Angeblich "hohe" Anreicherung von iranischem Uran als niedriges Mittel des DLF zur Volksverdummung
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Der Reichskneipensender "Deutschlandfunk" (DLF) hat bei der „Auswahl“ der Gazetten für seine DLF-Presseschau mal wieder zugeschlagen. Von den deutschlandweit erschienenen "Iran"-Artikeln wurden heute nur die drei Proisraelischen (ProIl) zitiert, die nach den Vorgaben des AIPAC-Kriegs-Theaters auf der Münchener Sicherheitskonferenz (Lieberman, Gates: „Bomb Iran“) mit allerlei Irreführungen und Unterstellungen die Angst vor dem sich angeblich atomar bewaffnen wollenden „Mullah-Regime“ (sic!) am meisten schüren.

Wer wirft im Nahen Osten die größten Bomben: Israel.
Hiroshima wurde nicht von einer muslimischen Atombombe ausgelöscht.
Israel hat über 200 Atombomben und die Bomber/Trägerraketen dazu. Israel muss atomar abrüsten oder von den UN abgerüstet werden.
Kaum hatte der iranische Außenminister Mottaki ein paar iranische Vorstellungen zum friedlichen Atomprogramm des Iran und zur Urananreicherung formuliert, schlug in München die eigentlich positive Erwartungshaltung in die bei der Beteiligung Israels übliche, bekannt finstere Drohkulisse um. Die ProIl-Medienmaschine inszenierte plötzlich eine wahre israelitische Hexenjagd auf den Iran; Mottaki und Ahmadinejad wurden als islamische Teufel abgefeiert, als hätte man in New York und Tel Aviv nur auf das Zeichen zum Angriff gewartet.
Nachdem sich der Weg zu den zentralasiatischen Öl- und Gasvorkommen über Afghanistan für die "Wall Street" als nicht gangbar erweist, gerät offenbar der Iran als Alternativroute für die US-Ölpipelines und damit als potentielles US/IL-Angriffsziel wieder stärker ins Blickfeld der Gierigen.
Neben den elenden NATO-Skribenten der FAZ und WELT kommt beim DLF heute morgen auch ein erbärmlicher Zeilenschinder vom TAGESSPIEGEL zu Wort, der sich durch die fiese Unterstellung, Teheran arbeite an der Atombombe, zu den wüstesten Atomschlagsphantasien hinreißen lässt:
"Was tun, wenn Teheran sich durch noch so viel Druck nicht von seinem Atomprogramm abbringen lässt? Dann droht eine nukleare Rüstungsspirale im Mittleren Osten, darin sind sich die Fachleute einig. Und die wäre weit gefährlicher als die atomare Konfrontation im Kalten Krieg. Die Sorge ist nicht, dass die Mullahs in Teheran oder ihre Nachbarn so irrational wären, bewusst einen Atomkrieg anzufangen. Aber es gibt nicht mal ansatzweise die vertrauensbildenden Maßnahmen und Vorsorgemechanismen, auf die sich Ost und West einigten, um zu verhindern, dass sich die fatale Kette aus Erstschlag und Gegenschlag unbeabsichtigt in Gang setzt. Angstschweiß löst auch die Sorge aus, spaltbares Material könne in die Hände jener islamischen Extremisten geraten, denen der Iran heute schon Waffen liefert".

Vom niedrig angereicherten Uran (Brennelemente in AKW, 3-5% U235) über die mittlere Anreicherung (als Strahlenquelle zur Krebsbekämpfung in der Medizin, 20-50 % U235) bis zum hoch angereicherten Uran für Atombomben (80 - 90 % U235) ist es ein sehr weiter, technisch hochkomplizierter und sehr teurer Weg.
Anders als I s r a e l, Nordkorea, Pakistan oder Indien hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag (NPT) unterschrieben und zudem mehrfach erklärt, dass Bau und Anwendung von Atombomben unislamisch ist. Für eine Panikmache wie im Tagesspiegel gibt es deshalb keinen Grund.
