy in Paris und Merkel in Berlin schließlich soweit sein. Der Friedensnobelpreisträger Obama wird vor die Kameras und Mikrofone treten und seine großartige neue Strategie verkünden. Es ist die alte Leier nach AIPAC-Art in zwielichtigem Gewand, US-Truppen raus und rein zu gleicher Zeit: Exit+Surge 2.0. Der "Stabschef" des US-Präsidenten – oder soll man wahrheitsgetreuer sagen – der eigentliche Regisseur im Weißen Haus namens Rahm Israel Emanuel hat für die herrschende Mischpoke schon alles geregelt.
Armeechef Mullen, Hillary Clinton und der ganze Chor der Sphirren, die für den Militärisch-Industriellen Komplex der USA stehen, werden gleichzeitig in einer ununterbrochenen Serie von Hearings und Pressekonferenzen ihr Verslein von den braven USA vortragen, die am wilden Hindukusch tapfer gegen ihren Willen die Freiheit der westlichen Welt verteidigen müssen. Natürlich wird der US-Einsatz zeitlich begrenzt, damit die traurige Botschaft nicht so schmerzt. Dass dieser sinnlose Krieg gegen einen armseligen Rest von Widerständlern, gegen eine Handvoll zerlumpte Al-Kaida-Sandalenträger geführt wird, die sich die meiste Zeit gar nicht in Afghanistan aufhalten sondern in Waziristan, dem Nordwestzipfel Pakistans, das werden sie nicht sagen. Den Widerstand der Afghanen und Paschtunen, den haben die Amis erst selbst mit ihren unverhältnismäßigen Bombardierungen seit Ende 2001, mit ihrer marodierend im Land herumziehenden Söldner-Soldateska geschaffen.
Im Irak haben es die verluderten US- und UK-Militärs mit Folter, Vergewaltigung und dem willkürlichen Abknallen wehrloser Einheimischer weit getrieben. Mehr als eine Million tote Iraker hat der Irakkrieg schon gefordert und noch immer werden jede Woche Dutzende von Irakern von Bombenfallen zerrissen, an Straßensperren niedergeschossen oder offiziell von ihrer Marionettenregierung im Dienst der US-Ölkonzerne hingerichtet.
Noch schlimmer geht es am Hindukusch zu. Das gegen kritische Reporter abgeschottete Afghanistan erleidet wegen seiner Abgeschiedenheit den Gipfel der Gewalt enthemmter US-Söldner, grauenhafte Drogenkriminalität und absurde Besatzerwillkür. Der US-Militärstützpunkt Bagram besitzt ein geheimes Foltergefängnis, vergleichbar mit Abu Graib, aber noch vollständig "in Betrieb".

"Kollateralschaden" Kunduz: Dutzende tote Zivilisten, darunter auch Kinder.
Wegen der miserablen Informationspolitik der Hardthöhe zum Bombenangriff auf zwei Tanklastwagen bei Kunduz ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Schneiderhan, inzwischen zurückgetreten (Quelle:SPON).
Es gäbe weltweit einen Aufschrei der Empörung, würde bekannt, dass die Masse der Kriegstoten in Afghanistan, der verbrannten, zerfetzten, verstümmelten Leiber und abgetrennten Gliedmaßen, die stets hastig nach muslimischer Sitte unmittelbar nach den Schießereien und US-Bombardierungen auf dem nächstgelegenen Friedhof des jeweiligen Dorfes unter die Erde gebracht werden, Körper von Frauen, Kindern und alten Leuten - Zivilisten - sind. Drei ausgeglühte Kalaschnikows und die Reste einer Panzerfaust hat man neben den beiden ausgebrannten Wracks der Benzinlaster in Kundus gefunden. Beleg dafür, dass eine Handvoll Taliban bei den festgefahrenen LKW waren. Aber neben den Taliban gab es Dutzende von Zivilisten, die der Bombardierung der LKW durch zwei amerikanische Kampfbomber zum Opfer fielen. Die wirklichen Opferzahlen werden in der ach so freien westlichen Welt geheimgehalten und die mit "Presserabatten" u.ä. vielfältig bestochene West-Journaille schweigt, bemüht sich noch nicht mal die Zahlen der Toten rauszukriegen; "netzwerk reiche ernte" sollte sich das deutsche "netzwerk recherche" lieber nennen, das wäre ehrlicher.
