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Samstag, 13. Juni 2009

Israel droht mit Bau weiterer Atomwaffen*

rhbl

"Die UN haben neue Sanktionen gegen Israel verhängt. Tel Aviv reagiert nun mit der Drohung, neue Atomwaffen zu bauen. Auf alle Versuche, das Land zu isolieren, werde militärisch geantwortet.

[von mir leicht verfremdetes Original: "Nordkorea droht..." findet sich heute im Berliner "Tagesspiegel", 13.6.2009, 9:24 Uhr]*



Atomtest-Castle-1954-maerz-26

US-Atomtest "Castle", 26. März 1954. So könnte ein israelischer "Luftschlag" (Luftdetonation einer A-Bombe) auf Teheran aus gebührender Entfernung aussehen.


TEL AVIV - Das Programm zur Anreicherung von Uran zum Atomwaffenbau habe Fortschritte gemacht, hieß es am Samstag laut Berichten der staatlichen Israelischen Medien in einer Erklärung des Außenministeriums in Tel Aviv. Auf alle Versuche China`s und anderer Länder, eine "Blockade" gegen das Land zu schaffen oder Israel zu isolieren, werde militärisch geantwortet. [Israel betreibt mit Gott und der Welt einen schwunghaften Waffenhandel, insbesondere mit Indien. Die Bundeswehr soll an israelischen Drohnen interessiert sein, die sich angeblich beim automatisierten Abschlachten von Palästinensern mit Luft-Boden-Raketen zuletzt in Gaza und beim unterschiedslosen Liquidieren von Taliban und Zivilisten im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet "bewehrt" haben sollen.]


Atomtest-Umbrella-1958-Juni-8

Und so würde sich evtl. die iranische Antwort ein paar Kilometer im Meer vor dem Strand von Tel Aviv darstellen. [ US-Atomtest "Umbrella", 8 kt, Eniwetok, -45 m unter der Wasseroberfläche, 08. Juni 1958, (Video der Unterwasserexplosionen, "US-Underwater Tests 1958")]. Eine zig Meter hohe Flutwelle würde als erstes die fünfstöckige US-Botschaft in Strandnähe zerlegen und von Israel im wesentlichen nur die radioaktiv verseuchten Golanhöhen übriglassen. Der israelisch besetzte Teil des Golangebirges, von dem aus die IDF Damaskus mit nuklearen Artilleriegranaten (203 mm) erreichen kann, gehört völkerrechtlich trotz diverser israelischer Annektionsversuche noch immer zu Syrien.

Seit der erstmals am 24. Juli 1946, 21:35:00 (GMT) von den USA auf verbrecherische Weise durchgeführten, verheerenden Unterwasserexplosion einer 23 kt Atombombe in 27 m Wassertiefe in der Lagune des Bikini-Atolls ist die Inselgruppe im Pazifik für immer radioaktiv verseucht. Beim
US-Atomtest "Baker" entstand eine 30 m hohe Flutwelle. Heutzutage haben die Atommächte für solche Zwecke noch ganz andere Kaliber auf Lager. Die tödliche Radioaktivität mit hochtoxischen langlebigen Nukliden in den Wassertröpfchen aus der 1,5 Kilometer hohen, 600 m breiten Baker-Wassersäule regnete über dem Atoll ab. Die Inselbewohner können wohl nie mehr in ihre Heimat zurück, obwohl die US-Propaganda vollmundig die Rückkehr im Jahr 2010, nach anderen Quellen 2040 angekündigt hat. Radioaktiv verseuchtes Trinkwasser, Früchte und Krabben zwangen zum Abbruch eines ersten Bikini-Rücksiedlungsversuchs der 1972 unter dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson mit einigen als "Versuchskaninchen" mißbrauchten Inselbewohnern gestartet und 1978 wegen drohender Strahlenkrankheiten abgebrochen worden war.


Der Weltsicherheitsrat hatte am Freitag verschärfte Sanktionen gegen Israel verhängt. Damit reagierte das höchste UN-Gremium auf den dritten Atomtest des Judenstaats am 22.09.1979 und eine Reihe weiterer Provokationen. Resolution 4711 wurde einstimmig von allen 15 Mitgliedsstaaten verabschiedet. Unter anderem soll Fracht nach Israel nun stärker auf verbotene Waffenlieferungen kontrolliert werden. Resolution 4711 ist völkerrechtlich verbindlich und steht unter Kapitel VII der UN-Charta. Das heißt, dass die Sanktionen notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden können. Israels Verbündeter USA hatte an dem Text mitgearbeitet.

