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Montag, 22. Juni 2009

Twitter ist nicht kugelsicher

rhbl

Wer glaubt im Westen noch an den gütigen Gott der Christenheit, an Allah oder Jahwe? Der neue Gott der Jugend heißt Twitter. Doch Twitter ist nicht kugelsicher, wie die Erschießung der Iranerin Neda Agha-Soltan in Teheran gezeigt hat.

Fälschungssicher ist Twitter (Cohen, NYT, engl.) auch nicht. Im Gegenteil. Die Toten in Iran gehen gewiß zu einem guten Teil auf die unkontrollierte Panikmache und Manipulation durch die "Neuen Medien", durch gezielte Falschmeldungen via Twitter und gefälschte Dokumente und gezinkte Fotos via "flickr" oder "Facebook" zurück, die zum Mißbrauch geradezu einladen. Twitterfall zeigt z.B. im Telex-Stil alle von "draußen" eingehenden Meldungen. Aber w o ist draußen, w e r meldet und stimmt der I n h a l t ??

Die feministische Exil-Iranerin Christiane Amanpour, ein besonders häßliche Hardlinerin unter den InteressenvertreterInnen der US/UK-Ölbarone, hat die iranischen Twitter-Teilnehmer via CNN sogar unverhohlen aufgefordert, die Absenderangaben, insbesondere den Absendeort im Sendeprotokoll von Twitter zu fälschen, damit die ex-Siemens-Überwachungssoftware, mit der der Iranische Geheimdienst die Kommunikation in Teheran kontrolliert, die Urheber nicht orten kann. Wer mit solch fragwürdigen Informationen arbeitet muss zwangsläufig gegen das Grundgesetz des Journalismus verstoßen: "Check, Recheck, Doublecheck", nimmt aktiv an mieser Propaganda und Psychologischer Kriegsführung teil oder ist dessen verdächtig.

Über Twitter/Youtube wurde das Video über Neda`s Erschießung verbreitet. Es gibt auf CNN Filmsequenzen von Neda als "Demo-SpaziergängerIn" an der Seite eines älteren Mannes, wenige Sekunden/Minuten zuvor. Hatte sie ein CNN/CIA-Mitarbeiter schon vor dem Mord im Visier? War die Erschießung ein Plot westlicher Geheimdienste, um eine "Märtyrerin" der "Neda-Revolution" zu schaffen? So schreibt das bei Youtube eingestellte Video ganz selbstverständlich den Mord den Basidschi, d.h. den iranischen Milizen zu. Aber wer kann das beweisen? Niemand.*

Vieles erinnert an die Erschießung Benno Ohnesorgs in Berlin, am 02. Juni 1967. Es wird nie geklärt werden, warum der Doppelagent Kurras den unbeteiligten Studenten erschoß. Und es wird vermutlich nie geklärt werden, wer die junge Iranerin erschoss. Bei den Unruhen in Teheran geht es, folgt man den westlichen Medien, mal wieder drunter und drüber, aber die "Weichensteller" in der Washingtoner U-Bahn sind im Gegenzug auch nicht untätig geblieben. Waren es die Jedi-Ritter (Al Queida) ?

"Do ut des", gib, damit dir gegeben wird, sagten die alten Römer. Unruhen und Katastrophen steigern immer die Medienquote. Stecken nicht nur die Ölbarone sondern auch MedienzarInnen und deren AntreiberInnen hinter den gewalttätigen Demos? Besitzt Osama Bin Laden vielleicht Anteile an CNN ?

Damit die Übersicht nicht ganz verloren geht, habe ich auf der Basis eines in Le Monde Diplomatique abgebildeten Kunstwerks ein Bilderrätsel verfasst, das jeder für sich entschlüsseln kann. Zu gewinnen ist in dieser Situation nichts, auch wenn viele sich, wie bei "demokratischen" Wahlen üblich, Hoffnung machen:


axt2

Neue Rollenverteilung im Weltbürgerkieg um`s Öl: Männer "zwitschern", Frauen schlachten ab und werden abgeschlachtet. AmerikanischesTomahawk-Recht in Teheran nach Art der ersten US-SiedlerInnen: die CNN-Axt in der Hand von Frau Amanpour ersetzt die Öl-Schürfrechte im Iran.


Christiane Amanpour, Chefkorrespondentin von CNN, in London aufgewachsene Tochter eines wohlhabenden Schah-Getreuen, verheiratet mit einem Herrn Rubin (Nomen est omen), führt den Amazonen-Feldzug gegen Ahmadinedschad an.

"Amazonen", das sind scheinbar tapfere, ja mutige Mädchen wie Ulrike Putz vom SPIEGEL oder Katrin Eigendorf vom ZDF-Auslandsjournal, die virtuell an den Brennpunkten des Weltbürgerkiegs ums Öl, im Irak, im Iran, in Afghanistan, im Kaukasus, im Swat-Tal Pakistans "eingebettet" im ersten Nato-Panzer mitfahren. Mit Mikrofon und Kamera, mit kugelsicherer Weste sind sie stets dabei, wenn es gegen die bösen Islamisten geht. Tatsächlich berichten die Damen meist aus klimatisierten Studios mit Hindukusch-Fototapete. Eher die Ausnahme ist der "Live-Report" vom Dach ihres Luxushotels oder aus einem sicher abgedeckten Quartier im Freien außerhalb der Kalaschnikow-Schußweite. Prickelnd ist das schon lange nicht mehr.

