Nahostberichterstattung der Süddeutschen Zeitung, eine verkehrte Welt
rhbl
Es gibt seit dem 19. Juni 2008 eine fragile „Waffenruhe“ zwischen der Hamas und Israel. Sie hat bisher einigermaßen gehalten, obwohl Israel, wie von Scusi vorhergesagt, die Palästinenser wiederholt zum Bruch der Waffenruhe provoziert hat.
Die gravierendste israelische Provokation erfolgte am Dienstagmorgen in Nablus in der Westbank, wo IDF-Soldaten nach wenigen Tagen der Waffenruhe zwischen Israel und Hamas den Kommandeur der al-Quds Brigaden des Islamischen Jihad erschossen haben.
Die zunächst nur in Gaza geltende Waffenruhe sollte formal erst in einem halben Jahr auch auf die Westbank ausgedehnt werden. Es war aber klar, dass sich beide Seiten militärischer Übergriffe grundsätzlich überall in den umkämpften Gebieten zu enthalten hatten, dazu gehörte auf israelischer Seite vor allem die Einstellung sogenannter „gezielter Tötungen“ und auf der Seite der Palästinenser der Kassam-Beschuss, mit dem der palästinensische Widerstand stets auf die Ermordung seiner Mitglieder durch die IDF antwortet.
Ohne die gezielte Tötung des al-Quds Kommandeurs auch nur zu erwähnen, berichtet heute die Süddeutsche Zeitung über die Palästinenser, die am Dienstagnachmittag drei Kassam auf Sderot abgeschossen haben. Der nicht informierte Leser muss so davon ausgehen, dass die Palästinenser die Waffenruhe einseitig gebrochen haben. Dementsprechend wird in der Süddeutschen Zeitung von den Verfassern segi/odg auch schon um Verständnis dafür geworben, wenn Israel die Blockade des Gazastreifens jetzt fortsetzt. Neben dem Artikel ist ein israelischer Mercava-Panzer in Schussbereitschaft abgebildet, die Kanone drohend auf Gaza gerichtet.
Es ist ja nicht so, dass die SZ grundsätzlich die blutigen Massaker verschweigt, die Israel unentwegt in der palästinensischen Zivilbevölkerung anrichtet (s. Anhang). Aber das vorsätzliche Weglassen des auslösenden Grundes für den neuerlichen Kassam-Beschuss während der Waffenruhe kann nur als üble Manipulation des Lesers ausgelegt werden. Schön, wir wissen zufällig, wem die SZ gehört. Aber darf die deutsche Journaille immer nur das schreiben, was 200 Reiche (Verlegerfamilien) wünschen, selbst wenn es sachlich falsch ist, und haben die Bürger Süddeutschlands nicht ein Recht darauf, vollständig und richtig über den Nah-Ost-Konflikt unterrichtet zu werden? Und die Leser im Rest der Republik nicht ebenso? Eine Stichprobe beim Kölner Stadtanzeiger (Neven Dumont) ergab, dass diese Familie ihre Leser nach dem gleichen Strickmuster wie die SZ falsch informiert und manipuliert.
Hier breche ich ab und erspare es mir, noch online bei den Holtzbrinck- (DIE ZEIT, Handelsblattt…) und Burda-Erzeugnissen vorbeizuschauen. Auch ein Abstecher zum jüdischen Springer Verlag (BILD, DIE WELT) erübrigt sich. Es dürfte sich f a s t überall f a s t immer der gleiche Befund abzeichnen.
Wir Deutschen erziehen unsere Kinder nicht zum Lügen und wir sind nicht wie andere Völker dazu erzogen, in einer Welt der Raffgier und Lüge zu leben. Als Christen wollen und müssen wir es nicht länger hinnehmen, von importierten angloamerikanischen und anderen Medienzaren verscheissert zu werden, die eine virtuelle Medienwelt e x t r a für Deutschland geschaffen haben, in der Ursache und Wirkung der nahöstlichen Gewalt seit langem mit System verkehrt herum erzählt werden. Im Fernsehen und Rundfunk ist es wie in den Printmedien. Üble Meinungsmanipulation, Lug und Betrug, soweit Augen und Ohren reichen, und das seit fast zwanzig Jahren.
Um diesen Beitrag zu erstellen, musste ich den genauen Zeitpunkt, Ortsnamen und die Angaben zur Person des getöteten Palästinensers in der englischen Online-Version der Chinesischen Volkszeitung „People Daily“ nachschlagen.