Von den wahren Kriegszielen der USA in Afghanistan, von der Eindämmung des Einflusses Chinas und Russlands in Zentralasien und von den geplanten Erdöl- und Erdgaspipelines aus Zentralasien über afghanisches Gebiet bis zu den Öl-Häfen an der Küste wird nächste Woche nicht die Rede sein. Stattdessen wird vordergründig in Washington laut von einer angeblichen "Exitstrategie" getönt, während im Hinterland, in Fort Hood schon das nächste Kanonenfutter bereitgestellt wird.
Obama wird seine große Rede mit dem "Plan zum Rückzug aus Afghanistan" noch nicht beendet haben, da werden die laut CNN nächsten 34.000 GI`s oder Marine`s abmarschbereit an der Startbahn des größten Umschlagplatzes für menschliches Militärmaterial kauern, um Bataillon für Bataillon mit der jeweils nächsten C 5 "Galaxy" (Stückpreis über 60 Mio $, Wikipedia) zum Verheizen nach Afghanistan gekarrt zu werden. Im Irak hat dieser "Exit+Surge" - Trick zur Täuschung der Weltöffentlichkeit funktioniert, jetzt wird er in Afghanistan wiederholt.
Obama hat gar keine Wahl. Er wird das Friedensnobelpreiskomitee enttäuschen müssen. Das Spielcasino USA steht mit dem Rücken zur Wand, ist wegen der irrsinnigen Kriegskosten im Irak (geschätzt: 3 Billionen US-$) und Afghanistan (bisherige Gesamtkosten unbekannt) und wegen der Fehlspekulationen seiner kranken Zocker an der Börse total pleite. Für einen U-turn, eine Wende, einen Sparkurs, für eine Beendigung des Afghanistankrieges ist es zu spät.
Das auf „Wachstum“ sprich Verschwendung getrimmte kapitalistische System der Wall Street lässt nur ein „weiter so“ zu. Weitermachen mit der Billionen-Dollar-Verschuldung ist die Devise, selbst wenn die ganze westliche Welt in Scherben fällt. Der Kriegstanz auf dem Finanz-Vulkan muss weitergehen. Ein Innehalten, ein Nachdenken über Sinn und Zweck des mörderischen Engagements könnte ja dazu führen, dass die Deutschen, Franzosen, Engländer und Amerikaner, dass die Bürger der freien Welt plötzlich erkennen würden, von wem sie in den letzten Jahrzehnten so maßlos betrogen und hinters Licht geführt wurden. Und dass die Bürger in rasender Wut das herrschende Kriegstreiber-Lumpengesindel ergreifen und an der nächsten Laterne aufhängen würden, so wie 1789 in Frankreich. Das würde auch kein Chilcot-Komitee mehr verhindern, das in London gerade versucht, die wahren Ursachen für George W. Bush`s und Tony Blair`s völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vom 20.03.2003 gegen den Irak zu vertuschen.

Aus der Zeit gefallen: eine veraltete C 27 A als Transporter für die afghanische "Luftwaffe".
Doch die Stunde der Wahrheit rückt unerbittlich näher. Der Goldpreis steigt und steigt. Platzt der bis zum Äußersten manipulierte Dollarkurs, der sich immer noch merkwürdig davor drückt die magische 1,50 Schwelle zum Euro zu überspringen, dann brechen alle Dämme. Wie leer die Kassen in Washington sind lässt sich an der militärischen Unterstützung bemessen, die Robert Gates den Afghanen noch zukommen lassen kann. Zwanzig uralte, bei der US-Air Force ausgemusterte, unbewaffnete C 27 A Transportflugzeuge haben die USA Hamid Karsai versprochen. Damit würde sich die Zahl der afghanischen Militärflugzeuge glatt verdoppeln. Denn neben den wenig brauchbaren, weil völlig veralteten Transportern hat Afghanistan noch ein gutes Dutzend alte Hubschrauber aus russischen Beständen. Das ist so gut wie nichts in dem riesigen Gebirgsland, in dem am Boden auch wegen des vielfach verminten Geländes nur wenig bewegt werden kann. Der Ausbau der strategischen afghanischen Ringstraße, den die USA vor Jahren mit großem Buhei versprochen haben, kommt wegen ständiger Scharmützel mit den Aufständischen einfach nicht voran.
