Mc Chrystal(l) - Nacht in Washington
rhbl
Das ging ja fix. Nur kurz schepperte es im Karton, dann war Obama seinen „besten Mann“ in Afghanistan los. Ein paar abschätzige Bemerkungen von Mc Chrystal`s Ordonnanzen über Obama`s Entourage, über die „Weicheier“, „Leck-mich`s“ und „Clowns“ aus Washingtons Militär-Nomenklatur im Musik-Magazin „Rolling Stone“ und schon war der kommandierende Asket in Afghanistan abgelöst.

ISAF-Kdr. Vier Sterne General Mc Chrystal bearbeitet zwischen den Schlachtfeldern (Irak, Afghanistan, Weißes Haus, Pentagon) an Bord einer Lockheed C 130 Herkules seine E-Mail-Eingänge ("Holbrooke ? Nicht schon wieder. Die mach ich gar nicht erst auf!").
Der eben noch wegen seiner Umtriebigkeit und seines geringen Schlafbedürfnisses (4 Std. pro Nacht) gefeierte COIN-Spezialist für die schmutzige Kriegführung (Counterinsurgency), Chef der Nato-ISAF-Truppe (ISAF=In Sandalen auf der Flucht) und vier Sterne US-General Mc Chrystal ist gefeuert. Ziehvater General D a v i d Petraeus [latinisiert: Petersen, nl.) soll seinen Job übernehmen und wie im Irak die Niederlage der Krummnasen in dem ursprünglich Operation Infinite Justice ("Grenzenlose Gerechtigkeit") getauften Massaker an der afghanischen Zivilbevölkerung so gut es geht kaschieren. Grenzenlos sadistisch waren bei der schmutzigen Aufstandsbekämpfung (COIN) in Afghanistan, Pakistan und im Irak bisher vor allem die modernen Foltermethoden der "angloamerikanischen" Führer ("Waterboarding" etc.). Damit die nicht allzu publik werden, bleibt das Afghanistan-Kommando deshalb auch weiter in den bewährten Händen der "AIPAC-Familie". Die muslimischen Taliban spornt sowas vermutlich nur noch mehr an, in den Provinzen Marja und Kandahar haben die Sandalenträger den US-geführten OEF/ISAF-Truppen schon ganz schön in die Suppe gespuckt. Auch die Bundeswehrfreiwilligen im Norden spüren den zunehmenden Druck des Widerstands aus der afghanischen Bevölkerung.
Haben die "USA" den Personalwechsel mit ihren Nato/ISAF-Alliierten abgestimmt? Haben die "USA" überhaupt noch Alliierte?
Hat Mc Chrystal einen fatalen Fehler gemacht, als er den ausgefuchsten Kriegsberichterstatter Michael Hastings in Paris zum kollektiven Besäufnis im Kreis der engsten Mitarbeiter einlud? Dort ließ der Reporter einfach sein Band mitlaufen und fing soviele Despektierlichkeiten auf einmal ein, dass er sie vermutlich gar nicht alle veröffentlichen konnte. Ende der Karriere für Mc Chrystal, wohl kaum. Ranger Stanley Mc Chrystal, vierter Sohn eines US-Generals, wittert schlicht, dass Obamas Stern im Sinken ist. Mc Chrystal hat schon ganz andere Affären überstanden, u.a. das Auffliegen des Folterlagers Camp Nama im Irak, für das er als Special Forces Kommandeur zuständig war. Wieviele "detainees", die unter der US-Folter starben, hat der Dunkelmann Mc Chrystal auf dem Gewissen? Dutzende, Hunderte oder mehr? Wir werden es nie erfahren.
Mc Chrystal hatte schon früh erkannt, dass der Afghanistankrieg verloren war, für ihn war dort nichts zu holen. Das Entlassungsgesuch wird schon seit längerem in der Schublade gelegen haben. Der Durchblicker hat den Anlass für seine Entlassung, eine Schmähung Obama`s als einen von den Pentagon-Bossen "Eingeschüchterten" wie eine Visitenkarte auf dem Silbertablett überreicht. Der Schmäh wird Mc Chrystals Eintrittskarte für`s Comeback werden, wenn die Republikaner in Washington wieder das Sagen haben (Anderer Ansicht: NZZ). Das "Team America" um Mc Chrystal hatte vermutlich genauso wie Mc Chrystal selbst schon lange die Schnauze voll von der Heuchelei der scheinheiligen Petraeus`schen Anaconda-Strategie, wo angeblich tagsüber im Licht der Medienscheinwerfer die Herzen und Hirne der Afghanen gewonnen werden sollten und im Dunkel der Nacht die afghanischen Widerstandskämpfer, die sich nicht korrumpieren ließen, gezielt umgebracht wurden. Der "Interviewer" Hastings erwies sich im Irish Pub in Paris als spirituoses "Medium", als die geeignete Hebamme, um das an`s Licht zu bringen, was Mc Chrystal und seinen Killern schon lange auf der Zunge gelegen hatte.
