„Schäuble schlimmer als Mielke…, Plattenbau hatte auch Vorteile…“
rhbl
“Rote Fahnen, 1. Mai,
ich war auch dabei,
blecherne Schalmei,
Weltfriedenstraum vorbei
Wandlitz-Villa frei.“
Hätte Angela Merkel dieses flotte Liedchen der DDR-Bänkelsänger Duo Sonnenschirm anstelle der Heinrich Heine Einlage von Ulrich Tukur (Oberstleutnant Anton Grubitz im Leben der Anderen) gesungen, wäre das Hamburger Hafentheater zum Tag der deutschen Einheit vielleicht nicht ganz so herabwürdigend für die ehemaligen Bewohner des Paradieses der Werktätigen verlaufen.
Aber der schwule Kohle von Beust konnte es sich nicht verkneifen, den Ossis mit dem Auftritt eines Schauspielers aus dem Anti-Stasi-Streifen hintenrum eins auszuwischen. Und so dezidiert möchte Frau Merkel heute nicht mehr die Details ihrer beruflichen Laufbahn in der DDR ins Rampenlicht stellen. Sie hat ja keine Familie, keine Kinder, nur ihre Karriere und betonte das dummerweise auch noch.
„Die Bundeskanzlerin sagte vor Beginn des Festaktes, junge Menschen müssten stärker mit der einstigen deutschen Teilung vertraut gemacht werden. Viele hätten die Mauer (d.h. die Diktatur, d. Verf.) nicht mehr erlebt. Deshalb sei es wichtig, die Teilung des Landes im Geschichtsunterricht zu vermitteln. Auch persönlich habe sich für sie durch den Mauerfall viel verändert“ (Berliner Zeitung).
„Ich denke, es ist ein gutes Zeichen, dass ich aus den neuen Ländern heute Bundeskanzlerin für ganz Deutschland bin“.
Der drohende Zusammenbruch der kapitalistischen Weltführungsmacht USA, das Überschwappen der amerikanischen Finanz- und Demokratiekrise nach Europa, die fortwährende Demütigung der Ossis durch arrogante Westpolitiker und die immer noch doppelt so hohe Arbeitslosigkeit haben die Ostalgie in den fünf neuen Ländern weiter verstärkt. Der Zuspruch für die Partei Die Linke im Lande ist rasant gewachsen.
Die großkoalitionär-führenden Berliner Politiker hielten es deshalb für geboten, im medialen Rahmenprogramm des Hamburger Festakts den freiheitlichen Charakter der westlichen Demokratie propagandistisch besonders herauszustellen. Weil der Berliner FU-Professor Klaus Schröder gerade herausgefunden hat, dass Schüler besonders wenig über die "Diktatur des Proletariats" in der DDR wissen, wurde in den letzten Tagen in nahezu jedem politischen Rundfunkfeature und in jeder Heute-Sendung des ZDF, in fast jedem Zeitungsartikel auf den Zwangscharakter des kommunistischen Systems hingewiesen. So plump und primitiv, dass es allen schon aus den Ohren rauskommen musste.
Das Politbüro des ZK der SED hat es mit seinem Propagandaapparat (ADN) zu seiner Zeit kaum anders gemacht. So verspielt man/frau das in der Krise der Demokratie besonders wichtige Vertrauen. Die peinlichen gegenseitigen Herabwürdigungen auf dem westdeutsch-ostdeutschen Diwan sollten endlich aufhören. Das innerdeutsche Gezänk dient nur den finanzkräftigen Deutschenhassern im In- und Ausland, die den Deutschen nicht wohlgesonnen sind.
Was bei diesen festlichen Gelegenheiten von allen immer verschwiegen wird ist der mörderische Druck der von unseren "Verbündeten" USA und Sowjetunion für uns Deutsche im Kalten Krieg vorbereiteten atomaren Vernichtung. Die Verdampfung der deutschen Bevölkerung im Atomblitz war in den NATO-Plänen verharmlosend als Nukleares Theater (nuclear theatre) vorgesehenen. War der thermonukleare Massenmord an uns Deutschen in den fünfziger Jahren zunächst pauschal nach der Strategie der "massiven Vergeltung" geplant, folgte in den Sechziger`n dann die penibel ausgearbeitete "flexible response" Militär-Doktrin. Die US-Kriegspläne sahen statt Megatonnenbomben den nicht weniger verheerenden selektiven Atomwaffenersteinsatz im Kilotonnenbereich bei Kriegsausbruch in unserer Heimat vor. Schritt für Schritt, Atomschlag für Atomschlag wäre ganz Deutschland in einen atomaren Friehof verwandelt worden, gefüllt mit der strahlenden Asche von siebzig Millionen Deutschen.