Statt Angst und Hysterie zu schüren, wäre es an unseren Schreiberlingen gewesen, die Position des Iran beim Austausch von n i e d r i g angereichertem Uran (Anteil von 3 bis 5 % U 235, geeignet für den Betrieb von Atommeilern zu Erzeugung von Strom) gegen m i t t e l prächtig angereichertes Uran (Anteil von 20 % U 235, geeignet für Brennelemente in Forschungsreaktoren) sachlich darzustellen und das Publikum korrekt aufzuklären. Der SZ ist das ja durch ein Interview von S. Kornelius mit dem iranischen Außenminister Mottaki am 05.02.2010 problemlos gelungen, Auszug:
„Mottaki: Der Austausch hat drei Kernpunkte: Termin, Ort und die Menge des zu tauschenden Urans. Zum Zeitablauf: Es muss eine zeitliche Synchronität gesichert sein, der Austausch muss also zeitgleich stattfinden. Die Klärung der technischen Fragen erfordert Zeit, und es braucht Zeit, diese Menge Uran auf das Niveau von 20 Prozent anzureichern. Der Staatspräsident hat in seiner Aussage Verständnis für die technischen Fragen gezeigt.
SZ: Kann der Austausch wie gefordert außerhalb Irans stattfinden?
Mottaki: Auf unserer Seite haben wir unser Land als Ort genannt. Es gab auch andere Vorschläge. Darüber müssen wir verhandeln. Wir müssen klären, wo es am einfachsten zu erledigen ist. Der dritte Punkt ist die Menge des auszutauschenden Urans. Die Menge wird nach dem Bedarf der Islamischen Republik Iran definiert. Ich glaube, dass wir ziemlich bald eine genaue Zahl nennen können. In der jetzigen Situation, wo alle Seiten an einer Lösung interessiert sind, glauben wir, dass eine positive Atmosphäre entstanden ist.
SZ: Verlangen Sie also den direkten Austausch des angereicherten Urans, oder kann das Material einige Monate im Ausland lagern und aufbereitet werden?
Mottaki: Wer angereichertes Uran von 20 Prozent produziert, hat natürlich auch 3,5-prozentiges Uran zur Verfügung. Daher können sie schon anfangen, auf das höhere Niveau hin zu produzieren. Wann immer also eine Menge mit 20 Prozent fertig und lieferbar ist, sind wir bereit, zeitgleich auszutauschen."
Wie sich aus dem Interview unschwer ergibt, möchte der Iran sein Uran nicht außer Landes schicken mit der möglichen Konsequenz, dass beim Aufkommen irgendwelcher Spannungen, die ggf. von Israel künstlich inszeniert würden, das wertvolle Material nicht zurückkommt. Die erfahrene Händlernation möchte Uran bei Bedarf Zug um Zug tauschen und auch selbst bestimmen können, wieviel Uran gebraucht wird. Das ist eine verständliche und nachvollziehbare Position.
Außer in der SZ erfährt der geneigte Leser aber sonst nirgendwo etwas über die Details der iranischen Verhandlungsposition. Totschweigen ist angesagt. In deutschen Medien wird am Tag nach Mottakis Auftritt reichseinheitlich nur emotional von "Enttäuschung des Westens" und "bizarrem Auftritt" geschrieben. Das riecht verdächtig nach Gleichschaltung der „Freien West-Presse“.
Von Mottaki wurden am Rand der Münchener Konferenz schlicht die Bedingungen des Iran für den Uran-Austausch genannt. Die Kontrollprozedur via Russland und Frankreich ist für die souveräne Nation Iran ohnehin schon eine Zumutung. Der Iran verfügt im eigenen Land über stattliche Uranvorkommen und ist nach wie vor bereit, mit dem Westen über sein Atomforschungsprogramm zu reden (Ria Novosti). Bei Verhandlungen über eine derart komplexe Materie ist die Benennung der Konditionen durchaus legitim. Aber statt in den Dialog mit dem Iran einzutreten spielt der Westen die beleidigte Leberwurst, raschelt der westliche ProIl-Blätterwald, als hätte ihn der Agent Orange-Pesthauch des Entlaubungsmittel-Todes gestreift. Teheran spielt angeblich auf Zeit, das sagt ausgerechnet DIE ZEIT.

Ahmadinejad, der angeblich als Jude geboren ist (Basler Zeitung), verteidigt das iranische Nuklearforschungsprogramm. Nach geltendem Völkerrecht darf jedes Land zu friedlichen Zwecken die Welt der Atome erforschen.