Für Obama wird es langsam eng, er hat zuviele Krisen gleichzeitig am Hals. Israels Atomrüstung, Ghana`s Fußballer, "Weltfinanzkrise", China`s Währung, Afghanistankrieg, Verschwendung in den USA, Sparprogramme in Europa, Klimakatastrophe und das Öl im Golf von Mexiko gleichzeitig, damit sind die vorhandenen Kapazitäten der Demokraten in Washington schon mehr als ausgelastet. Für ihn wie für die wenigen noch verbliebenen Anhänger des von der global verfilzten Geld-, Atom-, Öl- und Rüstungs-Mischpoke usurpierten und missbrauchten Systems des demokratischen Rechtsstaats wird es s e h r eng, in den USA und überhaupt.
Obamas Vision einer rechtsstaatlich verfassten, demokratischen Zivilgesellschaft rückt immer weiter in die Ferne. Das Gegenteil droht, ein wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenbruch der USA wird zur offenen Herrschaft der Oligarchen und des Militärs und damit zu mehr Armut, härteren Verteilungskämpfen und zum Verlust von Freiheit und Besitz für die meisten Menschen führen, die nicht Teil des jeweils amtierenden Herrschaftsapparates sind.
Wenn es so kommt, werden wir in nicht allzu ferner Zeit den allgegenwärtigen General Stanley Mc Chrystal mit seinem Panasonic Tough Book an der Spitze des US-Central Command wiedersehen. Spätestens dann, wenn sich die USA auch äußerlich offen in jene Orwellsche Militärdiktatur nach dem Muster Israels verwandelt haben, die sie in verdeckter Form schon länger sind.
Heute gebietet das Pentagon über einen Etat von 600 Mrd. Dollar, das Außenministerium verwaltet nur 50 Mrd. Dollar. Entsprechend sind die Machtgewichte in Washingtons Regierung zur Zeit im Verhältnis 12:1 verteilt, schätze ich mal so. Vom Primat der Politik über das Militär kann in den USA deshalb schon seit langem keine Rede mehr sein. Allerdings leistet der ungediente Zivilist Obama, last man standing, tapfer hinhaltenden Widerstand gegen die gedienten Blechbläser vom Pentagon-Tank. Noch halten sich die Pentagon-Krieger bedeckt. Wie lange noch?
Wenn Obama erst mal weg ist werden die republikanischen Hardliner aus ihren Verstecken kriechen, im Pentagon, in der US-Rüstungsindustrie und in den konservativen Think-Tanks der USA. Die Hardcore - Mc Chrystal`s werden wie Bush wieder ein tolles "Ereignis" inszenieren und dann wie in ihrem famosen Feldhandbuch vorgesehen ("Counterinsurgency Field Manual 3-24, Stand 12/2006", engl.), freie Hand verlangen, zur weltweiten „Bekämpfung des Terrors“. Der totale verdeckte Kampf (Krieg) des US-EMPIRE in allen Lebensbereichen zur weltweiten Einführung seiner Coca Cola - Cultur tobt auf dem Globus schon seit zweihundert Jahren überall dort, wo "Der häßliche Amerikaner" (Lederer/Burdick) auf der Suche nach billigen Rohstoffen mit seinen Flugzeugträgern und Bombern auftaucht.
Die USA stehen wirtschaftlich und finanziell mit dem Rücken an der Wand. Die Oligarchen werden für ihre nächsten Raubzüge wie zu Zeiten von Ronald Reagan und George W. Bush deshalb erneut diktatorisch-patriotische Vollmachten vom Senat erhalten. Alles was wir nach Obama von den USA erwarten dürfen sind neue "Events" und eine verschärfte Neuauflage des Bush`schen „Belagerungszustands“ à la 9/11.
Das kann ja heiter werden.
