Tschernobyl/86: "Noch ein, zwei Minuten und alles ist vorbei"
rhbl
Als heute vor 22 Jahren Anatoli Stepanowitsch Djatlow, der stellvertretende Chefingenieur des Atomkraftwerkes Tschernobyl und Leiter des mehr als merkwürdigen, nukleartechnischen Selbstmord-Testversuchs, der erfolgreich zur Katastrophe von Tschernobyl* führte, den Operateur Toptunov um 01:22 Uhr so aufmunterte, wusste er nicht, dass seine historischen Worte ganz anders auf Toptunov und die anderen Mitarbeiter zutreffen würden.
Um 01:24 Uhr explodierte Block IV des Kraftwerks. Für Toptunov, der noch versucht hatte, den roten Havarieknopf zu drücken, war (hoffentlich sofort) alles vorbei. Djatlow, der viel mehr als die offiziell gemeldete Strahlendosis von 5,5 Sievert abbekommen haben soll, überlebte zunächst, starb erst 1995 an einem "Herzinfarkt".
Die austretende radioaktive Wolke verseuchte das umliegende Gebiet im Radius von 30 km mit Plutonium; mit wechselnden Winden breitete sie sich über ganz Europa bis über den Ärmelkanal, nach Spanien und Schweden aus und verstreute das gefährliche Reaktorinventar u.a. in Form von Jod 131- oder Caesium 137-Nukliden auf den fruchtbaren Feldern, Wäldern und Wiesen einer Jahrtausende alten Kulturlandschaft.
Die radioaktive Wolke von Tschernobyl ist inzwischen mehrfach um die Nordhalbkugel gewandert. Der Regen hat sie mehr und mehr ausgewaschen. „Insgesamt wurden etwa 218.000 Quadratkilometer mit mehr als 37.000 Becquerel (37 kBq) Cs-137 pro m² radioaktiv belastet. Mehr als 70 Prozent dieser Gebiete liegen in Russland, der Ukraine und Weißrussland. Das war mal die Kornkammer der Sowjetunion. In den nächsten Jahrhunderten kann man in diesen verseuchten Gebieten bestenfalls Pflanzen für die Erzeugung von Biosprit anbauen. Während hier die stärksten Konzentrationen an flüchtigen Nukliden und Brennstoffpartikeln entstanden, wurde mehr als die Hälfte der Gesamtmenge der flüchtigen Bestandteile und heißen Partikel außerhalb dieser Länder abgelagert.
Jugoslawien, Finnland, Schweden, Bulgarien, Norwegen, Rumänien, Deutschland, Österreich und Polen erhielten jeweils mehr als ein Petabecquerel (10 hoch 15 Bq oder eine Million Milliarden Becquerel) an Cäsium-137. Insgesamt wurden in Europa etwa 3.900.000 km² (40 % der Gesamtfläche) durch Cäsium-137 kontaminiert (mindestens 4 kBq pro m²).
In den am stärksten belasteten Gebieten Deutschlands, im Südosten von Bayern, lagen die Bodenkontaminationen bei bis zu 2 Ci /km² (74 kBq/m²) Cs-137. Diese Landkreise hätten auch in Weißrussland, Russland und der Ukraine den Status der kontaminierten Zone erhalten" ( Wikipedia).
Über die Frage, welche Folgen und wieviele Todesopfer die Katastrophe von Tschernobyl verursachte, wird bis heute heftig gestritten. Zuletzt hat die grüne Abgeordnete Rebecca Harms hierzu mit der TORCH-Studie (The Other Report, pdf) ein recht brauchbares Papier vorgelegt. Ich halte diese Annahmen allerdings für zu konservativ.
Gesichert ist z.B., dass die Zahl der Kinder mit Schilddrüsenkrebs in den Regionen Mogilew und Gomel nach der Katastrophe dramatisch zugenommen hat, was die amtierenden Offiziellen und Pro-Atom-Wissenschaftler in Ost wie West so lange wie möglich eisern verschwiegen haben. Trotz steigender Fallzahlen wurde der kausale Zusammenhang zwischen der radioaktiven Belastung Weissrusslands und der Krankheit vor allem am Anfang in Zweifel gezogen. Während externe radioaktive Strahlung als Ursache von Schilddrüsenkarzinomen als erwiesen gilt, "wusste man über die Wirkung von inkorporierten radioaktiven Isotopen insbesondere auf Kleinkinder zu wenig" und stritt daher einfach alles ab. Erst nachdem ein britischer Mediziner 1990/91 in der Zeitschrift "The Lancet" erdrückendes Beweismaterial veröffentlicht hatte, hörten die in Deutschland für den Strahlenschutz verantwortlichen Wissenschaftler mit ihrer Salamitaktik auf, immer nur das zuzugeben, was ihnen gerade bewiesen worden war.
