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Sonntag, 27. Juli 2008

Häßlicher alter Amerikaner beleidigt gutaussehende junge Deutsche

rhbl

Der schwarze Senator Obama habe in Berlin „kriecherische“ Deutsche getroffen, sagte Tucker Bounds, Sprecher des republikanischen Bewerbers John McCain, am Samstag dem US- Magazin "The Nation".

Dieses Statement von Mc Cains Pressesprecher beinhaltet gleich zwei Beleidigungen. Zum einen soll es Obama als unterwürfigen Mulatten treffen, dem die Republikaner in den USA bei jeder Gelegenheit die Unterwürfigkeit des freigelassenen Negersklaven aus „Onkel Toms Hütte“ unterstellen. Dumm nur, dass sich Jesse Jackson schon ähnlich (YouTube) geäußert hat. Aber das ist ein inneramerikanisches Problem. Da wollen wir uns nicht einmischen.

Zum anderen macht sich Mc Cain damit über uns Deutsche lustig, die wir nach dem Krieg die uns von den Besatzungsmächten aufoktroyierte Spaltung in Ost und Westdeutschland nebst einer zumindest im Bildungsbereich unsinnigen föderalistischen Struktur allzu widerstandslos geschluckt haben und unser Gesellschaftsmodell "gezwungenermaßen" in weiten Bereichen nach dem US-amerikanischen Vorbild geformt haben (s. auch Streit um die Stalinnote vom 10.03.1952).

Im Zuge der noch vor uns liegenden „eigentlichen“ Wiedervereinigung lässt sich sicherlich zugunsten der Wiederherstellung der sozialen Balance nach den Erfahrungen mit den Sowjetkommunisten einerseits und den neoliberalen US-Heuschrecken andererseits manches in Deutschland wieder nach links in Richtung eines demokratischen und sozialen Rechtsstaates korrigieren.

Aktuell können von Mc Cain`s Beleidigung natürlich nur Frau Merkel, die Herren Steinmeier und Wowereit und die 200.000 Besucher bei Obamas Berliner Rede gemeint sein, unter denen sich auffällig viele hübsche junge Damen befanden. Barack Obama ist eben im Unterschied zu dem zerknitterten und verbitterten, alten Militärknochen Mc Cain ein attraktiver junger Mann, das muss man neidlos anerkennen.

Im übrigen beflügeln derartig abfällige Bemerkungen eines „führenden“ US-Senators nur die ohnehin kritische Grundhaltung der Deutschen gegenüber dem Terror- und F o l t e r - Staat USA. Die USA zeigen sich uns in Europa jeden Tag durch ihre Hollywood-Produkte als eine extrem gewaltfixierte Räuberhöhle, in der neben der Militär- und Waffenlobby die in Deutschland sattsam bekannten Immo- und Finanzbetrüger den Ton angeben.

Recht und Gesetz, ja die von den USA überall auf der Welt lauthals eingeforderten Menschenrechte haben für die indianischen Ureinwohner und die versklavten Schwarzen in den USA noch nie wirklich gegolten.

Die Tage dieser kriminellen „Entität“ sind gezählt. Figuren wie Mc Cain oder Bush werden in Canossa auf Knien angekrochen kommen, wenn die Chinesen und Japaner erstmal - wie um die Jahrtausendwende die Saudis - die den USA geliehenen Dollar-Billionen vergeblich zurückgefordert und in ihrer Wut die amerikanische Opiumhöhle ausgeräuchert haben. Die Öl-Milliarden der Saudis sind zu einem nicht unerheblichen Teil seit Jahr und Tag in den USA investiert, ohne angemessene Rendite einzuspielen. Einem am Golf verbreiteten, hartnäckigen On-dit zufolge soll seinerzeit nach der Krise der New Economy im Jahr 2000 der saudische "Gerichtsvollzieher" Bin Laden mit seiner Al Queida-"Zwangsvollstreckungstruppe" auch erst Tacheles mit den US-Bankern geredet haben, soll vergeblich gefordert haben "we want our money back!", bevor er zuschlug.

Das erklärte jedenfalls die übertriebene Reaktion der in die Enge getriebenen Bush-Krieger und die militärisch unterstützte Suche nach alternativen Ölquellen im Irak. Inzwischen scheint eine Art Burgfrieden zwischen Washington und Riad zu bestehen, auf Kosten Teherans? Von Mc Cain können wir es nicht erfahren. Der kennt noch nicht mal den Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten.

scusi!

Die Welt ist eine Bühne, auf der ein jeder seine Possen agieret und hin und her tanzet, bis dass ihn unser aller Herr und Meister hinwegberufet. (G.Chr. Lichtenberg)

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