Dienstag, 1. Juli 2008

Keine neuen Atomwaffen, solange die alten nicht verbraucht sind!

rhbl

Heute vor vierzig Jahren unterzeichneten die USA, die Sowjetunion und Großbritannien den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV), unter anderem, um „die internationale Entspannung zu fördern und das Vertrauen zwischen den Staaten zu stärken, damit die Einstellung der Produktion von Kernwaffen, die Auflösung aller vorhandenen Vorräte an solchen Waffen und die Entfernung der Kernwaffen und ihrer Einsatzmittel aus den nationalen Waffenbeständen aufgrund eines Vertrags über allgemeine und vollständige Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle erleichtert wird“.

Diesem Vertrag schlossen sich bald darauf viele atomare Habenichtse, aber auch einige Staaten an, die Atomwaffen besaßen. Andere Atomwaffenstaaten, wie Indien oder Israel, unterzeichneten das Abkommen nicht. In Afghanistan und in Waziristan, der im Nordwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Provinz, in der sich Osama Bin Laden aufhalten soll, tobt ein Bürgerkrieg, dessen Ausgang darüber entscheiden könnte, ob es z.B. eine islamische Bombe gibt.

Nach der drohenden Einnahme Peschawar`s durch wiedererstarkte Taliban könnte auch Islamabad und das Kommando über die pakistanischen Atombomben nebst deren Besitz rasch in andere Hände fallen. Dass erklärt, warum die USA verzweifelt zusätzliche deutsche Truppenverstärkungen für den Hindukusch anfordern. Kein Wunder, dass die Kriegsziele der NATO am Hindukusch so geheim sind, dass noch nicht einmal unsere Volksvertreter, die eigentlich wissen müssten, warum sie wo die Parlamentsarmee Bundeswehr einsetzen, darüber informiert werden.

In Israel gibt es einen Bestand von ca. 150 bis 300 jüdischen Atombomben. Die Angaben sind wegen des Eiertanzes, den TelAviv um sein Allerheiligstes, sein „Goldenes Kalb“ macht, ungenau. Israel bräuchte nach Angaben von Militärexperten lediglich 30 Atombomben, um seine potentiellen Gegner auf Abstand zu halten. Es baut jedoch zielstrebig mit Hilfe der von Deutschland gelieferten modernen U-Boote atomare Zweitschlagskapazitäten auf und bedroht damit nicht nur seine Nachbarn.

Nebenbei erpresst es mit diesem weit über das erforderliche Maß hinausgehenden Nuklear-Potential als nuklearer Kettenhund auf Zuruf Washington`s alle namhaften Besitzer von Öl- und Erdgasquellen im Nahen und Mitttleren Osten. Dafür, unter anderem für seine diskreten Dienstleistungen während des Irakkrieges, erhält Israel jedes Jahr eine sogenannte US-Militärhilfe in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Was einerseits den oberen Zehntausend im militärisch-industriellen Komplex Israels ein lockeres Leben in Saus und Braus ermöglicht, andererseits zu einer faschistoiden Militarisierung des zivilen Lebens und zu Angst und neurotischer Verunsicherung der anfangs eher liberalen Gesellschaft durch zahlreiche "Nachrichtendienste", ein Heer von "Spitzeln" und "Geheimpolizisten" geführt hat.

Ein Rückbau der israelischen Atomwaffen und ihre restlose Verschrottung könnte am ehesten nach dem Muster Südafrikas erfolgen. Das ginge vermutlich nur im Rahmen einer Einstaatenlösung in Israel/Palästina, mit der allein die israelische Militärjunta zivilisiert und die trostlose Gewaltorgie des zionistischen Apartheidsstaats beendet werden kann.