Ja, wenn man im Westen befürchten muss, dass einem das eigene Kartenhaus der Macht im nächsten Moment über dem Kopf zusammenfällt, dann ist die Reaktion des letzten Aufgebots in Berlin, Tel Aviv und Washington verständlich. Es winden sich der deutsche Außen- und Verteidigungsminister in Krämpfen, es droht der US/IL-Senator Lieberman gar mit Luftangriffen auf den Iran. Das ist einfach schlechter Stil und medialer Psychoterror von gestern.
Westerwelle hätte sich mal ein Beispiel an seinem schwedischen Kollegen Carl Bildt nehmen sollen, der auf der Münchener Sicherheitskonferenz den Iranern unumwunden das Recht zugestanden hat, ein Atomforschungsprogramm für friedliche Zwecke zu betreiben (IRNA). Stattdessen wird wieder das alte Lied von der Notwendigkeit noch schärferer Sanktionen gesungen. Jeder weiß, dass das nur unserer Industrie schadet, was nebenbei die verdeckte Absicht der rachsüchtigen Levantiner ist. Deutschland ist in Europa der wichtigste Wirtschaftspartner des Iran. Als ob wir nicht schon genug Schulden aus der Wall Street-Weltfinanzkrise, Steuerausfälle, Kurzarbeiter und Arbeitslose hätten.
Druck, das müssten die Torfnasen in Tel Aviv und Washington, im Pentagon wie in den Redaktionen der deutschen ProIl-Maschine eigentlich wissen, erzeugt nur Gegendruck.
Und so durfte es nicht wundern, dass Achmadinejads Retourkutsche auf den fiesen Empfang, den man Mottaki in München machte, nicht ausblieb. Der Iran will, wie heute morgen postwendend bekannt wurde, sein Uran selbst von der niedrigen Stufe (3 bis 5 %) auf die m i t t l e r e Stufe (20 %) anreichern.
Erst ab 80 bis 90 % Anreicherung spricht die Fachwelt übrigens von h o c h angereichertem, atomwaffenfähigen Uran.
Nicht so der Deutschlandfunk (DLF) und die übrige ProIl-Maschine. Schon in den 09:00-Uhr-Nachrichten - und von da ab den ganzen Tag über zusammen mit dem ZDF, SPIEGEL, FR und all den anderen üblichen Verdächtigen in allen Winkeln und auf allen Frequenzen - verkündete der DLF flächendeckend, Ahmadinejad habe angeordnet, das iranische Uran "h o c h" anzureichern. Das ist eine gezielte Irreführung der Hörer und Leser durch Anlegen eines falschen Maßstabs, eine bewusste Lüge und propagandistische Volksverdummung. Das deutsche Volk soll glauben, der Iran wolle die Bombe, was völlig unbewiesen und eine böswillige Unterstellung israelischer Hetzfedern ist.
Den Redakteuren vom ARD-Teletext war die DLF-Propagandalüge immerhin so peinlich, dass sie auf ihrem ARD-Teletext eine Erläuterung brachten, was niedrig, mittel und hoch angereichertes Uran ist, hier die von dort übernommenen, fachlich richtigen Definitionen:
" Für die Verwendung in gängigen Atom-
kraftwerken - wie etwa Druck- oder Sie-
dewasserreaktoren - muss Uran zwischen
drei und fünf Prozent Uran 235 enthal-
ten, damit es der Energiegewinnung
dient. [niedrig angereichertes Uran]
Für den Einsatz in medizinischen Reak-
toren - etwa in der Krebstherapie -
wird ein Anreicherungsgrad von 20 Pro-
zent benötigt. Bis zu 50 Prozent gilt
als mittelangereichertes Uran.
Nuklearwaffen müssen hochangereichertes
Uran 235 enthalten (mindestens 80 Pro-
zent)."
Was ist in Deutschland niedrig? Adelungs grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart weiß, was niedrig ist: „Die niedrige Schreibart. Ein niedriges Wort, ein niedriger Scherz, sich niedrig ausdrucken, niedrig schreiben, die niedrige Sprechart; alles im Gegensatze des edel, anständig und erhaben. Ingleichen dem Gemüthe, der Denkungsart nach, und darin gegründet."
Genau, das ist n i e d r i g, die Denkart dieser ProIl-Journaille. Da will man eigentlich gar nicht mehr wissen, was mittel und was hoch ist. Doch das liefern wir trotzdem nach. M i t t e l im Sinne von mittelmäßig ist unsere vor der AIPAC kriechende Marionettenregierung. Und zu h o c h ist für die meisten Mietfedern, was sich im Bereich der Atomphysik abspielt.