Das Nachbarland Pakistan, eine kleine Atommacht, ist da schon viel weiter. In Kooperation mit China und auf der Basis ursprünglich russischer Triebwerke hat die pakistanische Luftwaffe ein eigenes kleines Kampfflugzeug mit der richtigen Kragenweite für den Hindukusch entwickelt, die JF-17 Thunder, das ist eine Trainingsmaschine, die für ein Entwicklungsland zum "Einstieg" in eine moderne Luftflotte genau die richtige Größe hat. Die Avionik ist nicht in teurem ADA oder PEARL programmiert, das preiswerte C++ tut`s auch und die chinesischen oder pakistanischen Programmierer kennen sich damit bestens aus.
Da werden die Jungs von EADS mit ihrem unbezahlbar teuren Eurofighter, einem Kampfjet ohne Kanone, aber dumm gucken. Der instabile Entenflügler lässt sich noch nicht mal manuell vom Piloten steuern und stürzt ab, wenn der Bordcomputer abstürzt. Von den Entwicklungskosten in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro hat Deutschland knapp 5 Milliarden Euro geblecht. Das nur von befreundeten Nationen umgebene Deutschland zahlt laut BMVg insgesamt für 183 Eurofighter 15,4 Milliarden Euro, was einem Systempreis von ungefähr 86 Millionen Euro pro Flugzeug entspricht. Unsummen, die unseren Kindergärten, Schulen und Universitäten fehlen. Natürlich ist es kein Zufall, dass Deutschland gezwungen wird, seit Jahrzehnten im Militärbereich das Geld zum Fenster rauszuwerfen, während es im Bildungsbereich an allen Ecken und Enden fehlt. Noch verstecken sich die Schuldigen in ihren gepanzerten Dienstlimousinen hinter getönten Glasscheiben und sind von Bodyguards umringt. Aber die teure Regelung mit den vielen dicken Dienstwagen und dem überflüssigen Personenschutz für miserable Politiker in Bund und Ländern muss wegen Geldmangel eh bald geändert werden.
An den JF-17-Entwicklungskosten von ca. 500 Millionen Dollar haben sich China und Pakistan je zur Hälfte beteiligt. Das erste in Pakistan fabrizierte Flugzeug (Stückpreis 15 - 20 Millionen US-Dollar) wurde gestern der Presse vorgestellt. Damit sind westliche Flugzeughersteller wie Lockheed oder Dassault in Pakistan aus dem Rennen, und die Chinesen sind im Boot. Der Iran und der Sudan haben angeblich schon Interesse am Kauf des modernen Kampfflugzeugs gezeigt. Für die USA ist das eine strategische Niederlage im wichtigsten konventionellen Militärbereich, in dem sie Jahrzehnte die Nase vorn hatten, bei der Luftwaffe. Für die Europäer ist es ein Alarmzeichen und ein Weckruf, mit der NATO Schluß und mit der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft endlich Ernst zu machen. Für uns Deutsche bleibt in Afghanistan und Zentralasien nur eins: der geordnete Rückzug. Japan und Kanada haben es uns schon vorgemacht. Bis 2012 sollten unsere Jungs wieder zu Hause sein.
Auch US-Vizepräsident J o e . B i d e n plädiert vernünftigerweise dafür, die Zahl der in Afghanistan eingesetzten Truppen zu r e d u z i e r e n .
Wenn der von der proisraelischen US-Propagandaeinrichtung "Atlantikbrücke" politisch hochgepäppelte und etwas voreilig in Merkels Gruselkabinett installierte CSU-Verteidigungsminister von und zu Guttenberg heute laut DLF den zusätzlichen Einsatz von 5.500 Kameraden von der Bundeswehr und damit eine irre Aufstockung auf 10.000 deutsche Soldaten in Afghanistan gefordert haben sollte (die SZ kolportiert gerüchteweise die "Gesamtzahl" 7.000), dann sollte man mal seinen Geisteszustand überprüfen.
