Donnerstag, 29. März 2012

Fukushima: 73 Sievert/h, das Zehnfache der tödlichen Strahlendosis in Block 2 gemessen

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FUK_7000mSv1

Russ.Dosis-Skala: 4,5 Sv/h sind lebensgefährlich, 6-7 Sv/h tödlich (Sv=Sievert)



Zum ersten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima hat die New York Times (NYT), das Sprachrohr des global nuclear village (des weltweiten Atomdorfs), am 1.3.12 in einem listig verharmlosenden Artikel behauptet, „die negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch die freigesetzte Radioaktivität seien zu niedrig, um l e i c h t gemessen werden zu können“. Das verschmiert die Sache, denn der Itzhak-Autor verschweigt natürlich, dass Krebs eine mehrjährige Latenzzeit hat. Zum Teil dauert es Jahre und Jahrzehnte, bis sich Krebs und Leukämie bei einem Strahlenopfer manifestieren und als tödliche Krankheit ausbrechen.Wer zählt die künftigen Fehlgeburten, wer die Mißbildungen und die geistig behindert geborenen Kinder ?

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Fukushima I, Evakuierungsgebiet, frühe Darstellung des franz. IRSN
(Thumbnail, anklicken)


„Außerdem sei das Evakuierungsgebiet viel zu weiträumig gewählt“ meint die NYT, eine Verhöhnung der Kinder und alten Leute von Fukushima, die wegen ihrer Armut nicht wegziehen können und in dem an die Sperrzone angrenzenden, mit Hot Spots (das sind besonders stark strahlende radioaktive Alpha-Partikel) verseuchten Gebiet um die Atomruine leben müssen und dort schrittweise gesundheitlich zugrundegehen (NYT).

Kaum vier Wochen später wird jetzt bekannt, dass viel zu wenig Kühlwasser in Fukushima`s zerstörten Reaktorblock Nr. 2 steht und dass Messungen im Sicherheitsbehälter das Zehnfache einer tödlichen Strahlendosis, nämlich 73 Sievert pro Stunde ergeben haben (SZ, 28.03.2012, 15:11 Uhr, "Wenig Wasser in Fukushima-1-Reaktor", Christopher Schrader:
"Mehr Lecks als befürchtet und tödliche Strahlenwerte im Sicherheitsbehälter.").

Siedewasserreaktor_Funktionsprinzip

A1. Funktionsprinzip der sechs Fukushima-Siedewasserreaktoren (Thumbnail, anklicken).

Die Frage steht noch im Raum, ob die drei Reaktorblöcke schon durch das Erdbeben zerstört wurden, was gravierende Nachrüstungen bei den mehr als 400 AKW weltweit zur Folge haben müsste (Meinung von Kritikern) oder ob der Tsunami die Notstromdiesel wegriss und damit die Katastrophe auslöste (Offiziell "herrschende Meinung").

Den geschätzten Leser möchte ich hier über die Risiken und Gefahren aufklären, die auch von den restlichen deutschen Atomanlagen drohen, entgegen dem Sirenengesang der weltweit rastlos klappernden ProAtom-Medienmaschine:

Tschernobyl_Block4_bild21

Was vom Block 4 in Tschernobyl übrigblieb.

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Was vom Block 4 in Fukushima Daiichi übrigblieb.


Es sind heimtückische Strahlengefahren, denen die jahrzehntelang systematisch desinformierte japanische Bevölkerung durch die Atomkatastrophe von Fukushima jetzt und in Zukunft besonders hilflos ausgesetzt ist. Auch die vielfach geänderte deutsche Strahlenschutz- verordnung und das "unpackbare" und kaum verständliche Regelwerk der deutschen und internationalen Strahlenschutzkommission sowie der sonstigen zuständigen Stellen (SSK, ICRP, EURATOM, UN, WHO, IAEO ...) trägt wenig zur Transparenz und Überschaubarkeit des hochkomplizierten und immer wieder geänderten, sogenannten "Strahlenschutzsystems" bei.