Dieser tödliche Vernichtungsplan für einen nuklearen Holocaust an allen Deutschen entfaltete vierzig Jahre lang bis 1989 seine ganz eigenen Pressionen auf die verantwortlichen deutschen Akteure in den beiden Frontstaaten BRD (NATO) und DDR (WP). Sie leiteten den Terror der angedrohten A-Bomben als Terror ihrer Sicherheitsapparate auf die eigene Bevölkerung ab. Die Urheber des Terrors, die "Atomkriegs-Planer" leben noch. In den USA haben deren rechnerisch talentierte Kinder und Enkel gerade die Welt-Finanzkrise ausgelöst. In Moskau sind ihre Verwandten als nicht minder talentierte "business men" und räuberische Oligarchen bekannt.
Die eigentliche Gefahr sollten wir Deutsche bei all dem kleinlichen innerdeutschen Gezeter nicht übersehen. Noch immer lagern die USA ihre Atomwaffen auf deutschem Boden. Bereit, jederzeit gegen deutsche Frauen und Kinder eingesetzt zu werden, wie damals in Hiroshima und Nagasaki.
Je höher der Druck auf den Außengrenzen eines Staates lastet, um so polizeistaatlicher verhält er sich notgedrungen in seinem Inneren. Niemand erinnert sich in der Bundesrepublik gerne an die "Bleierne Zeit" des Baader-Meinhof Terrorismus. Aber im Rahmen der Fahndung sind auch hier Unschuldige erschossen worden. Was in Stuttgart-Stammheim passierte ist bis heute nicht geklärt. Wer im Westen ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
Als erstes bekam Prof. Schröder die Reaktion des Volkes auf seine Veröffentlichung zu spüren. Demnach ist in der früheren DDR doch nicht alles schlecht gewesen. Waschkörbeweise erhielt Schröder nach eigenem Bekenntnis im Deutschlandfunk (DLF) Zuschriften, der Überwachungs-IM Schäuble sei ja noch schlimmer als der Mielke.
West-Journalisten hörten von den Ossis auf einmal recht deutlich ein Lob bestimmter DDR-Errungenschaften wie dem flächendeckend-patenten und preisgünstigen Gesundheitssystem, den überragenden sportlichen Erfolgen (wenn auch teils mit Doping erkauft) oder dem patenten Schulsystem der Polytechnischen Oberschulen, wo nur 18 bis 24 Schüler in einer Klasse waren. Da erzählten Arbeiter von guter Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen, Mieter berichteten von niedrigen Mieten und wiesen darauf hin, dass das Plattenbau-System auch Vorteile gehabt habe: „Ich brauchte meine Auslegeware beim Umzug nicht neu zuschneiden, alles hat komplett wieder gepasst“. (In welchem Zustand heruntergekommene Altbauten wegen der niedrigen Kapitalrendite am Ende waren, soll nicht unerwähnt bleiben.)
Selbst Bundespräsident Köhler musste in seiner Rede zugeben, dass er bei seiner Wanderung an der Unstruth auf Selbstbewusstsein in der DDR gestoßen sei: „Es gab in der DDR Glück, nicht wegen sondern trotz der DDR-Diktatur“. Immerhin räumte mit ihm ein westdeutscher Spitzenpolitiker zum ersten Mal beim Tag der deutschen Einheit ein, dass der Westen (schwere) Fehler gemacht hat: „Praktisch war es unmöglich, im Vereinigungsprozess immer genau zu wissen, was die richtige Entscheidung ist. Deshalb wollen wir nicht länger so tun, als sei alles immer nur richtig gewesen“.
Schade, dass Lafo in Hamburg nicht dabei war. Der hätte geantwortet, dass er es auch nicht für möglich gehalten hätte, dass soviel falsch gemacht worden wäre.
Lafontaine, der die komplette Zerstörung der DDR-Wirtschaft auf einen Schlag durch den überstürzten Währungsumtausch (1:1) vorausgesehen hatte und für einen abgestufen Übergang plädiert hatte, wurde am 25. April 1990 von einer "Geisteskranken" fast erstochen und brauchte eine Weile, um wieder auf die Beine zu kommen.
Da hatten die westdeutschen Wirtschaftsbosse vom BDI/BDA das "Fenster der Gelegenheit" via Helmut Kohl schon genutzt und die ostdeutsche Konkurrenz flächendeckend über den falschen Wechselkurs plattgemacht. Ostdeutsche Maschinen, die meist nicht viel schlechter, oft sogar besser als die westdeutschen Maschinen waren, konnten von einem Tag auf den anderen weltweit nirgendwo mehr verkauft werden. Für die Folgen zahlen die kleinen Leute in ganz Deutschland seit 18 Jahren und werden wohl auch noch weitere 20 Jahre dafür einstehen müssen, bis die Verhältnisse in Ost und West angeglichen sind.