Der frühreife Gebirgsjäger zu Guttenberg ist für Deutschland ein sicherheitspolitisches Risiko geworden. Wir sollten den Uffz. d. Res. mit seinem Vor-Vorgänger, ex-Verteidigungsminister Struck und Rüstungslobbyist CDU-MdB Kauder zusammen unbewaffnet als Nachhut an den Khyber-Pass schicken. Da können die drei transatlantischen Musketiere mit lautem Gejodel die Taliban erschrecken und den Abzug der Bundeswehr sichern.
Die Welt wartet ungeduldig auf die Bekanntgabe der neuen Strategie der USA für Afghanistan. Den Afghanen geht es wirtschaftlich so schlecht wie nie. Der Westen gibt viermal mehr Geld für Militär aus als für die zivile Aufbauhilfe. 40.000 zusätzliche Soldaten hat der amerikanische Kommandeur Mc Chrystal gefordert, angeblich „für den Schutz der afghanischen Zivilbevölkerung“. Wie er die aufständischen Taliban, die sich in Kleidung und Habitus nicht von den afghanischen Zivilisten unterscheiden, in der Zivilbevölkerung herausfinden und bekämpfen will, bleibt sein Geheimnis; oder die Sache der Geheimdienste, für die niemand besser steht als Robert Gates, der US-Kriegsminister mit einschlägig krimineller Geheimdienstvergangenheit.

Leichter Jagdbomber JF-17 "Thunder", eine chinesisch-pakistanische Gemeinschaftsproduktion: "gelbe Gefahr" im grünen Kleid des Propheten. Etwa 150 Stück soll Pakistans Luftwaffe kriegen. Für den Abwurf von Atombomben ist das Ding hoffentlich ungeeignet.
Ob 40.000, 30.000 oder 20.000 GI`s mehr, am Ende wird es in Afghanistan so laufen wie in Vietnam, wo die US-Army tagsüber vor den laufenden Kameras der Weltpresse Bonbons an die Kinder verteilte, um dann abends im Schutz der Dunkelheit Napalm-Bomben auf die armseligen Hütten ihrer Familien abzuwerfen oder giftige Agent Orange-Dioxin-Kampfstoffe flächendeckend zur Entlaubung der Wälder zu versprühen, mit grauenhaften Folgen für Gesundheit und Erbgut der Zivilbevölkerung ("Mourir pour Hamid Karsai", Le Monde Diplomatique).
Heimtücke und Hinterlist beim Ausfragen von unbedarften afghanischen Kindern, notfalls deren Folter oder Vergewaltigung durch afghanische Hilfspolizisten an den "Checkpoints", so, wie es von den "Angloamerikanern" im Irak auch gemacht wurde, um an Informationen über versteckte Waffen zu kommen, das ist die hinter dem PSK-Gerede vom angeblichen "Schutz der Zivilbevölkerung" verborgene "neue" Strategie und Taktik des US-Generals Mc Chrystal, der sich ausnahmsweise mal nicht wie seine beiden Vorgänger mit Vornamen D a v i d oder D a n i e l nennt, was seine wahre Herkunft sofort verraten könnte.
Nächste Woche, so die New York Times, wird es nach neun Beratungsrunden im Weißen Haus, Gesprächen mit den Oberkommandierenden der Armee, mit dem Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses im Kapitol, Telefonaten mit den noch NATO-Verbündeten Brown in London, Sarkozy in Paris und Merkel in Berlin schließlich soweit sein. Der Friedensnobelpreisträger Obama wird vor die Kameras und Mikrofone treten und seine großartige neue Strategie verkünden. Es ist die alte Leier nach AIPAC-Art in zwielichtigem Gewand, US-Truppen raus und rein zu gleicher Zeit: Exit+Surge 2.0. Der "Stabschef" des US-Präsidenten – oder soll man wahrheitsgetreuer sagen – der eigentliche Regisseur im Weißen Haus namens Rahm Israel Emanuel hat für die herrschende Mischpoke schon alles geregelt.