Ein Blick in den "Irrgarten" und "Anlagendschungel" der Strahlenschutzverordnung (StrSchVO) macht das klar.

Wie Hohn muss z.B. die irreführende Vorschrift in Anlage XIII, Teil A, Nr. 3 (zu §§ 51 und 53 der StrSchVO) in den Ohren des Pisa-Normalbürgers klingen, die zynisch verspricht, die Grundbegriffe der Radioaktivität und ihrer Auswirkungen (!) könnten Otto Normalverbraucher beim Supergau noch rechtzeitig in Erinnerung gerufen werden,

hier der Wortlaut der o.a. Anlage XIII, Teil A, Nr. 3:

"Information der Bevölkerung
Ergänzend zu diesen Informationen und Anweisungen werden je nach verfügbarer Zeit die Grundbegriffe der Radioaktivität und ihre Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt in Erinnerung gerufen."


Kein Normalo hat die "Grundbegriffe der Radioaktivität" im Kopf. Was "man" nicht im Kopf hat kann "man" auch nicht erinnern.

Angesichts der enormen Komplexität, der Unterschiedlichkeit der Rechenmethoden und Ansätze, sowie der Widersprüchlichkeit des SSK/ICRP-Strahlenschutz-Systems ist die Formulierung in Anlage XIII, A, 3 blanker Zynismus. Schon 1995 hat ein TÜV-Mitarbeiter in einem Seminar-Vortrag in München vor Eingeweihten den Strahlenschutz-Irrgarten mehr als vorsichtig so kritisiert:

"Den für den Strahlenschutz der Bevölkerung zugrundeliegenden Grenzwerten, Planungswerten und Eingreifwerten liegen unterschiedliche Betrachtungsweisen (sic!) und Anforderungen zugrunde:

- Vergleich mit natürlicher Strahlenexposition
- Normalbetrieb - Störfälle - Unfälle
- "practice" - "intervention"
- Chronische Exposition - Kurzzeitexposition
-
Stochastische (zufällige) - Nichtstochastische Strahlenschäden
- unterschiedliche Risikoakzeptanz
- verschiedene Ermittlungsverfahren, Rechenmethoden
- unterschiedliche Schutzziele".


Wie soll ein Außenstehender überhaupt die sich teils überschneidenden, teils widersprechenden Grundbegriffe des wissenschaftlich verkleideten "SSK/ICRP-Systems" verstehen, auf die sich trotz Tschernobyl auch in den neun folgenden Jahren noch nicht einmal die Insider-Atomfachleute verständigen konnten? Hier zwei (schlecht gedruckte, Tschuldigung!) 1995er Übersichten des TÜV Bayern/Sachsen über die "verschiedenen "Sichtweisen (sic!) auf das auch nach Fukushima unlösbare Problem "Strahlenschutz der Bevölkerung" im "Atomzeitalter":

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Strahlenschutz 1995, Irrgarten Nr. 1 (anklicken).


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Strahlenschutz 1995, Irrgarten Nr. 2 (anklicken).


Unlösbar war das Problem des Schutzes der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung in der Umgebung von deutschen Atomkraftwerken immer schon, weil die Hauptverwaltungsbeamten (Landräte) stets in einer politischen Zwickmühle steckten. "Einerseits waren sie gebunden an die juristisch abgesicherte Politik der "Vertretbarkeit des Restrisikos". Diese verlangte einen moderaten Katastrophenschutz, ohne Auffälligkeit für den Alltag. Umfangreiche Evakuierungsvollübungen, Ausstattung der Anwohner mit ABC-Schutzkleidung, Verteilung von Jodtabletten bis hinein in die Haushalte usw. hätte das mühsam erzeugte "virtuelle Vertrauen" in Mißtrauen, "virtuelle Zustimmung oder Duldung" in Ablehnung verwandelt. Andererseits konnten die Sicherheitspflichten staatlicherseits nicht ganz fallengelassen werden, was sich in der Produktion papierener Notfallschutzpläne und in gelegentlich mit ein paar Dutzend atomgetreuen Angestellten diskret durchgeführten "Stabsrahmenübungen" in AKW-nahen Landkreisen äußerte" (Zit. n. Krohn/Weingart, Kursbuch Nr. 85). Das alles hatte weder Hand noch Fuß, angesichts des tatsächlichen Personalbedarfs von ein paar hunderttausend "Liquidatoren", die im Supergau von Tschernobyl im sowjetischen Katastropheneinsatz "verbraucht" worden sind.