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Das ging ja fix. Nur kurz schepperte es im Karton, dann war Obama seinen „besten Mann“ in Afghanistan los. Ein paar abschätzige Bemerkungen von Mc Chrystal`s Ordonnanzen über Obama`s Entourage, über die „Weicheier“, „Leck-mich`s“ und „Clowns“ aus Washingtons Militär-Nomenklatur im Musik-Magazin „Rolling Stone“ und schon war der kommandierende Asket in Afghanistan abgelöst.

ISAF-Kdr. Vier Sterne General Mc Chrystal bearbeitet zwischen den Schlachtfeldern (Irak, Afghanistan, Weißes Haus, Pentagon) an Bord einer Lockheed C 130 Herkules seine E-Mail-Eingänge ("Holbrooke ? Nicht schon wieder. Die mach ich gar nicht erst auf!").
Der eben noch wegen seiner Umtriebigkeit und seines geringen Schlafbedürfnisses (4 Std. pro Nacht) gefeierte COIN-Spezialist für die schmutzige Kriegführung (Counterinsurgency), Chef der Nato-ISAF-Truppe (ISAF=In Sandalen auf der Flucht) und vier Sterne US-General Mc Chrystal ist gefeuert. Ziehvater General D a v i d Petraeus [latinisiert: Petersen, nl.) soll seinen Job übernehmen und wie im Irak die Niederlage der Krummnasen in dem ursprünglich Operation Infinite Justice ("Grenzenlose Gerechtigkeit") getauften Massaker an der afghanischen Zivilbevölkerung so gut es geht kaschieren. Grenzenlos sadistisch waren bei der schmutzigen Aufstandsbekämpfung (COIN) in Afghanistan, Pakistan und im Irak bisher vor allem die modernen Foltermethoden der "angloamerikanischen" Führer ("Waterboarding" etc.). Damit die nicht allzu publik werden, bleibt das Afghanistan-Kommando deshalb auch weiter in den bewährten Händen der "AIPAC-Familie". Die muslimischen Taliban spornt sowas vermutlich nur noch mehr an, in den Provinzen Marja und Kandahar haben die Sandalenträger den US-geführten OEF/ISAF-Truppen schon ganz schön in die Suppe gespuckt. Auch die Bundeswehrfreiwilligen im Norden spüren den zunehmenden Druck des Widerstands aus der afghanischen Bevölkerung.
Haben die "USA" den Personalwechsel mit ihren Nato/ISAF-Alliierten abgestimmt? Haben die "USA" überhaupt noch Alliierte?
Hat Mc Chrystal einen fatalen Fehler gemacht, als er den ausgefuchsten Kriegsberichterstatter Michael Hastings in Paris zum kollektiven Besäufnis im Kreis der engsten Mitarbeiter einlud? Dort ließ der Reporter einfach sein Band mitlaufen und fing soviele Despektierlichkeiten auf einmal ein, dass er sie vermutlich gar nicht alle veröffentlichen konnte. Ende der Karriere für Mc Chrystal, wohl kaum. Ranger Stanley Mc Chrystal, vierter Sohn eines US-Generals, wittert schlicht, dass Obamas Stern im Sinken ist. Mc Chrystal hat schon ganz andere Affären überstanden, u.a. das Auffliegen des Folterlagers Camp Nama im Irak, für das er als Special Forces Kommandeur zuständig war. Wieviele "detainees", die unter der US-Folter starben, hat der Dunkelmann Mc Chrystal auf dem Gewissen? Dutzende, Hunderte oder mehr? Wir werden es nie erfahren.
Mc Chrystal hatte schon früh erkannt, dass der Afghanistankrieg verloren war, für ihn war dort nichts zu holen. Das Entlassungsgesuch wird schon seit längerem in der Schublade gelegen haben. Der Durchblicker hat den Anlass für seine Entlassung, eine Schmähung Obama`s als einen von den Pentagon-Bossen "Eingeschüchterten" wie eine Visitenkarte auf dem Silbertablett überreicht. Der Schmäh wird Mc Chrystals Eintrittskarte für`s Comeback werden, wenn die Republikaner in Washington wieder das Sagen haben (Anderer Ansicht: NZZ). Das "Team America" um Mc Chrystal hatte vermutlich genauso wie Mc Chrystal selbst schon lange die Schnauze voll von der Heuchelei der scheinheiligen Petraeus`schen Anaconda-Strategie, wo angeblich tagsüber im Licht der Medienscheinwerfer die Herzen und Hirne der Afghanen gewonnen werden sollten und im Dunkel der Nacht die afghanischen Widerstandskämpfer, die sich nicht korrumpieren ließen, gezielt umgebracht wurden. Der "Interviewer" Hastings erwies sich im Irish Pub in Paris als spirituoses "Medium", als die geeignete Hebamme, um das an`s Licht zu bringen, was Mc Chrystal und seinen Killern schon lange auf der Zunge gelegen hatte.