Armeechef Mullen, Hillary Clinton und der ganze Chor der Sphirren, die für den Militärisch-Industriellen Komplex der USA stehen, werden gleichzeitig in einer ununterbrochenen Serie von Hearings und Pressekonferenzen ihr Verslein von den braven USA vortragen, die am wilden Hindukusch tapfer gegen ihren Willen die Freiheit der westlichen Welt verteidigen müssen. Natürlich wird der US-Einsatz zeitlich begrenzt, damit die traurige Botschaft nicht so schmerzt. Dass dieser sinnlose Krieg gegen einen armseligen Rest von Widerständlern, gegen eine Handvoll zerlumpte Al-Kaida-Sandalenträger geführt wird, die sich die meiste Zeit gar nicht in Afghanistan aufhalten sondern in Waziristan, dem Nordwestzipfel Pakistans, das werden sie nicht sagen. Den Widerstand der Afghanen und Paschtunen, den haben die Amis erst selbst mit ihren unverhältnismäßigen Bombardierungen seit Ende 2001, mit ihrer marodierend im Land herumziehenden Söldner-Soldateska geschaffen.
Im Irak haben es die verluderten US- und UK-Militärs mit Folter, Vergewaltigung und dem willkürlichen Abknallen wehrloser Einheimischer weit getrieben. Mehr als eine Million tote Iraker hat der Irakkrieg schon gefordert und noch immer werden jede Woche Dutzende von Irakern von Bombenfallen zerrissen, an Straßensperren niedergeschossen oder offiziell von ihrer Marionettenregierung im Dienst der US-Ölkonzerne hingerichtet.
Noch schlimmer geht es am Hindukusch zu. Das gegen kritische Reporter abgeschottete Afghanistan erleidet wegen seiner Abgeschiedenheit den Gipfel der Gewalt enthemmter US-Söldner, grauenhafte Drogenkriminalität und absurde Besatzerwillkür. Der US-Militärstützpunkt Bagram besitzt ein geheimes Foltergefängnis, vergleichbar mit Abu Graib, aber noch vollständig "in Betrieb".

"Kollateralschaden" Kunduz: Dutzende tote Zivilisten, darunter auch Kinder.
Wegen der miserablen Informationspolitik der Hardthöhe zum Bombenangriff auf zwei Tanklastwagen bei Kunduz ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Schneiderhan, inzwischen zurückgetreten (Quelle:SPON).
Es gäbe weltweit einen Aufschrei der Empörung, würde bekannt, dass die Masse der Kriegstoten in Afghanistan, der verbrannten, zerfetzten, verstümmelten Leiber und abgetrennten Gliedmaßen, die stets hastig nach muslimischer Sitte unmittelbar nach den Schießereien und US-Bombardierungen auf dem nächstgelegenen Friedhof des jeweiligen Dorfes unter die Erde gebracht werden, Körper von Frauen, Kindern und alten Leuten - Zivilisten - sind. Drei ausgeglühte Kalaschnikows und die Reste einer Panzerfaust hat man neben den beiden ausgebrannten Wracks der Benzinlaster in Kundus gefunden. Beleg dafür, dass eine Handvoll Taliban bei den festgefahrenen LKW waren. Aber neben den Taliban gab es Dutzende von Zivilisten, die der Bombardierung der LKW durch zwei amerikanische Kampfbomber zum Opfer fielen. Die wirklichen Opferzahlen werden in der ach so freien westlichen Welt geheimgehalten und die mit "Presserabatten" u.ä. vielfältig bestochene West-Journaille schweigt, bemüht sich noch nicht mal die Zahlen der Toten rauszukriegen; "netzwerk reiche ernte" sollte sich das deutsche "netzwerk recherche" lieber nennen, das wäre ehrlicher.
Von den wahren Kriegszielen der USA in Afghanistan, von der Eindämmung des Einflusses Chinas und Russlands in Zentralasien und von den geplanten Erdöl- und Erdgaspipelines aus Zentralasien über afghanisches Gebiet bis zu den Öl-Häfen an der Küste wird nächste Woche nicht die Rede sein. Stattdessen wird vordergründig in Washington laut von einer angeblichen "Exitstrategie" getönt, während im Hinterland, in Fort Hood schon das nächste Kanonenfutter bereitgestellt wird.