Dabei stellte sich ganz nebenbei heraus, dass die Hamas im Austausch für den entführten Ghilat Shalit die Freilassung von 450 in Israel gefangengehaltenen Palästinensern verlangt und dass sich der Deal verzögert, weil es wegen der Freilassung von 30 dieser Gefangenen noch immer Meinungsverschiedenheiten zwischen der Hamas und Israel gibt.
Die Suche nach dem auf der Westbank erschossenen Palästinenser ergab in deutschen online-Medien und Pressedatenbanken auf Anhieb keinen Treffer.
Das Schweigekartell der Israel-Lobby in deutschen Medien funktioniert eben fast** hundertprozentig, wenn es gilt, die Verbrechen der IDF zu vertuschen. Aber langfristig kann so was den jüdischen Interessen nur schaden. Immer mehr dunkle Wolken ziehen in der muslimischen Welt wegen der israelischen Blockade- und Apartheidsbesatzungspolitik in Gaza und der Westbank auf. Amr Moussa, der Generalsekretär der Arabischen Liga, hat gestern auf der Berliner Konferenz mit seinem Statement einen kleinen Vorgeschmack geliefert von dem, was à la longue noch kommen könnte.
Anhang
Auszug aus dem Online-SZ-Archiv zum Suchbegriff
„Palästinenser erschossen“:
• Israelischer Angriff im Gazastreifen Mehrere Palästinenser getötet - POLITIK
02.01.2008 Bei einem nächtlichen israelischen Vorstoß in den Gazastreifen sind mindestens sechs militante Palästinenser getötet worden. sueddeutsche.de
• Gazastreifen Israelische Armee tötet 16 Palästinenser - POLITIK
15.01.2008 Blutigster Militäreinsatz seit langer Zeit: Bei einem israelischen Vorstoß in den Gazastreifen sind am Dienstag mindestens 16 Palästinenser getötet und Dutzende verletzt worden. sueddeutsche.de
• Machtkampf in Gaza Palästinensischer Richter erschossen, Hanija bricht Reise ab - POLITIK
13.12.2006 Attentäter erschossen einen Richter aus dem Umfeld der regierenden...besucht, um Unterstützung für die Palästinenser und seine Politik zu erhalten. UN-Generalsekretär...beunruhigt über die Hamas-Führung der Palästinenser. Im benachbarten Libanon sehe sich... sueddeutsche.de
• Menschlicher Schutzschild Palästinenser stoppen israelischen Luftangriff - POLITIK
19.11.2006 Die Palästinenser strömten in der Nacht zum Sonntag zu den...Tötung zahlreicher Palästinenser in der Grenzstadt Beit Hanun...Bewegung. Am Samstag erschossen israelische Soldaten...einen 21 Jahre alten Palästinenser, nach palästinensischen... sueddeutsche.de
• Gazastreifen Palästinenser fordern internationalen Druck auf Israel - POLITIK
04.11.2006 Angesichts eskalierender Gewalt im Gazastreifen drängen die Palästinenser dazu, gegen die israelische Militäroffensive einzuschreiten. Bei einem Luftangriff in Gaza wurde heute früh ein Hamas-Mitglied getötet. sueddeutsche.de
• Gaza-Streifen Acht Palästinenser bei israelischen Militäraktionen getötet - POLITIK
11.02.2004 Beim Einmarsch der israelischen Armee in Gaza sind am Mittwoch acht Palästinenser erschossen worden. sueddeutsche.de
• UN-Sicherheitsrat Palästinenser fordern Resolution gegen Israel - POLITIK
24.03.2004 Während Israels UN-Botschafter den tödlichen Anschlag auf den Hamas-Führer verteidigt, fordern die Palästinenser ein Ende des israelischen Kriegstreibens . Eine von ihnen angekündigte Resolution gegen die gezielte Tötung Jassins dürfte jedoch am Veto der USA scheitern. sueddeutsche.de
• Gaza Israelische Soldaten erschießen vier Palästinenser - POLITIK
02.02.2004 Unter den Todesopfern ist der Anführer des militärischen Flügels des Islamischen Dschihads, Jassir Abu Ajisch. Nach dem geglückten Gefangenenaustausch zwischen Israel und Palästinensern in der letzten Woche spitzt sich die Lage im Nahen Osten wieder zu. sueddeutsche.de
• Gazastreifen Israelische Armee erschießt drei Palästinenser - POLITIK
07.11.2003 Bei mehreren Zwischenfällen im Gazastreifen hat die israelische Armee in der Nacht zum Freitag drei Palästinenser getötet. sueddeutsche.de
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** Nachtrag
am späten Nachmittag wurde in der FR die Erschießung des al Quds Kommandeurs in Nablus in einem Artikel immerhin erwähnt,
Link:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=babec496f3bed9ac94cf0895a80914ca&em_cnt=1357437
Es gibt seit dem 19. Juni 2008 eine fragile „Waffenruhe“ zwischen der Hamas und Israel. Sie hat bisher einigermaßen gehalten, obwohl Israel, wie von Scusi vorhergesagt, die Palästinenser wiederholt zum Bruch der Waffenruhe provoziert hat.