Der Reichskneipensender "Deutschlandfunk" (DLF) hat bei der „Auswahl“ der Gazetten für seine DLF-Presseschau mal wieder zugeschlagen. Von den deutschlandweit erschienenen "Iran"-Artikeln wurden heute nur die drei Proisraelischen (ProIl) zitiert, die nach den Vorgaben des AIPAC-Kriegs-Theaters auf der Münchener Sicherheitskonferenz (Lieberman, Gates: „Bomb Iran“) mit allerlei Irreführungen und Unterstellungen die Angst vor dem sich angeblich atomar bewaffnen wollenden „Mullah-Regime“ (sic!) am meisten schüren.

Wer wirft im Nahen Osten die größten Bomben: Israel.
Hiroshima wurde nicht von einer muslimischen Atombombe ausgelöscht.
Israel hat über 200 Atombomben und die Bomber/Trägerraketen dazu. Israel muss atomar abrüsten oder von den UN abgerüstet werden.
Kaum hatte der iranische Außenminister Mottaki ein paar iranische Vorstellungen zum friedlichen Atomprogramm des Iran und zur Urananreicherung formuliert, schlug in München die eigentlich positive Erwartungshaltung in die bei der Beteiligung Israels übliche, bekannt finstere Drohkulisse um. Die ProIl-Medienmaschine inszenierte plötzlich eine wahre israelitische Hexenjagd auf den Iran; Mottaki und Ahmadinejad wurden als islamische Teufel abgefeiert, als hätte man in New York und Tel Aviv nur auf das Zeichen zum Angriff gewartet.
Nachdem sich der Weg zu den zentralasiatischen Öl- und Gasvorkommen über Afghanistan für die "Wall Street" als nicht gangbar erweist, gerät offenbar der Iran als Alternativroute für die US-Ölpipelines und damit als potentielles US/IL-Angriffsziel wieder stärker ins Blickfeld der Gierigen.
Neben den elenden NATO-Skribenten der FAZ und WELT kommt beim DLF heute morgen auch ein erbärmlicher Zeilenschinder vom TAGESSPIEGEL zu Wort, der sich durch die fiese Unterstellung, Teheran arbeite an der Atombombe, zu den wüstesten Atomschlagsphantasien hinreißen lässt:
"Was tun, wenn Teheran sich durch noch so viel Druck nicht von seinem Atomprogramm abbringen lässt? Dann droht eine nukleare Rüstungsspirale im Mittleren Osten, darin sind sich die Fachleute einig. Und die wäre weit gefährlicher als die atomare Konfrontation im Kalten Krieg. Die Sorge ist nicht, dass die Mullahs in Teheran oder ihre Nachbarn so irrational wären, bewusst einen Atomkrieg anzufangen. Aber es gibt nicht mal ansatzweise die vertrauensbildenden Maßnahmen und Vorsorgemechanismen, auf die sich Ost und West einigten, um zu verhindern, dass sich die fatale Kette aus Erstschlag und Gegenschlag unbeabsichtigt in Gang setzt. Angstschweiß löst auch die Sorge aus, spaltbares Material könne in die Hände jener islamischen Extremisten geraten, denen der Iran heute schon Waffen liefert".

Vom niedrig angereicherten Uran (Brennelemente in AKW, 3-5% U235) über die mittlere Anreicherung (als Strahlenquelle zur Krebsbekämpfung in der Medizin, 20-50 % U235) bis zum hoch angereicherten Uran für Atombomben (80 - 90 % U235) ist es ein sehr weiter, technisch hochkomplizierter und sehr teurer Weg.
Anders als I s r a e l, Nordkorea, Pakistan oder Indien hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag (NPT) unterschrieben und zudem mehrfach erklärt, dass Bau und Anwendung von Atombomben unislamisch ist. Für eine Panikmache wie im Tagesspiegel gibt es deshalb keinen Grund.