Angesichts der zögerlichen Umsiedlung der Bevölkerung aus den betroffenen Gebieten und bei ca. 500000 bis 800000 Menschen, die zu den Aufräumarbeiten als Liquidatoren in Tschernobyl eingesetzt waren, dürften ca. 30000 bis 60000 Menschen allein an Krebs infolge von Tschernobyl sterben oder schon gestorben sein. Da die Liquidatoren in alle Himmelsrichtungen verstreut an ihre Wohnorte in der früheren Sowjetunion zurückgeschickt wurden und die Erfassung ihrer Personalien und der von ihnen aufgenommenen Personendosis in vielen Fällen gezielt schlampig oder gar nicht erfolgte, dürfte die Opferzahl eher höher liegen. Von der hohen Selbstmordrate, von den zahllosen Menschen, die wegen des geschädigten Immunsystems dahinsiechen und an Lungenentzündungen und ähnlichen Krankheiten versterben, gar nicht zu reden.
Niemand vom inzwischen unermesslich reichen Atom-Club hatte die Europäer zuvor gewarnt, dass so etwas überhaupt möglich sein könnte. Kernenergie.de singt heute noch das Lied von der angeblich sicheren und CO2-freien Kernkraft. Der SuperGAU galt als "praktisch" ausgeschlossen, wie unser höchstes Gericht festgestellt hatte. 1000 MW-Atommeiler wie Biblis A und B wurden in Deutschland unter den Augen und mit Billigung des amerikanischen Hegemon als potentielle Atomminen absichtsvoll gleich neben den Flughafen Frankfurt-Rhein/Main Air-base installiert.
Die mafiose Nukleargemeinde, der skrupellose, nur noch geld- und zahlengeile Club der „Atomphysiker“ und „Naturwissenschaftler“ regiert verdeckt und nahezu absolutistisch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, seit Hiroshima und Nagasaki. Die dunklen Fürsten des Atoms halten immer noch in Ost wie West gleichermaßen die Schlüsselstellungen in der Wirtschaft, der Politik und den Medien unter ihrer Kontrolle.
Die (west)deutsche Atom-Mafia beeinflusst systematisch seit Jahrzehnten auf undemokratische Weise Personalentscheidungen im Bereich der Wirtschafts-, Umwelt-, Innen- und Sicherheitspolitik. Die Korruption und das Schmieren von Politikern jedweder Couleur, falls nötig über drei Ecken wie im Fall des CDU MdB Adam aus dem Merkel-Territorium Mecklenburg-Vorpommern soll die Macht mit a l l e n Mitteln erhalten. Der Atom-Club macht KanzlerInnen, steuert indirekt und subversiv über seine MdB-Marionetten in den sogenannten "Volksparteien" CDU und SPD sogar die personelle Besetzung des höchsten deutschen Gerichts. Hier werden wohl nur noch mediokre Figuren zugelassen, die schon die Schere im Kopf haben.
Nachweisen kann man den technologisch an der Spitze des Fortschritts per Computer elektronisch kommunizierenden "Atom-Terroristen" fast nie etwas. Plausible Vorwürfe kritischer Journalisten, dass z.B. in der Siemensaffäre in Sachen Pierer von Soundso die Justiz oder der Innenbereich unzulässig beeinflusst wurde, wurden ungeniert und in vollendet gespielter Unschuld zurückgewiesen. Wie auch sollte der letzte "kritische" Polizist in Bayern mit seiner Isetta Verbrecher einfangen, die im dicken Daimler oder BMW davonbrausen?
Elektronische Dokumente aus dem Nuklearbereich sind oft so flüchtig wie die Namen ihrer Verfasser. E-mails lassen sich leicht löschen, High-Tec-Kriminelle hinterlasssen selten Spuren. Sie verlassen sich darauf, dass Radioaktivität zerfällt und dann nicht mehr nachweisbar ist. Dokumentationen technischer Systeme gibt es oft nur noch in elektronischer Form, die kann leicht manipuliert werden. Oder sie hantieren, wie in Tschernobyl in der Stunde der Not, mit Messgeräten, deren Meßbereich für die ungeheure Intensität der Strahlung gar nicht ausgelegt ist und belügen einfach ihre Umgebung indem sie falsche Werte von den Instrumenten ablesen.
Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf her. So ist es auch im nuklear "globalisierten" Bereich, der durch das viele Geld, das da im Umlauf ist, verdorben und verrottet ist. Kontrollen finden immer weniger statt, weil sich kein Außenstehender im Atom-Club die Hände schmutzig machen möchte. Besonders misslich ist da, dass "wegen der jüngsten deutschen Vergangenheit" auf den Kommandohöhen des westdeutschen Sicherheitsapparats grundsätzlich nur Leute das Sagen haben, die mit den Nuklearisten nicht nur in der Denkweise verwandt sind. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Eine Abwärtsspirale der Vetternwirtschaft, schlimmer als bei den Finanzbetrügern an der Wall Street.
Die kriminelle Nukleargemeinde hat die Mitwelt über all die Jahrzehnte auf höchst unethische Weise über die Gefahren der „Atomkernenergie“ belogen.
Das war nicht schwer, denn die Naturwissenschaft hat im letzten Jahrhundert die Geisteswissenschaft mit neuen Methoden und Denkansätzen erbarmungslos an die Wand gedrückt und ausgespielt. Grundlegende Begriffe über Raum und Zeit wurden umgestürzt (Relativitätstheorie), Kausalität (Quantentheorie), Stoff und Materie (Atomistik) in Frage gestellt. Kaum ein Stein der in tausend Jahren abendländischer Kultur gewachsenen Gedankengebäude der Geisteswissenschaft ist auf dem anderen geblieben.
Neben den klassischen Philosophen sind vor allem die Theologen schwer in die Defensive geraten. Nur wenige Stadttheater haben die angloamerikanischen Luftangriffe des zweiten Weltkriegs überlebt. Und so gibt es nur noch wenige deutsche Anstalten, die zumindest äußerlich dem "Guten, Wahren und Schönen" gewidmet sind.
Humanistische Grundeinstellungen und die Zehn Gebote sind an unseren Schulen kein Thema mehr. Stilbildend ist jetzt ein primitiv-permissiver Hedonismus Hollywoodscher Provenienz. Dafür müssen alle fleißig Englisch lernen. Anstelle abstrakter Vorstellungen von Glaube, Liebe, Hoffnung predigen amerikanische Gewaltfilmchen via Privat-TV ohn Unterlaß Konkretes: Ficken, Saufen, Shoppen. "Konkret" so hieß oder heißt eine dazu animierende Porno-Postille aus dem Hamburger Rotlicht-Milieu, für die Ulrike Meinhof schrieb. Ein von englischen Besatzungstruppen gelenktes Milieu, dem auch der Spiegel-Herausgeber Stefan Aust entsproß. Oliver Gehrs hat dem über Jahrzehnte das linksintellektuelle Milieu der BRD prägenden "Spiegel-Komplex" ein aufschlußreiches Buch gewidmet. Leo Kirch, Haim Saban und ihre Verwandten sind oder waren die Lehrmeister und Profiteure des im "Westen" dominierenden US-Konsum- und Amüsierfaschismus.
Die Naturwissenschaft hat die abendländische Kultur ganz schön angefressen , das ethische Regelwerk nahezu zerstört und so der abendländischen Gesellschaft einen zersetzenden Schlag versetzt. Denn, wie der bekannte Physiker Max Born dazu anmerkt („Die Zerstörung der Ethik durch die Naturwissenschaft“, „Vorgänge“ Heft 1/1983): „niemand hat bis jetzt ein Mittel erfunden, um die Gesellschaft ohne überlieferte ethische Prinzipien zusammenzuhalten“.
Max Born hofft in seinem Aufsatz auf einen Mann, „der geschickter und klüger ist als irgend jemand in unserer Generation, und imstande ist, die Welt aus ihrer Sackgasse herauszuführen“. Ein Vierteljahrhundert später ist diese Heilsgestalt noch immer nicht in Sicht. Auch Barack Obama in den USA dürfte es kaum schaffen, gegen das Establishment in New York und Washington, gegen die militaristische Nuklear-Mafia wie gegen den " zivilen" Atom-Club der AKW-Betreiber anzustinken. Beides sind zwei Seiten einer Münze, "een Kopp unn een Arsch", wie der Rheinländer sagt.