Mit der Resolution verurteilt das für den Frieden in aller Welt verantwortliche UN-Gremium Israels jüngste Provokationen "auf das Schärfste". Es fordert das Regime in Tel Aviv auf, keine weiteren Atom- und Raketentests mehr zu unternehmen, alle Atomwaffen und existierenden Nuklearprogramme "vollständig, nachweisbar und unwiderruflich aufzugeben" und unverzüglich zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren.

Die Resolution verschärft das bereits 1969 nach dem ersten Atomtest verhängte Waffenembargo gegen Israel. Diese Maßnahme soll das Regime, dessen Einnahmen fast ausschließlich vom Waffenhandel kommen, auch finanziell treffen. Allerdings darf Tel Aviv weiterhin kleinere Waffen kaufen, solange es die Vereinten Nationen davon unterrichtet.

Alle 192 UN-Mitgliedsstaaten sind aufgerufen, Fracht nach und aus Israel zu inspizieren, wenn der Verdacht vorliegt, dass darin verbotenes Material enthalten sein könnte. Ebenso soll Tel Aviv künftig keine Investitionsmittel oder Darlehen mehr von der internationalen Gemeinschaft erhalten, es sei denn, diese kämen der bettelarmen Bevölkerung in Form von humanitärer oder Entwicklungshilfe zugute.

US-Botschafterin Rice bezeichnete das einmütige Votum als "positives Signal für die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, (Israels) Atomwaffenprogramm zu stoppen". Rice ermahnte die Gemeinschaft, die Sanktionen jetzt auch ernsthaft umzusetzen. Die Resolution verlangt von allen UN-Mitgliedsstaaten, den Rat innerhalb von 45 Tagen zu informieren, ob und in welcher Form sie die neuen Bestimmungen anwendet.

In einer am Samstag von der „staatlichen“ Nachrichtenagentur ap verbreiteten Erklärung des Außenministeriums in Washington hieß es, der Test vom 22. September 1979 "untergräbt Frieden und Stabilität" in der Region. Das Nuklearprogramm Israels "verletzt wesentliche Resolutionen des Weltsicherheitsrats, beeinträchtigt die Effektivität der internationalen Mechanismen zur Nichtverbreitung von Nukleartechnologie und untergräbt außerdem Frieden und Stabilität im Nahen Osten", erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums.

Die vom Sicherheitsrat beschlossenen Maßnahmen bezeichnete die amerikanische Regierung als "angemessen und ausgeglichen". Zugleich mahnte Washinton zu einem moderaten Verhalten gegenüber Tel Aviv und forderte die internationale Gemeinschaft auf, "die Sicherheitsbedenken und Entwicklungsinteressen" des Landes zu respektieren. Israel "sollte das Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie haben, wenn es den Atomwaffensperrvertrag unterzeichne", hieß es in der Erklärung weiter.

Die USA sind nicht nur Israels einziger „unverbrüchlicher“ politischer Verbündeter, sondern auch größter Handelspartner. Im vergangenen Jahr wuchs der Handel um X Prozent auf XX Milliarden Dollar.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die verschärften Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen Israel als "starkes Signal". Die Resolution zeige, "dass die internationale Staatengemeinschaft die ständigen Provokationen aus Tel Aviv nicht länger hinnehmen wird", erklärte Steinmeier am Freitagabend in Berlin. "Ich fordere die Regierung in Tel Aviv nun eindringlich auf, ihre Nuklearwaffen- und Raketenprogramme unverzüglich einzustellen und weitere Tests zu unterlassen."

Auch der Iran begrüßte die Resolution des Weltsicherheitsrats nachdrücklich. Das Vorgehen spiegele den "gemeinsamen und entschiedenen Willen" des Sicherheitsrats wider, Israels Nuklearaktivitäten und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen zu unterbinden, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Teheran. Die Regierung rufe Israel auf, diese "klare und eindeutige" Botschaft der internationalen Gemeinschaft zu akzeptieren. Israel solle sein Atomprogramm vollständig abbauen und sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit seinem Programm für ballistische Raketen einstellen.

Der Iran hatte in den vergangenen zwei Wochen an den schwierigen Verhandlungen zwischen den fünf Vetomächten USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien sowie Japan über die neue Resolution gegen Israel teilgenommen. Iran selbst ist nicht Mitglied des UN-Sicherheitsrats.