Die gravierendste israelische Provokation erfolgte am Dienstagmorgen in Nablus in der Westbank, wo IDF-Soldaten nach wenigen Tagen der Waffenruhe zwischen Israel und Hamas den Kommandeur der al-Quds Brigaden des Islamischen Jihad erschossen haben.
Die zunächst nur in Gaza geltende Waffenruhe sollte formal erst in einem halben Jahr auch auf die Westbank ausgedehnt werden. Es war aber klar, dass sich beide Seiten militärischer Übergriffe grundsätzlich überall in den umkämpften Gebieten zu enthalten hatten, dazu gehörte auf israelischer Seite vor allem die Einstellung sogenannter „gezielter Tötungen“ und auf der Seite der Palästinenser der Kassam-Beschuss, mit dem der palästinensische Widerstand stets auf die Ermordung seiner Mitglieder durch die IDF antwortet.
Ohne die gezielte Tötung des al-Quds Kommandeurs auch nur zu erwähnen, berichtet heute die Süddeutsche Zeitung über die Palästinenser, die am Dienstagnachmittag drei Kassam auf Sderot abgeschossen haben. Der nicht informierte Leser muss so davon ausgehen, dass die Palästinenser die Waffenruhe einseitig gebrochen haben. Dementsprechend wird in der Süddeutschen Zeitung von den Verfassern segi/odg auch schon um Verständnis dafür geworben, wenn Israel die Blockade des Gazastreifens jetzt fortsetzt. Neben dem Artikel ist ein israelischer Mercava-Panzer in Schussbereitschaft abgebildet, die Kanone drohend auf Gaza gerichtet.
Es ist ja nicht so, dass die SZ grundsätzlich die blutigen Massaker verschweigt, die Israel unentwegt in der palästinensischen Zivilbevölkerung anrichtet (s. Anhang). Aber das vorsätzliche Weglassen des auslösenden Grundes für den neuerlichen Kassam-Beschuss während der Waffenruhe kann nur als üble Manipulation des Lesers ausgelegt werden. Schön, wir wissen zufällig, wem die SZ gehört. Aber darf die deutsche Journaille immer nur das schreiben, was 200 Reiche (Verlegerfamilien) wünschen, selbst wenn es sachlich falsch ist, und haben die Bürger Süddeutschlands nicht ein Recht darauf, vollständig und richtig über den Nah-Ost-Konflikt unterrichtet zu werden? Und die Leser im Rest der Republik nicht ebenso? Eine Stichprobe beim Kölner Stadtanzeiger (Neven Dumont) ergab, dass diese Familie ihre Leser nach dem gleichen Strickmuster wie die SZ falsch informiert und manipuliert.
Hier breche ich ab und erspare es mir, noch online bei den Holtzbrinck- (DIE ZEIT, Handelsblattt…) und Burda-Erzeugnissen vorbeizuschauen. Auch ein Abstecher zum jüdischen Springer Verlag (BILD, DIE WELT) erübrigt sich. Es dürfte sich f a s t überall f a s t immer der gleiche Befund abzeichnen.
Wir Deutschen erziehen unsere Kinder nicht zum Lügen und wir sind nicht wie andere Völker dazu erzogen, in einer Welt der Raffgier und Lüge zu leben. Als Christen wollen und müssen wir es nicht länger hinnehmen, von importierten angloamerikanischen und anderen Medienzaren verscheissert zu werden, die eine virtuelle Medienwelt e x t r a für Deutschland geschaffen haben, in der Ursache und Wirkung der nahöstlichen Gewalt seit langem mit System verkehrt herum erzählt werden. Im Fernsehen und Rundfunk ist es wie in den Printmedien. Üble Meinungsmanipulation, Lug und Betrug, soweit Augen und Ohren reichen, und das seit fast zwanzig Jahren.
Um diesen Beitrag zu erstellen, musste ich den genauen Zeitpunkt, Ortsnamen und die Angaben zur Person des getöteten Palästinensers in der englischen Online-Version der Chinesischen Volkszeitung „People Daily“ nachschlagen.
Dabei stellte sich ganz nebenbei heraus, dass die Hamas im Austausch für den entführten Ghilat Shalit die Freilassung von 450 in Israel gefangengehaltenen Palästinensern verlangt und dass sich der Deal verzögert, weil es wegen der Freilassung von 30 dieser Gefangenen noch immer Meinungsverschiedenheiten zwischen der Hamas und Israel gibt.