Womit nur die pessimistische Alternative bleibt, die uns Max Born in seinem Aufsatz öffnet:
„Sollte die Menschheit nicht durch einen Krieg mit Kernwaffen ausgelöscht werden, dann wird sie zu einer Herde von stumpfen, törichten Kreaturen degenerieren unter der Tyrannei von Diktatoren, die sie mit Hilfe von Maschinen und elektronischen Computern beherrschen.“
Keine schönen Aussichten. Über die quasi diktatorisch vom militär-industriellen Komplex gelenkte Scheindemokratie der USA, über Bush, Cheney, Bill und Robert Gates und die anderen ist eigentlich alles gesagt. Die USA sind auf dem von Max Born prognostizierten Weg in die Tyrannei schon weit vorangekommen. Wurde ihr Präsident Bush doch noch nicht einmal von der Mehrheit gewählt.
Zampano Berlusconi zeigt gerade in Rom, dass ein durch Computer und Medien gesteuertes, scheindemokratisches System nach US-Vorbild im 21. Jahrhundert mitten im aufgeklärten Europa installiert werden kann. Zampano Sarkozy ist mit seinem Hollywood-Schautheater in Paris nicht weit davon entfernt.
Zum Trost ein Schmankerl. In hiesigen Demokratien sind herrschaftliche Allüren nach US-Vorbild immer noch temporäre Zustände. Bush`s Pudel Tony Blair z. B. hat in London fertig. Wie ein abgewirtschafteter Zampano im Vereinigten Königreich nach getaner Arbeit aussieht, zeigt der Guardian hier . Ehrlicher ist nur noch sein Cartoon.
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* Pripyat.com Webseite meldet evtl. bei Aufruf: "[en error occured while processing this directive]". Trotz "Formatierungsfehler" bei den Anmerkungsnummern lässt sich der umfangreiche, plausible Report zum Unfallhergang noch lesen, Karten der regionalen Verstrahlungslage lassen sich aufrufen und mit Doppelclick vergrößern.
Als heute vor 22 Jahren Anatoli Stepanowitsch Djatlow, der stellvertretende Chefingenieur des Atomkraftwerkes Tschernobyl und Leiter des mehr als merkwürdigen, nukleartechnischen Selbstmord-Testversuchs, der erfolgreich zur Katastrophe von Tschernobyl* führte, den Operateur Toptunov um 01:22 Uhr so aufmunterte, wusste er nicht, dass seine historischen Worte ganz anders auf Toptunov und die anderen Mitarbeiter zutreffen würden.
Um 01:24 Uhr explodierte Block IV des Kraftwerks. Für Toptunov, der noch versucht hatte, den roten Havarieknopf zu drücken, war (hoffentlich sofort) alles vorbei. Djatlow, der viel mehr als die offiziell gemeldete Strahlendosis von 5,5 Sievert abbekommen haben soll, überlebte zunächst, starb erst 1995 an einem "Herzinfarkt".
Die austretende radioaktive Wolke verseuchte das umliegende Gebiet im Radius von 30 km mit Plutonium; mit wechselnden Winden breitete sie sich über ganz Europa bis über den Ärmelkanal, nach Spanien und Schweden aus und verstreute das gefährliche Reaktorinventar u.a. in Form von Jod 131- oder Caesium 137-Nukliden auf den fruchtbaren Feldern, Wäldern und Wiesen einer Jahrtausende alten Kulturlandschaft.
Die radioaktive Wolke von Tschernobyl ist inzwischen mehrfach um die Nordhalbkugel gewandert. Der Regen hat sie mehr und mehr ausgewaschen. „Insgesamt wurden etwa 218.000 Quadratkilometer mit mehr als 37.000 Becquerel (37 kBq) Cs-137 pro m² radioaktiv belastet. Mehr als 70 Prozent dieser Gebiete liegen in Russland, der Ukraine und Weißrussland. Das war mal die Kornkammer der Sowjetunion. In den nächsten Jahrhunderten kann man in diesen verseuchten Gebieten bestenfalls Pflanzen für die Erzeugung von Biosprit anbauen. Während hier die stärksten Konzentrationen an flüchtigen Nukliden und Brennstoffpartikeln entstanden, wurde mehr als die Hälfte der Gesamtmenge der flüchtigen Bestandteile und heißen Partikel außerhalb dieser Länder abgelagert.