“Rote Fahnen, 1. Mai,
ich war auch dabei,
blecherne Schalmei,
Weltfriedenstraum vorbei
Wandlitz-Villa frei.“
Hätte Angela Merkel dieses flotte Liedchen der DDR-Bänkelsänger Duo Sonnenschirm anstelle der Heinrich Heine Einlage von Ulrich Tukur (Oberstleutnant Anton Grubitz im Leben der Anderen) gesungen, wäre das Hamburger Hafentheater zum Tag der deutschen Einheit vielleicht nicht ganz so herabwürdigend für die ehemaligen Bewohner des Paradieses der Werktätigen verlaufen.
Aber der schwule Kohle von Beust konnte es sich nicht verkneifen, den Ossis mit dem Auftritt eines Schauspielers aus dem Anti-Stasi-Streifen hintenrum eins auszuwischen. Und so dezidiert möchte Frau Merkel heute nicht mehr die Details ihrer beruflichen Laufbahn in der DDR ins Rampenlicht stellen. Sie hat ja keine Familie, keine Kinder, nur ihre Karriere und betonte das dummerweise auch noch.
„Die Bundeskanzlerin sagte vor Beginn des Festaktes, junge Menschen müssten stärker mit der einstigen deutschen Teilung vertraut gemacht werden. Viele hätten die Mauer (d.h. die Diktatur, d. Verf.) nicht mehr erlebt. Deshalb sei es wichtig, die Teilung des Landes im Geschichtsunterricht zu vermitteln. Auch persönlich habe sich für sie durch den Mauerfall viel verändert“ (Berliner Zeitung).
„Ich denke, es ist ein gutes Zeichen, dass ich aus den neuen Ländern heute Bundeskanzlerin für ganz Deutschland bin“.
Der drohende Zusammenbruch der kapitalistischen Weltführungsmacht USA, das Überschwappen der amerikanischen Finanz- und Demokratiekrise nach Europa, die fortwährende Demütigung der Ossis durch arrogante Westpolitiker und die immer noch doppelt so hohe Arbeitslosigkeit haben die Ostalgie in den fünf neuen Ländern weiter verstärkt. Der Zuspruch für die Partei Die Linke im Lande ist rasant gewachsen.
Die großkoalitionär-führenden Berliner Politiker hielten es deshalb für geboten, im medialen Rahmenprogramm des Hamburger Festakts den freiheitlichen Charakter der westlichen Demokratie propagandistisch besonders herauszustellen. Weil der Berliner FU-Professor Klaus Schröder gerade herausgefunden hat, dass Schüler besonders wenig über die "Diktatur des Proletariats" in der DDR wissen, wurde in den letzten Tagen in nahezu jedem politischen Rundfunkfeature und in jeder Heute-Sendung des ZDF, in fast jedem Zeitungsartikel auf den Zwangscharakter des kommunistischen Systems hingewiesen. So plump und primitiv, dass es allen schon aus den Ohren rauskommen musste.
Das Politbüro des ZK der SED hat es mit seinem Propagandaapparat (ADN) zu seiner Zeit kaum anders gemacht. So verspielt man/frau das in der Krise der Demokratie besonders wichtige Vertrauen. Die peinlichen gegenseitigen Herabwürdigungen auf dem westdeutsch-ostdeutschen Diwan sollten endlich aufhören. Das innerdeutsche Gezänk dient nur den finanzkräftigen Deutschenhassern im In- und Ausland, die den Deutschen nicht wohlgesonnen sind.
Was bei diesen festlichen Gelegenheiten von allen immer verschwiegen wird ist der mörderische Druck der von unseren "Verbündeten" USA und Sowjetunion für uns Deutsche im Kalten Krieg vorbereiteten atomaren Vernichtung. Die Verdampfung der deutschen Bevölkerung im Atomblitz war in den NATO-Plänen verharmlosend als Nukleares Theater (nuclear theatre) vorgesehenen. War der thermonukleare Massenmord an uns Deutschen in den fünfziger Jahren zunächst pauschal nach der Strategie der "massiven Vergeltung" geplant, folgte in den Sechziger`n dann die penibel ausgearbeitete "flexible response" Militär-Doktrin. Die US-Kriegspläne sahen statt Megatonnenbomben den nicht weniger verheerenden selektiven Atomwaffenersteinsatz im Kilotonnenbereich bei Kriegsausbruch in unserer Heimat vor. Schritt für Schritt, Atomschlag für Atomschlag wäre ganz Deutschland in einen atomaren Friehof verwandelt worden, gefüllt mit der strahlenden Asche von siebzig Millionen Deutschen.