Obama wird seine große Rede mit dem "Plan zum Rückzug aus Afghanistan" noch nicht beendet haben, da werden die laut CNN nächsten 34.000 GI`s oder Marine`s abmarschbereit an der Startbahn des größten Umschlagplatzes für menschliches Militärmaterial kauern, um Bataillon für Bataillon mit der jeweils nächsten C 5 "Galaxy" (Stückpreis über 60 Mio $, Wikipedia) zum Verheizen nach Afghanistan gekarrt zu werden. Im Irak hat dieser "Exit+Surge" - Trick zur Täuschung der Weltöffentlichkeit funktioniert, jetzt wird er in Afghanistan wiederholt.
Obama hat gar keine Wahl. Er wird das Friedensnobelpreiskomitee enttäuschen müssen. Das Spielcasino USA steht mit dem Rücken zur Wand, ist wegen der irrsinnigen Kriegskosten im Irak (geschätzt: 3 Billionen US-$) und Afghanistan (bisherige Gesamtkosten unbekannt) und wegen der Fehlspekulationen seiner kranken Zocker an der Börse total pleite. Für einen U-turn, eine Wende, einen Sparkurs, für eine Beendigung des Afghanistankrieges ist es zu spät.
Das auf „Wachstum“ sprich Verschwendung getrimmte kapitalistische System der Wall Street lässt nur ein „weiter so“ zu. Weitermachen mit der Billionen-Dollar-Verschuldung ist die Devise, selbst wenn die ganze westliche Welt in Scherben fällt. Der Kriegstanz auf dem Finanz-Vulkan muss weitergehen. Ein Innehalten, ein Nachdenken über Sinn und Zweck des mörderischen Engagements könnte ja dazu führen, dass die Deutschen, Franzosen, Engländer und Amerikaner, dass die Bürger der freien Welt plötzlich erkennen würden, von wem sie in den letzten Jahrzehnten so maßlos betrogen und hinters Licht geführt wurden. Und dass die Bürger in rasender Wut das herrschende Kriegstreiber-Lumpengesindel ergreifen und an der nächsten Laterne aufhängen würden, so wie 1789 in Frankreich. Das würde auch kein Chilcot-Komitee mehr verhindern, das in London gerade versucht, die wahren Ursachen für George W. Bush`s und Tony Blair`s völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vom 20.03.2003 gegen den Irak zu vertuschen.

Aus der Zeit gefallen: eine veraltete C 27 A als Transporter für die afghanische "Luftwaffe".
Doch die Stunde der Wahrheit rückt unerbittlich näher. Der Goldpreis steigt und steigt. Platzt der bis zum Äußersten manipulierte Dollarkurs, der sich immer noch merkwürdig davor drückt die magische 1,50 Schwelle zum Euro zu überspringen, dann brechen alle Dämme. Wie leer die Kassen in Washington sind lässt sich an der militärischen Unterstützung bemessen, die Robert Gates den Afghanen noch zukommen lassen kann. Zwanzig uralte, bei der US-Air Force ausgemusterte, unbewaffnete C 27 A Transportflugzeuge haben die USA Hamid Karsai versprochen. Damit würde sich die Zahl der afghanischen Militärflugzeuge glatt verdoppeln. Denn neben den wenig brauchbaren, weil völlig veralteten Transportern hat Afghanistan noch ein gutes Dutzend alte Hubschrauber aus russischen Beständen. Das ist so gut wie nichts in dem riesigen Gebirgsland, in dem am Boden auch wegen des vielfach verminten Geländes nur wenig bewegt werden kann. Der Ausbau der strategischen afghanischen Ringstraße, den die USA vor Jahren mit großem Buhei versprochen haben, kommt wegen ständiger Scharmützel mit den Aufständischen einfach nicht voran.
Das Nachbarland Pakistan, eine kleine Atommacht, ist da schon viel weiter. In Kooperation mit China und auf der Basis ursprünglich russischer Triebwerke hat die pakistanische Luftwaffe ein eigenes kleines Kampfflugzeug mit der richtigen Kragenweite für den Hindukusch entwickelt, die JF-17 Thunder, das ist eine Trainingsmaschine, die für ein Entwicklungsland zum "Einstieg" in eine moderne Luftflotte genau die richtige Größe hat. Die Avionik ist nicht in teurem ADA oder PEARL programmiert, das preiswerte C++ tut`s auch und die chinesischen oder pakistanischen Programmierer kennen sich damit bestens aus.