Jugoslawien, Finnland, Schweden, Bulgarien, Norwegen, Rumänien, Deutschland, Österreich und Polen erhielten jeweils mehr als ein Petabecquerel (10 hoch 15 Bq oder eine Million Milliarden Becquerel) an Cäsium-137. Insgesamt wurden in Europa etwa 3.900.000 km² (40 % der Gesamtfläche) durch Cäsium-137 kontaminiert (mindestens 4 kBq pro m²).
In den am stärksten belasteten Gebieten Deutschlands, im Südosten von Bayern, lagen die Bodenkontaminationen bei bis zu 2 Ci /km² (74 kBq/m²) Cs-137. Diese Landkreise hätten auch in Weißrussland, Russland und der Ukraine den Status der kontaminierten Zone erhalten" ( Wikipedia).
Über die Frage, welche Folgen und wieviele Todesopfer die Katastrophe von Tschernobyl verursachte, wird bis heute heftig gestritten. Zuletzt hat die grüne Abgeordnete Rebecca Harms hierzu mit der TORCH-Studie (The Other Report, pdf) ein recht brauchbares Papier vorgelegt. Ich halte diese Annahmen allerdings für zu konservativ.
Gesichert ist z.B., dass die Zahl der Kinder mit Schilddrüsenkrebs in den Regionen Mogilew und Gomel nach der Katastrophe dramatisch zugenommen hat, was die amtierenden Offiziellen und Pro-Atom-Wissenschaftler in Ost wie West so lange wie möglich eisern verschwiegen haben. Trotz steigender Fallzahlen wurde der kausale Zusammenhang zwischen der radioaktiven Belastung Weissrusslands und der Krankheit vor allem am Anfang in Zweifel gezogen. Während externe radioaktive Strahlung als Ursache von Schilddrüsenkarzinomen als erwiesen gilt, "wusste man über die Wirkung von inkorporierten radioaktiven Isotopen insbesondere auf Kleinkinder zu wenig" und stritt daher einfach alles ab. Erst nachdem ein britischer Mediziner 1990/91 in der Zeitschrift "The Lancet" erdrückendes Beweismaterial veröffentlicht hatte, hörten die in Deutschland für den Strahlenschutz verantwortlichen Wissenschaftler mit ihrer Salamitaktik auf, immer nur das zuzugeben, was ihnen gerade bewiesen worden war.
Angesichts der zögerlichen Umsiedlung der Bevölkerung aus den betroffenen Gebieten und bei ca. 500000 bis 800000 Menschen, die zu den Aufräumarbeiten als Liquidatoren in Tschernobyl eingesetzt waren, dürften ca. 30000 bis 60000 Menschen allein an Krebs infolge von Tschernobyl sterben oder schon gestorben sein. Da die Liquidatoren in alle Himmelsrichtungen verstreut an ihre Wohnorte in der früheren Sowjetunion zurückgeschickt wurden und die Erfassung ihrer Personalien und der von ihnen aufgenommenen Personendosis in vielen Fällen gezielt schlampig oder gar nicht erfolgte, dürfte die Opferzahl eher höher liegen. Von der hohen Selbstmordrate, von den zahllosen Menschen, die wegen des geschädigten Immunsystems dahinsiechen und an Lungenentzündungen und ähnlichen Krankheiten versterben, gar nicht zu reden.
Niemand vom inzwischen unermesslich reichen Atom-Club hatte die Europäer zuvor gewarnt, dass so etwas überhaupt möglich sein könnte. Kernenergie.de singt heute noch das Lied von der angeblich sicheren und CO2-freien Kernkraft. Der SuperGAU galt als "praktisch" ausgeschlossen, wie unser höchstes Gericht festgestellt hatte. 1000 MW-Atommeiler wie Biblis A und B wurden in Deutschland unter den Augen und mit Billigung des amerikanischen Hegemon als potentielle Atomminen absichtsvoll gleich neben den Flughafen Frankfurt-Rhein/Main Air-base installiert.