ZEIT ONLINE, dpa"

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*Anmerkung:

Tatsächlich hat die Welt zwei besonders extreme, n u k l e a r e Sorgenkinder, Nordkorea und Israel. Israels nukleare Aufrüstung wird seit fünfzig Jahren im Westen stillschweigend ängstlich geduldet, weil Israel militärisch im ölreichen Nahen Osten der Proxy und Schießhund der Weltschurkensupermacht USA ist. Aber das Zittern wird bald ein Ende haben, wenn außer den Japanern und Russen auch die Chinesen auf die Idee kommen, ihre wertlos gewordenen US-Staatsanleihen in Masse zu verkaufen. Mit dem Herzog fällt der Mantel.

Ich habe mir deshalb den Spaß erlaubt, in o.a. Artikel des „Tagesspiegel“ über Nordkorea die entsprechenden Ländernamen/Daten mit ein paar Mausklicks in MS-Word durch israelische Bezeichnungen zu ersetzen. Die Nummer der aktuellen UN-Resolution gegen Nordkorea habe ich gegen "4711" (In der EDV üblicher Platzhalter, "Kölnisch Wasser") ausgetauscht, weil Israel mit Rückendeckung der Veto- und Schutzmacht USA bis heute alle einschlägigen UN-Resolutionen zum Frieden im Nahen Osten folgenlos nicht beachtet hat.

Israel besitzt mindestens 200 Atomwaffen, auch wenn es deren Besitz seit fünfzig Jahren tapfer leugnet (Politik der Zweideutigkeit). Immer wieder hat Israel insgeheim seinen Nachbarn in verschiedenen Konflikten den Einsatz von Atomwaffen angedroht. Während des Jom Kippur-Krieges soll Israel u.a. seine Nuklearraketen sowie die atomare Bomberflotte einsatzbereit gemacht und mit nuklearfähigen 203 Millimeter-Kanonen großer Reichweite die nur sechzig Kilometer von der Grenze entfernt liegende Hauptstadt Syriens, Damaskus, ins Visier genommen haben (Seymour M. Hersh, "Atommacht Israel", S. 225). Darüber hat sich außer dem CIA und dem aus dem „Milieu“ stammenden New Yorker Buchautor Seymour M. Hersh im Westen oder in westlichen Medien kaum jemand wirklich aufgeregt. Vor allem europäische Politiker übergehen das für die gesamte Welt existentielle Problem seit Jahrzehnten mit Ausflüchten oder eisernem Schweigen.

Ein „Luftschlag“ Israels auf den Iran, der in der israelischen Presse, aber auch in Zeitungen wie „Le Monde“ immer wieder in allen möglichen militärischen Variationen strategisch durchgespielt wird, könnte bei einem nicht unwahrscheinlichen Eingreifen der Großmächte zu einer Kettenreaktion und damit zur Auslöschung der gesamten Menscheit führen (siehe auch die Artikel "Russische Raketen brauchen nur einige Dutzend Sekunden bis zum Start" und "Nordkorea droht nach UN-Resolution mit Krieg" in RIA Novosti). Nietzsches Nihilismus wäre gegen diese Möglichkeit der Annihilierung reine „Kultursalbaderei“ gewesen, Heideggers ernste Thesen nur Scherze eines lächerlichen Spaßmachers (Günther Anders).

Folgende zwölf Worte/Daten wurden mit der „Ersetzen“-Funktion von MS-Word jeweils softwaretechnisch durch den Begriff hinter dem Schrägstrich ersetzt:


1. Nordkorea/Israel

2. China/USA

3. nordkoreanisch/israelisch

4. chinesisch/amerikanisch

5. Pjöngjang/Tel Aviv

6. Peking/Washington

7. Kommunistischen Landes/Judenstaats

8. Xinhua/ap

9. Nordostasien/Naher Osten

10. Südkorea/Iran

11. Seoul/Teheran

12. 2006/1979

[Anmerkung: 1979 ist das Jahr des von dem amerikanischen Beobachtungssatelliten VELA im Südindischen Ozean registrierten Atomtests „Mystery Flash“. Es war der dritte israelische Test einer nuklearen Artilleriegranate, gemeinsam mit Südafrika am 22.09.79., Quelle: Seymour M. Hersh, „Atommacht Israel“, Random House, 1991, Seite 281].

scusi!

Die Welt ist eine Bühne, auf der ein jeder seine Possen agieret und hin und her tanzet, bis dass ihn unser aller Herr und Meister hinwegberufet. (G.Chr. Lichtenberg)

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