Da werden die Jungs von EADS mit ihrem unbezahlbar teuren Eurofighter, einem Kampfjet ohne Kanone, aber dumm gucken. Der instabile Entenflügler lässt sich noch nicht mal manuell vom Piloten steuern und stürzt ab, wenn der Bordcomputer abstürzt. Von den Entwicklungskosten in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro hat Deutschland knapp 5 Milliarden Euro geblecht. Das nur von befreundeten Nationen umgebene Deutschland zahlt laut BMVg insgesamt für 183 Eurofighter 15,4 Milliarden Euro, was einem Systempreis von ungefähr 86 Millionen Euro pro Flugzeug entspricht. Unsummen, die unseren Kindergärten, Schulen und Universitäten fehlen. Natürlich ist es kein Zufall, dass Deutschland gezwungen wird, seit Jahrzehnten im Militärbereich das Geld zum Fenster rauszuwerfen, während es im Bildungsbereich an allen Ecken und Enden fehlt. Noch verstecken sich die Schuldigen in ihren gepanzerten Dienstlimousinen hinter getönten Glasscheiben und sind von Bodyguards umringt. Aber die teure Regelung mit den vielen dicken Dienstwagen und dem überflüssigen Personenschutz für miserable Politiker in Bund und Ländern muss wegen Geldmangel eh bald geändert werden.
An den JF-17-Entwicklungskosten von ca. 500 Millionen Dollar haben sich China und Pakistan je zur Hälfte beteiligt. Das erste in Pakistan fabrizierte Flugzeug (Stückpreis 15 - 20 Millionen US-Dollar) wurde gestern der Presse vorgestellt. Damit sind westliche Flugzeughersteller wie Lockheed oder Dassault in Pakistan aus dem Rennen, und die Chinesen sind im Boot. Der Iran und der Sudan haben angeblich schon Interesse am Kauf des modernen Kampfflugzeugs gezeigt. Für die USA ist das eine strategische Niederlage im wichtigsten konventionellen Militärbereich, in dem sie Jahrzehnte die Nase vorn hatten, bei der Luftwaffe. Für die Europäer ist es ein Alarmzeichen und ein Weckruf, mit der NATO Schluß und mit der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft endlich Ernst zu machen. Für uns Deutsche bleibt in Afghanistan und Zentralasien nur eins: der geordnete Rückzug. Japan und Kanada haben es uns schon vorgemacht. Bis 2012 sollten unsere Jungs wieder zu Hause sein.
Auch US-Vizepräsident J o e . B i d e n plädiert vernünftigerweise dafür, die Zahl der in Afghanistan eingesetzten Truppen zu r e d u z i e r e n .
Wenn der von der proisraelischen US-Propagandaeinrichtung "Atlantikbrücke" politisch hochgepäppelte und etwas voreilig in Merkels Gruselkabinett installierte CSU-Verteidigungsminister von und zu Guttenberg heute laut DLF den zusätzlichen Einsatz von 5.500 Kameraden von der Bundeswehr und damit eine irre Aufstockung auf 10.000 deutsche Soldaten in Afghanistan gefordert haben sollte (die SZ kolportiert gerüchteweise die "Gesamtzahl" 7.000), dann sollte man mal seinen Geisteszustand überprüfen.
Der frühreife Gebirgsjäger zu Guttenberg ist für Deutschland ein sicherheitspolitisches Risiko geworden. Wir sollten den Uffz. d. Res. mit seinem Vor-Vorgänger, ex-Verteidigungsminister Struck und Rüstungslobbyist CDU-MdB Kauder zusammen unbewaffnet als Nachhut an den Khyber-Pass schicken. Da können die drei transatlantischen Musketiere mit lautem Gejodel die Taliban erschrecken und den Abzug der Bundeswehr sichern.
rhbl - 24. Nov, 12:55





