Die mafiose Nukleargemeinde, der skrupellose, nur noch geld- und zahlengeile Club der „Atomphysiker“ und „Naturwissenschaftler“ regiert verdeckt und nahezu absolutistisch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, seit Hiroshima und Nagasaki. Die dunklen Fürsten des Atoms halten immer noch in Ost wie West gleichermaßen die Schlüsselstellungen in der Wirtschaft, der Politik und den Medien unter ihrer Kontrolle.
Die (west)deutsche Atom-Mafia beeinflusst systematisch seit Jahrzehnten auf undemokratische Weise Personalentscheidungen im Bereich der Wirtschafts-, Umwelt-, Innen- und Sicherheitspolitik. Die Korruption und das Schmieren von Politikern jedweder Couleur, falls nötig über drei Ecken wie im Fall des CDU MdB Adam aus dem Merkel-Territorium Mecklenburg-Vorpommern soll die Macht mit a l l e n Mitteln erhalten. Der Atom-Club macht KanzlerInnen, steuert indirekt und subversiv über seine MdB-Marionetten in den sogenannten "Volksparteien" CDU und SPD sogar die personelle Besetzung des höchsten deutschen Gerichts. Hier werden wohl nur noch mediokre Figuren zugelassen, die schon die Schere im Kopf haben.
Nachweisen kann man den technologisch an der Spitze des Fortschritts per Computer elektronisch kommunizierenden "Atom-Terroristen" fast nie etwas. Plausible Vorwürfe kritischer Journalisten, dass z.B. in der Siemensaffäre in Sachen Pierer von Soundso die Justiz oder der Innenbereich unzulässig beeinflusst wurde, wurden ungeniert und in vollendet gespielter Unschuld zurückgewiesen. Wie auch sollte der letzte "kritische" Polizist in Bayern mit seiner Isetta Verbrecher einfangen, die im dicken Daimler oder BMW davonbrausen?
Elektronische Dokumente aus dem Nuklearbereich sind oft so flüchtig wie die Namen ihrer Verfasser. E-mails lassen sich leicht löschen, High-Tec-Kriminelle hinterlasssen selten Spuren. Sie verlassen sich darauf, dass Radioaktivität zerfällt und dann nicht mehr nachweisbar ist. Dokumentationen technischer Systeme gibt es oft nur noch in elektronischer Form, die kann leicht manipuliert werden. Oder sie hantieren, wie in Tschernobyl in der Stunde der Not, mit Messgeräten, deren Meßbereich für die ungeheure Intensität der Strahlung gar nicht ausgelegt ist und belügen einfach ihre Umgebung indem sie falsche Werte von den Instrumenten ablesen.
Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf her. So ist es auch im nuklear "globalisierten" Bereich, der durch das viele Geld, das da im Umlauf ist, verdorben und verrottet ist. Kontrollen finden immer weniger statt, weil sich kein Außenstehender im Atom-Club die Hände schmutzig machen möchte. Besonders misslich ist da, dass "wegen der jüngsten deutschen Vergangenheit" auf den Kommandohöhen des westdeutschen Sicherheitsapparats grundsätzlich nur Leute das Sagen haben, die mit den Nuklearisten nicht nur in der Denkweise verwandt sind. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Eine Abwärtsspirale der Vetternwirtschaft, schlimmer als bei den Finanzbetrügern an der Wall Street.
Die kriminelle Nukleargemeinde hat die Mitwelt über all die Jahrzehnte auf höchst unethische Weise über die Gefahren der „Atomkernenergie“ belogen.
Das war nicht schwer, denn die Naturwissenschaft hat im letzten Jahrhundert die Geisteswissenschaft mit neuen Methoden und Denkansätzen erbarmungslos an die Wand gedrückt und ausgespielt. Grundlegende Begriffe über Raum und Zeit wurden umgestürzt (Relativitätstheorie), Kausalität (Quantentheorie), Stoff und Materie (Atomistik) in Frage gestellt. Kaum ein Stein der in tausend Jahren abendländischer Kultur gewachsenen Gedankengebäude der Geisteswissenschaft ist auf dem anderen geblieben.
Neben den klassischen Philosophen sind vor allem die Theologen schwer in die Defensive geraten. Nur wenige Stadttheater haben die angloamerikanischen Luftangriffe des zweiten Weltkriegs überlebt. Und so gibt es nur noch wenige deutsche Anstalten, die zumindest äußerlich dem "Guten, Wahren und Schönen" gewidmet sind.