Diese selbsternannten FrauenbefreierInnen vom Typ Amanpour heizen auf abenteuerliche und unverantwortliche Weise bei den Analphabeten und beim Prekariat die Bürgerkriegs-Stimmung an, um ihren Sold beim jeweiligen West-Sender hochzutreiben. Sie verleiten mit ihrem Brandgerede unbedarfte Geschlechtsgenossinnen wie die Iranerin Neda dazu, aus bloßer Neugier zur falschen Zeit an lebensgefährlichen Demos an Orten teilzunehmen, wo sich kein vernünftiger Mensch aufhalten würde, wo die verkommensten Marodeure und mörderischsten Söldner der Öl-Barone ("There will be blood"), Medienzaren (Rupert Murdoch) und Frauenbefreierinnen (Hillary Clinton) ihr Flinten spannen und rumballern.

Möge das Blut Nedas über diese HetzerInnen bei CNN, BBC und anderswo und über all die anderen an den Unruhen verantwortlichen Kriegstreiber kommen.

_______________________________________________________________

* Nachtrag 24.06.09, 13:43 Uhr

Das Handelsblatt berichtete dazu heute um 10:59 Uhr: "Die Polizei gehe davon aus, dass die Waffe aus dem Ausland eingeschmuggelt worden sei. Die Polizei selbst hatte mehrfach bestritten, dass sie scharfe Waffen bei den Kundgebungen eingesetzt habe." Der Täter soll "wild um sich geschossen" und Neda in den Hinterkopf getroffen haben. Die Ermittlungen der iranischen Polizei dauern an.
Helga Müller (Gast) - 23. Jun, 11:11

Feminismus und Genderpolitik

Danke für diese Darstellung.Seit ich das Buch der norwegischen Politikerin Janne Matlary VERUNTREUTE MENSCHENRECHTE gelesen habe, ist mir die
Einmischungpolitik des Westens mittels NGOs u.dergleichen verständlich geworden.
Es geht immer darum jene Gesellschaften zu unterwanderen um eigenen Interessen hinen treiben zu können. Über Feministinnen und Hilfsorganisationen funktioniert das
relativ leicht.
In Deutschland und Europa wird offensichtlich parallel dazu die ganze Gendermainstream-Indoktrination dazu benutzt, um die Gesellschaft um zu gestalten .

rhbl (Gast) - 23. Jun, 11:27

Russland erkennt Präsidentschaftswahlen in Iran an

Im Iran ist der Versuch der Beeinflussung von außen jedenfalls fehlgeschlagen. Selbst wenn man die streitigen 3 Millionen Stimmen bei Ahmadinedschad (ca. 23 Millionen Stimmen) abzieht und bei Mussavi (ca. 13 Millionen Stimmen) hinzurechnet, würde das am Ausgang der wahl nichts ändern. Ahmadinedschad hätte dann mit einem Vorsprung von 4 Millionen Stimmen immer noch gewonnen. Diese Sicht hat der Wächterrat, der nach der iranischen verfassung bei Wahlüberprüfungen das letzte Wort hat.

Die NZZ meldet heute folgende Neuigkeit, gestützt auf eine Meldung von ap:

"Moskau anerkennt Ahmadinejads Wahl

Russland anerkennt das von der Regierung in Teheran verkündete offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl im Iran. Streitigkeiten seien eine «rein inneriranische Sache» und sollten im Rahmen der Verfassung und der Gesetze beigelegt werden, erklärte das Aussenministerium in Moskau in einer am späten Montagabend veröffentlichten Erklärung auf seiner Website (ap)".

Ein Gegencheck bei Ria Novosty erhärtet diese Information:

"MOSKAU, 22. Juni (RIA Novosti). Russland achtet die Wahl des iranischen Volkes und betrachtet die Situation in diesem Land als seine innere Angelegenheit.

Das geht aus einer am Montag in Moskau veröffentlichten Mitteilung des russischen Außenministeriums hervor. Russland sei bereit, die Kooperation und gutnachbarliche Beziehungen zum Iran auch nach der jüngsten Abstimmung weiter zu entwickeln, bei der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad wiedergewählt worden sei.

"Wir gehen davon aus, dass die Meinungsverschiedenheiten nach der Präsidentenwahl im Iran in strikter Übereinstimmung mit seiner Verfassung und den iranischen Gesetzen geregelt werden müssen", heißt es in der Mitteilung."

Da Russland immer noch die Hauptschutzmacht des Iran ist, dürfte der Keks "Präsidentenwahl" damit gegessen sein. Wieder einmal ist das Blut der kleinen Leute in Teheran sinnlos im Spiel der US-/UK-Öl-Interessen geopfert worden.

rhbl

Stefan (Gast) - 23. Jun, 13:18

Neda

Ich glaube Neda war nicht 16 Jahre alt, sondern mitte 20. So habe ich es heute gehört.
Mich erinnert das ganze an die "Revolution gegen Chavez", die ja auch grandios gescheitert ist. Dann kam heraus, dass die "Revolutionsführer" auf die Demonstranten gefeuert haben. Das wird sich bestimmt hier auch noch herausstellen. Egal wie man es dreht und wendet, Schuld wird nicht der amtierende Präsident haben.
Ich glaube sogar, dass die USA Söldner aus dem Irak in den Iran geschickt hat, um bewusst die Randale zu organisieren.
rhbl (Gast) - 24. Jun, 14:18

Die Altersangabe zu Neda habe ich rausgenommen. Irgendwann werden wir vielleicht doch mehr über Opfer und Täter wissen. Wie das Handelsblatt berichtet (s.o.) sind die Ermittlungen im Gang.

Nach Informationen aus Teheran (?) soll der CIA 400 Millionen Dollar für die Begleitung der Präsidentenwahl im Iran ausgegeben haben. Klingt plausibel.

scusi!

Die Welt ist eine Bühne, auf der ein jeder seine Possen agieret und hin und her tanzet, bis dass ihn unser aller Herr und Meister hinwegberufet. (G.Chr. Lichtenberg)

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