Statt Angst und Hysterie zu schüren, wäre es an unseren Schreiberlingen gewesen, die Position des Iran beim Austausch von n i e d r i g angereichertem Uran (Anteil von 3 bis 5 % U 235, geeignet für den Betrieb von Atommeilern zu Erzeugung von Strom) gegen m i t t e l prächtig angereichertes Uran (Anteil von 20 % U 235, geeignet für Brennelemente in Forschungsreaktoren) sachlich darzustellen und das Publikum korrekt aufzuklären. Der SZ ist das ja durch ein Interview von S. Kornelius mit dem iranischen Außenminister Mottaki am 05.02.2010 problemlos gelungen, Auszug:
„Mottaki: Der Austausch hat drei Kernpunkte: Termin, Ort und die Menge des zu tauschenden Urans. Zum Zeitablauf: Es muss eine zeitliche Synchronität gesichert sein, der Austausch muss also zeitgleich stattfinden. Die Klärung der technischen Fragen erfordert Zeit, und es braucht Zeit, diese Menge Uran auf das Niveau von 20 Prozent anzureichern. Der Staatspräsident hat in seiner Aussage Verständnis für die technischen Fragen gezeigt.
SZ: Kann der Austausch wie gefordert außerhalb Irans stattfinden?
Mottaki: Auf unserer Seite haben wir unser Land als Ort genannt. Es gab auch andere Vorschläge. Darüber müssen wir verhandeln. Wir müssen klären, wo es am einfachsten zu erledigen ist. Der dritte Punkt ist die Menge des auszutauschenden Urans. Die Menge wird nach dem Bedarf der Islamischen Republik Iran definiert. Ich glaube, dass wir ziemlich bald eine genaue Zahl nennen können. In der jetzigen Situation, wo alle Seiten an einer Lösung interessiert sind, glauben wir, dass eine positive Atmosphäre entstanden ist.
SZ: Verlangen Sie also den direkten Austausch des angereicherten Urans, oder kann das Material einige Monate im Ausland lagern und aufbereitet werden?
Mottaki: Wer angereichertes Uran von 20 Prozent produziert, hat natürlich auch 3,5-prozentiges Uran zur Verfügung. Daher können sie schon anfangen, auf das höhere Niveau hin zu produzieren. Wann immer also eine Menge mit 20 Prozent fertig und lieferbar ist, sind wir bereit, zeitgleich auszutauschen."
Wie sich aus dem Interview unschwer ergibt, möchte der Iran sein Uran nicht außer Landes schicken mit der möglichen Konsequenz, dass beim Aufkommen irgendwelcher Spannungen, die ggf. von Israel künstlich inszeniert würden, das wertvolle Material nicht zurückkommt. Die erfahrene Händlernation möchte Uran bei Bedarf Zug um Zug tauschen und auch selbst bestimmen können, wieviel Uran gebraucht wird. Das ist eine verständliche und nachvollziehbare Position.
Außer in der SZ erfährt der geneigte Leser aber sonst nirgendwo etwas über die Details der iranischen Verhandlungsposition. Totschweigen ist angesagt. In deutschen Medien wird am Tag nach Mottakis Auftritt reichseinheitlich nur emotional von "Enttäuschung des Westens" und "bizarrem Auftritt" geschrieben. Das riecht verdächtig nach Gleichschaltung der „Freien West-Presse“.
Von Mottaki wurden am Rand der Münchener Konferenz schlicht die Bedingungen des Iran für den Uran-Austausch genannt. Die Kontrollprozedur via Russland und Frankreich ist für die souveräne Nation Iran ohnehin schon eine Zumutung. Der Iran verfügt im eigenen Land über stattliche Uranvorkommen und ist nach wie vor bereit, mit dem Westen über sein Atomforschungsprogramm zu reden (Ria Novosti). Bei Verhandlungen über eine derart komplexe Materie ist die Benennung der Konditionen durchaus legitim. Aber statt in den Dialog mit dem Iran einzutreten spielt der Westen die beleidigte Leberwurst, raschelt der westliche ProIl-Blätterwald, als hätte ihn der Agent Orange-Pesthauch des Entlaubungsmittel-Todes gestreift. Teheran spielt angeblich auf Zeit, das sagt ausgerechnet DIE ZEIT.

Ahmadinejad, der angeblich als Jude geboren ist (Basler Zeitung), verteidigt das iranische Nuklearforschungsprogramm. Nach geltendem Völkerrecht darf jedes Land zu friedlichen Zwecken die Welt der Atome erforschen.
Ja, wenn man im Westen befürchten muss, dass einem das eigene Kartenhaus der Macht im nächsten Moment über dem Kopf zusammenfällt, dann ist die Reaktion des letzten Aufgebots in Berlin, Tel Aviv und Washington verständlich. Es winden sich der deutsche Außen- und Verteidigungsminister in Krämpfen, es droht der US/IL-Senator Lieberman gar mit Luftangriffen auf den Iran. Das ist einfach schlechter Stil und medialer Psychoterror von gestern.