Humanistische Grundeinstellungen und die Zehn Gebote sind an unseren Schulen kein Thema mehr. Stilbildend ist jetzt ein primitiv-permissiver Hedonismus Hollywoodscher Provenienz. Dafür müssen alle fleißig Englisch lernen. Anstelle abstrakter Vorstellungen von Glaube, Liebe, Hoffnung predigen amerikanische Gewaltfilmchen via Privat-TV ohn Unterlaß Konkretes: Ficken, Saufen, Shoppen. "Konkret" so hieß oder heißt eine dazu animierende Porno-Postille aus dem Hamburger Rotlicht-Milieu, für die Ulrike Meinhof schrieb. Ein von englischen Besatzungstruppen gelenktes Milieu, dem auch der Spiegel-Herausgeber Stefan Aust entsproß. Oliver Gehrs hat dem über Jahrzehnte das linksintellektuelle Milieu der BRD prägenden "Spiegel-Komplex" ein aufschlußreiches Buch gewidmet. Leo Kirch, Haim Saban und ihre Verwandten sind oder waren die Lehrmeister und Profiteure des im "Westen" dominierenden US-Konsum- und Amüsierfaschismus.
Die Naturwissenschaft hat die abendländische Kultur ganz schön angefressen , das ethische Regelwerk nahezu zerstört und so der abendländischen Gesellschaft einen zersetzenden Schlag versetzt. Denn, wie der bekannte Physiker Max Born dazu anmerkt („Die Zerstörung der Ethik durch die Naturwissenschaft“, „Vorgänge“ Heft 1/1983): „niemand hat bis jetzt ein Mittel erfunden, um die Gesellschaft ohne überlieferte ethische Prinzipien zusammenzuhalten“.
Max Born hofft in seinem Aufsatz auf einen Mann, „der geschickter und klüger ist als irgend jemand in unserer Generation, und imstande ist, die Welt aus ihrer Sackgasse herauszuführen“. Ein Vierteljahrhundert später ist diese Heilsgestalt noch immer nicht in Sicht. Auch Barack Obama in den USA dürfte es kaum schaffen, gegen das Establishment in New York und Washington, gegen die militaristische Nuklear-Mafia wie gegen den " zivilen" Atom-Club der AKW-Betreiber anzustinken. Beides sind zwei Seiten einer Münze, "een Kopp unn een Arsch", wie der Rheinländer sagt.
Womit nur die pessimistische Alternative bleibt, die uns Max Born in seinem Aufsatz öffnet:
„Sollte die Menschheit nicht durch einen Krieg mit Kernwaffen ausgelöscht werden, dann wird sie zu einer Herde von stumpfen, törichten Kreaturen degenerieren unter der Tyrannei von Diktatoren, die sie mit Hilfe von Maschinen und elektronischen Computern beherrschen.“
Keine schönen Aussichten. Über die quasi diktatorisch vom militär-industriellen Komplex gelenkte Scheindemokratie der USA, über Bush, Cheney, Bill und Robert Gates und die anderen ist eigentlich alles gesagt. Die USA sind auf dem von Max Born prognostizierten Weg in die Tyrannei schon weit vorangekommen. Wurde ihr Präsident Bush doch noch nicht einmal von der Mehrheit gewählt.
Zampano Berlusconi zeigt gerade in Rom, dass ein durch Computer und Medien gesteuertes, scheindemokratisches System nach US-Vorbild im 21. Jahrhundert mitten im aufgeklärten Europa installiert werden kann. Zampano Sarkozy ist mit seinem Hollywood-Schautheater in Paris nicht weit davon entfernt.
Zum Trost ein Schmankerl. In hiesigen Demokratien sind herrschaftliche Allüren nach US-Vorbild immer noch temporäre Zustände. Bush`s Pudel Tony Blair z. B. hat in London fertig. Wie ein abgewirtschafteter Zampano im Vereinigten Königreich nach getaner Arbeit aussieht, zeigt der Guardian hier . Ehrlicher ist nur noch sein Cartoon.
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* Pripyat.com Webseite meldet evtl. bei Aufruf: "[en error occured while processing this directive]". Trotz "Formatierungsfehler" bei den Anmerkungsnummern lässt sich der umfangreiche, plausible Report zum Unfallhergang noch lesen, Karten der regionalen Verstrahlungslage lassen sich aufrufen und mit Doppelclick vergrößern.
rhbl - 26. Apr, 11:49