Dieser tödliche Vernichtungsplan für einen nuklearen Holocaust an allen Deutschen entfaltete vierzig Jahre lang bis 1989 seine ganz eigenen Pressionen auf die verantwortlichen deutschen Akteure in den beiden Frontstaaten BRD (NATO) und DDR (WP). Sie leiteten den Terror der angedrohten A-Bomben als Terror ihrer Sicherheitsapparate auf die eigene Bevölkerung ab. Die Urheber des Terrors, die "Atomkriegs-Planer" leben noch. In den USA haben deren rechnerisch talentierte Kinder und Enkel gerade die Welt-Finanzkrise ausgelöst. In Moskau sind ihre Verwandten als nicht minder talentierte "business men" und räuberische Oligarchen bekannt.
Die eigentliche Gefahr sollten wir Deutsche bei all dem kleinlichen innerdeutschen Gezeter nicht übersehen. Noch immer lagern die USA ihre Atomwaffen auf deutschem Boden. Bereit, jederzeit gegen deutsche Frauen und Kinder eingesetzt zu werden, wie damals in Hiroshima und Nagasaki.
Je höher der Druck auf den Außengrenzen eines Staates lastet, um so polizeistaatlicher verhält er sich notgedrungen in seinem Inneren. Niemand erinnert sich in der Bundesrepublik gerne an die "Bleierne Zeit" des Baader-Meinhof Terrorismus. Aber im Rahmen der Fahndung sind auch hier Unschuldige erschossen worden. Was in Stuttgart-Stammheim passierte ist bis heute nicht geklärt. Wer im Westen ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
Als erstes bekam Prof. Schröder die Reaktion des Volkes auf seine Veröffentlichung zu spüren. Demnach ist in der früheren DDR doch nicht alles schlecht gewesen. Waschkörbeweise erhielt Schröder nach eigenem Bekenntnis im Deutschlandfunk (DLF) Zuschriften, der Überwachungs-IM Schäuble sei ja noch schlimmer als der Mielke.
West-Journalisten hörten von den Ossis auf einmal recht deutlich ein Lob bestimmter DDR-Errungenschaften wie dem flächendeckend-patenten und preisgünstigen Gesundheitssystem, den überragenden sportlichen Erfolgen (wenn auch teils mit Doping erkauft) oder dem patenten Schulsystem der Polytechnischen Oberschulen, wo nur 18 bis 24 Schüler in einer Klasse waren. Da erzählten Arbeiter von guter Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen, Mieter berichteten von niedrigen Mieten und wiesen darauf hin, dass das Plattenbau-System auch Vorteile gehabt habe: „Ich brauchte meine Auslegeware beim Umzug nicht neu zuschneiden, alles hat komplett wieder gepasst“. (In welchem Zustand heruntergekommene Altbauten wegen der niedrigen Kapitalrendite am Ende waren, soll nicht unerwähnt bleiben.)
Selbst Bundespräsident Köhler musste in seiner Rede zugeben, dass er bei seiner Wanderung an der Unstruth auf Selbstbewusstsein in der DDR gestoßen sei: „Es gab in der DDR Glück, nicht wegen sondern trotz der DDR-Diktatur“. Immerhin räumte mit ihm ein westdeutscher Spitzenpolitiker zum ersten Mal beim Tag der deutschen Einheit ein, dass der Westen (schwere) Fehler gemacht hat: „Praktisch war es unmöglich, im Vereinigungsprozess immer genau zu wissen, was die richtige Entscheidung ist. Deshalb wollen wir nicht länger so tun, als sei alles immer nur richtig gewesen“.
Schade, dass Lafo in Hamburg nicht dabei war. Der hätte geantwortet, dass er es auch nicht für möglich gehalten hätte, dass soviel falsch gemacht worden wäre.
Lafontaine, der die komplette Zerstörung der DDR-Wirtschaft auf einen Schlag durch den überstürzten Währungsumtausch (1:1) vorausgesehen hatte und für einen abgestufen Übergang plädiert hatte, wurde am 25. April 1990 von einer "Geisteskranken" fast erstochen und brauchte eine Weile, um wieder auf die Beine zu kommen.
Da hatten die westdeutschen Wirtschaftsbosse vom BDI/BDA das "Fenster der Gelegenheit" via Helmut Kohl schon genutzt und die ostdeutsche Konkurrenz flächendeckend über den falschen Wechselkurs plattgemacht. Ostdeutsche Maschinen, die meist nicht viel schlechter, oft sogar besser als die westdeutschen Maschinen waren, konnten von einem Tag auf den anderen weltweit nirgendwo mehr verkauft werden. Für die Folgen zahlen die kleinen Leute in ganz Deutschland seit 18 Jahren und werden wohl auch noch weitere 20 Jahre dafür einstehen müssen, bis die Verhältnisse in Ost und West angeglichen sind.
rhbl - 3. Okt, 23:08

Falsch verstanden