Für Obama wird es langsam eng, er hat zuviele Krisen gleichzeitig am Hals. Israels Atomrüstung, Ghana`s Fußballer, "Weltfinanzkrise", China`s Währung, Afghanistankrieg, Verschwendung in den USA, Sparprogramme in Europa, Klimakatastrophe und das Öl im Golf von Mexiko gleichzeitig, damit sind die vorhandenen Kapazitäten der Demokraten in Washington schon mehr als ausgelastet. Für ihn wie für die wenigen noch verbliebenen Anhänger des von der global verfilzten Geld-, Atom-, Öl- und Rüstungs-Mischpoke usurpierten und missbrauchten Systems des demokratischen Rechtsstaats wird es s e h r eng, in den USA und überhaupt.
Obamas Vision einer rechtsstaatlich verfassten, demokratischen Zivilgesellschaft rückt immer weiter in die Ferne. Das Gegenteil droht, ein wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenbruch der USA wird zur offenen Herrschaft der Oligarchen und des Militärs und damit zu mehr Armut, härteren Verteilungskämpfen und zum Verlust von Freiheit und Besitz für die meisten Menschen führen, die nicht Teil des jeweils amtierenden Herrschaftsapparates sind.
Wenn es so kommt, werden wir in nicht allzu ferner Zeit den allgegenwärtigen General Stanley Mc Chrystal mit seinem Panasonic Tough Book an der Spitze des US-Central Command wiedersehen. Spätestens dann, wenn sich die USA auch äußerlich offen in jene Orwellsche Militärdiktatur nach dem Muster Israels verwandelt haben, die sie in verdeckter Form schon länger sind.
Heute gebietet das Pentagon über einen Etat von 600 Mrd. Dollar, das Außenministerium verwaltet nur 50 Mrd. Dollar. Entsprechend sind die Machtgewichte in Washingtons Regierung zur Zeit im Verhältnis 12:1 verteilt, schätze ich mal so. Vom Primat der Politik über das Militär kann in den USA deshalb schon seit langem keine Rede mehr sein. Allerdings leistet der ungediente Zivilist Obama, last man standing, tapfer hinhaltenden Widerstand gegen die gedienten Blechbläser vom Pentagon-Tank. Noch halten sich die Pentagon-Krieger bedeckt. Wie lange noch?
Wenn Obama erst mal weg ist werden die republikanischen Hardliner aus ihren Verstecken kriechen, im Pentagon, in der US-Rüstungsindustrie und in den konservativen Think-Tanks der USA. Die Hardcore - Mc Chrystal`s werden wie Bush wieder ein tolles "Ereignis" inszenieren und dann wie in ihrem famosen Feldhandbuch vorgesehen ("Counterinsurgency Field Manual 3-24, Stand 12/2006", engl.), freie Hand verlangen, zur weltweiten „Bekämpfung des Terrors“. Der totale verdeckte Kampf (Krieg) des US-EMPIRE in allen Lebensbereichen zur weltweiten Einführung seiner Coca Cola - Cultur tobt auf dem Globus schon seit zweihundert Jahren überall dort, wo "Der häßliche Amerikaner" (Lederer/Burdick) auf der Suche nach billigen Rohstoffen mit seinen Flugzeugträgern und Bombern auftaucht.
Die USA stehen wirtschaftlich und finanziell mit dem Rücken an der Wand. Die Oligarchen werden für ihre nächsten Raubzüge wie zu Zeiten von Ronald Reagan und George W. Bush deshalb erneut diktatorisch-patriotische Vollmachten vom Senat erhalten. Alles was wir nach Obama von den USA erwarten dürfen sind neue "Events" und eine verschärfte Neuauflage des Bush`schen „Belagerungszustands“ à la 9/11.
Das kann ja heiter werden.
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rhbl - 24. Jun, 16:44

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