Westerwelle hätte sich mal ein Beispiel an seinem schwedischen Kollegen Carl Bildt nehmen sollen, der auf der Münchener Sicherheitskonferenz den Iranern unumwunden das Recht zugestanden hat, ein Atomforschungsprogramm für friedliche Zwecke zu betreiben (IRNA). Stattdessen wird wieder das alte Lied von der Notwendigkeit noch schärferer Sanktionen gesungen. Jeder weiß, dass das nur unserer Industrie schadet, was nebenbei die verdeckte Absicht der rachsüchtigen Levantiner ist. Deutschland ist in Europa der wichtigste Wirtschaftspartner des Iran. Als ob wir nicht schon genug Schulden aus der Wall Street-Weltfinanzkrise, Steuerausfälle, Kurzarbeiter und Arbeitslose hätten.
Druck, das müssten die Torfnasen in Tel Aviv und Washington, im Pentagon wie in den Redaktionen der deutschen ProIl-Maschine eigentlich wissen, erzeugt nur Gegendruck.
Und so durfte es nicht wundern, dass Achmadinejads Retourkutsche auf den fiesen Empfang, den man Mottaki in München machte, nicht ausblieb. Der Iran will, wie heute morgen postwendend bekannt wurde, sein Uran selbst von der niedrigen Stufe (3 bis 5 %) auf die m i t t l e r e Stufe (20 %) anreichern.
Erst ab 80 bis 90 % Anreicherung spricht die Fachwelt übrigens von h o c h angereichertem, atomwaffenfähigen Uran.
Nicht so der Deutschlandfunk (DLF) und die übrige ProIl-Maschine. Schon in den 09:00-Uhr-Nachrichten - und von da ab den ganzen Tag über zusammen mit dem ZDF, SPIEGEL, FR und all den anderen üblichen Verdächtigen in allen Winkeln und auf allen Frequenzen - verkündete der DLF flächendeckend, Ahmadinejad habe angeordnet, das iranische Uran "h o c h" anzureichern. Das ist eine gezielte Irreführung der Hörer und Leser durch Anlegen eines falschen Maßstabs, eine bewusste Lüge und propagandistische Volksverdummung. Das deutsche Volk soll glauben, der Iran wolle die Bombe, was völlig unbewiesen und eine böswillige Unterstellung israelischer Hetzfedern ist.
Den Redakteuren vom ARD-Teletext war die DLF-Propagandalüge immerhin so peinlich, dass sie auf ihrem ARD-Teletext eine Erläuterung brachten, was niedrig, mittel und hoch angereichertes Uran ist, hier die von dort übernommenen, fachlich richtigen Definitionen:
" Für die Verwendung in gängigen Atom-
kraftwerken - wie etwa Druck- oder Sie-
dewasserreaktoren - muss Uran zwischen
drei und fünf Prozent Uran 235 enthal-
ten, damit es der Energiegewinnung
dient. [niedrig angereichertes Uran]
Für den Einsatz in medizinischen Reak-
toren - etwa in der Krebstherapie -
wird ein Anreicherungsgrad von 20 Pro-
zent benötigt. Bis zu 50 Prozent gilt
als mittelangereichertes Uran.
Nuklearwaffen müssen hochangereichertes
Uran 235 enthalten (mindestens 80 Pro-
zent)."
Was ist in Deutschland niedrig? Adelungs grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart weiß, was niedrig ist: „Die niedrige Schreibart. Ein niedriges Wort, ein niedriger Scherz, sich niedrig ausdrucken, niedrig schreiben, die niedrige Sprechart; alles im Gegensatze des edel, anständig und erhaben. Ingleichen dem Gemüthe, der Denkungsart nach, und darin gegründet."
Genau, das ist n i e d r i g, die Denkart dieser ProIl-Journaille. Da will man eigentlich gar nicht mehr wissen, was mittel und was hoch ist. Doch das liefern wir trotzdem nach. M i t t e l im Sinne von mittelmäßig ist unsere vor der AIPAC kriechende Marionettenregierung. Und zu h o c h ist für die meisten Mietfedern, was sich im Bereich der Atomphysik abspielt.
rhbl - 7. Feb, 21:53
