Die Suche nach dem auf der Westbank erschossenen Palästinenser ergab in deutschen online-Medien und Pressedatenbanken auf Anhieb keinen Treffer.
Das Schweigekartell der Israel-Lobby in deutschen Medien funktioniert eben fast** hundertprozentig, wenn es gilt, die Verbrechen der IDF zu vertuschen. Aber langfristig kann so was den jüdischen Interessen nur schaden. Immer mehr dunkle Wolken ziehen in der muslimischen Welt wegen der israelischen Blockade- und Apartheidsbesatzungspolitik in Gaza und der Westbank auf. Amr Moussa, der Generalsekretär der Arabischen Liga, hat gestern auf der Berliner Konferenz mit seinem Statement einen kleinen Vorgeschmack geliefert von dem, was à la longue noch kommen könnte.
Anhang
Auszug aus dem Online-SZ-Archiv zum Suchbegriff
„Palästinenser erschossen“:
• Israelischer Angriff im Gazastreifen Mehrere Palästinenser getötet - POLITIK
02.01.2008 Bei einem nächtlichen israelischen Vorstoß in den Gazastreifen sind mindestens sechs militante Palästinenser getötet worden. sueddeutsche.de
• Gazastreifen Israelische Armee tötet 16 Palästinenser - POLITIK
15.01.2008 Blutigster Militäreinsatz seit langer Zeit: Bei einem israelischen Vorstoß in den Gazastreifen sind am Dienstag mindestens 16 Palästinenser getötet und Dutzende verletzt worden. sueddeutsche.de
• Machtkampf in Gaza Palästinensischer Richter erschossen, Hanija bricht Reise ab - POLITIK
13.12.2006 Attentäter erschossen einen Richter aus dem Umfeld der regierenden...besucht, um Unterstützung für die Palästinenser und seine Politik zu erhalten. UN-Generalsekretär...beunruhigt über die Hamas-Führung der Palästinenser. Im benachbarten Libanon sehe sich... sueddeutsche.de
• Menschlicher Schutzschild Palästinenser stoppen israelischen Luftangriff - POLITIK
19.11.2006 Die Palästinenser strömten in der Nacht zum Sonntag zu den...Tötung zahlreicher Palästinenser in der Grenzstadt Beit Hanun...Bewegung. Am Samstag erschossen israelische Soldaten...einen 21 Jahre alten Palästinenser, nach palästinensischen... sueddeutsche.de
• Gazastreifen Palästinenser fordern internationalen Druck auf Israel - POLITIK
04.11.2006 Angesichts eskalierender Gewalt im Gazastreifen drängen die Palästinenser dazu, gegen die israelische Militäroffensive einzuschreiten. Bei einem Luftangriff in Gaza wurde heute früh ein Hamas-Mitglied getötet. sueddeutsche.de
• Gaza-Streifen Acht Palästinenser bei israelischen Militäraktionen getötet - POLITIK
11.02.2004 Beim Einmarsch der israelischen Armee in Gaza sind am Mittwoch acht Palästinenser erschossen worden. sueddeutsche.de
• UN-Sicherheitsrat Palästinenser fordern Resolution gegen Israel - POLITIK
24.03.2004 Während Israels UN-Botschafter den tödlichen Anschlag auf den Hamas-Führer verteidigt, fordern die Palästinenser ein Ende des israelischen Kriegstreibens . Eine von ihnen angekündigte Resolution gegen die gezielte Tötung Jassins dürfte jedoch am Veto der USA scheitern. sueddeutsche.de
• Gaza Israelische Soldaten erschießen vier Palästinenser - POLITIK
02.02.2004 Unter den Todesopfern ist der Anführer des militärischen Flügels des Islamischen Dschihads, Jassir Abu Ajisch. Nach dem geglückten Gefangenenaustausch zwischen Israel und Palästinensern in der letzten Woche spitzt sich die Lage im Nahen Osten wieder zu. sueddeutsche.de
• Gazastreifen Israelische Armee erschießt drei Palästinenser - POLITIK
07.11.2003 Bei mehreren Zwischenfällen im Gazastreifen hat die israelische Armee in der Nacht zum Freitag drei Palästinenser getötet. sueddeutsche.de
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** Nachtrag
am späten Nachmittag wurde in der FR die Erschießung des al Quds Kommandeurs in Nablus in einem Artikel immerhin erwähnt,
Link:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=babec496f3bed9ac94cf0895a80914ca&em_cnt=1357437
rhbl - 25. Jun, 11:16