In den zum größeren Teil von den USA eroberten Irak werden jetzt nach 26 Jahren mit verdeckter Hilfe Israels die bekannten US-amerikanischen und britischen Ölfirmen zurückkehren, die größten Öl-Heuschrecken der Welt. Eine postkoloniale Farce. „Interimsverträge“ mit der sich noch sträubenden irakischen Marionettenregierung verhüllen nur schlecht, dass die USA im Irak ihr Kriegsziel erreicht haben, die Fortsetzung des hundertjährigen Ölraubs durch Exxon Mobil, Chevron & Co scheint gesichert. Doch die Sache hat einen bitteren Beigeschmack, auch im Irak geht das Öl wie überall zur Neige.

Deswegen soll Israel im Auftrag der USA, genauer, im Auftrag der US-Öl-Giganten, als nächstes den Iran angreifen, der über die drittgrößten Öl- und Gasvorkommen der Welt verfügt. Die Sache ist riskant, denn nach dem Iran kämen, wenn es nach Dick Cheney ginge, als nächstes Russland und Saudi-Arabien dran, die ebenfalls noch über nennenswerte Öl- und Gasvorkommen verfügen. Letztgenannte könnten dem Iran zu Hilfe eilen, wenn sie erkennen, dass sie unweigerlich nach dem Iran „dran“ sind. (Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Saudis den Ernst der Lage schon länger begriffen hatten und sich deshalb Osama Bin Laden mittelbar beauftragt sah, am 11.September 2001 in New York ein „Zeichen“ zu setzen.)

Die Russen verfügen über ein ausgefeiltes Sortiment funktionierender Waffen, insb. Luftabwehrsystemen. Die Saudis haben das nötige Kleingeld, um den Transfer der Waffen in die Hand der richtigen Leute zu finanzieren. Niemand weiß, wie viele Raketen Russland bereits an den Iran geliefert hat, ob die iranische Luftabwehr diese Waffensysteme ggf. auch unter russ. Anleitung bedienen können, welche Flak/ Raketen-Systeme (S 400, S 300, S 200, Thor M1) bereits abwehrbereit sind. Iranische Feststoffraketen vom Typ Shihab 3 mit einer Reichweite von 1800 km erreichen jeden Punkt in Israel und können mit C- oder B-Waffen bestückt werden.

Ein atomarer Konflikt zwischen den regionalen Mächten Israel und Iran könnte leicht zum Trigger für einen globalen Nuklearkonflikt werden. Dass wollten die nuklearen Großmächte mit dem NVV vom 01. Juli 1968 eigentlich vermeiden, in der Präambel des Vertrages weisen sie auf die nuklearen Risiken und in Artikel VI des Vertragstextes auf die Notwendigkeit der nuklearen Abrüstung hin:

Auszug Präambel: „...in Anbetracht der Verwüstung, die ein Atomkrieg über die ganze Menschheit bringen würde, und angesichts der hieraus folgenden Notwendigkeit, alle Anstrengungen zur Abwendung der Gefahr eines solchen Krieges zu unternehmen und Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Völker zu ergreifen, von der Auffassung geleitet, dass die Verbreitung von Kernwaffen die Gefahr eines Atomkrieges ernstlich erhöhen würde..."

Artikel VI: „Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle.“

Obwohl die Großmächte USA und Russland noch ca. 20.000 Atomwaffen in ihren Lagern horten, ist von allgemeiner und vollständiger Abrüstung nirgendwo etwas zu sehen. Die USA forschen fleissig und entwickeln ihre Atombomben einfach weiter, als ob sie den NVV nie unterzeichnet hätten. Zum vierzigjährigen Bestehen des Vertrages erscheint in der New York Times höchstens ein kritischer Zeitungsartikel, der daran erinnert, dass einige Elder Statesmen wie William Perry, Sam Nunn, Heinrich Kissinger oder George Shultz mal wieder eine Initiative zum weltweiten Abrüsten aller Atomwaffen gestartet haben.

Papier ist geduldig. Die verrückten Hitzköpfe in TelAviv oder Teheran sind es gewiß nicht.

scusi!

Die Welt ist eine Bühne, auf der ein jeder seine Possen agieret und hin und her tanzet, bis dass ihn unser aller Herr und Meister hinwegberufet. (G.Chr. Lichtenberg)

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