Hat sich seit 1995 Grundlegendes im Strahlenschutzsystem verbessert? Nein. Deshalb veröffentliche ich an dieser Stelle meinen nach Fukushima aktualisierten Vortrag über bestehende deutsche Notfallschutzregelungen.

Für Hinweise auf Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten bin ich jedem Leser sehr dankbar. Nobody is perfect.

Der Vortrag enthält hier nur wenige der von mir (auch aus dem seriösen Teil des Internet) zu Fukushima zusammengetragenen Bilder, Diagramme und Karten, aus denen sich vor allem die weiträumige radioaktive Belastung des Bodens mit Cäsium137 und damit das gesundheitliche Risiko der betroffenen japanischen Bevölkerung für die nächsten Jahrzehnte (s.u.) unschwer erschließt. Ich habe nachfolgend nur ein paar der Karten und Diagramme veröffentlicht, um den softwaretechnischen Rahmen des Blogs (pro Beitrag 3 MB) nicht zu sprengen.
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"Notfallschutz-Vortrag"



Der Untergang des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi im März 2011 hat Japan und die Welt erschüttert.

Fuk_ODL_170620111
Fukushima ODL-Messungen MEXT 06/11

Vier von sechs Reaktorblöcken wurden nach dem Erdbeben (Stärke 9) durch eine 14 m hohe Tsunamiwelle überflutet. Die Notstromaggregate und damit die Kühlkreisläufe für die Reaktordruckbehälter und für die Brennelemente in den Lagerbecken fielen aus (A1.). Die in Betrieb befindlichen Reaktordruckbehälter 1 - 3, die laut Betreiber für Erbebenbeschleunigungen von 600 gal ausgelegt waren, wurden einer Beschleunigung von über 600 gal ausgesetzt (SZ).

Wasserstoffexplosionen zerrissen blockweise die in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der US-Rüstungsfirma General Electric, die auch beim Atombombenbau mitmischt, konzipierte Atomanlage. Es war einfach kriminell, dass die Atommafia den amerikanischen Reaktortyp, der eine dünnbesiedelte Zone im Umkreis voraussetzte, in dichtbesiedelte Länder wie Japan und Deutschland verpflanzt hatte.

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Die grauschwarze Wolke der Explosion von Block 3 (MOX-Brennelemente) stieg am höchsten. Wohin wehte sie?

Bei der Explosion in dem mit Plutonium-Mischoxiden (MOX-BE) beladenen Block 3 könnte es sich vielleicht auch um den Beginn einer unkontrollierten Kettenreaktion („prompte Kritikalität“) gehandelt haben (A2. - A3.). Anders ist kaum zu erklären, warum 32 km von der Atomruine entfernt im Landesinneren Plutonium 239 gefunden wurde (FAZ).

Fuk_Pumpe_1204_Block41

Der Brand im Abklingbecken von Block 4 konnte nur mit größter Mühe gelöscht werden. Die über 1300 Brennelemente konnten dank dieser Betonpumpe gekühlt werden, die Unmengen von Meerwasser in die Ruine pumpte. Hochradioaktiv floss es zurück in den Pazifik.
Das Abklingbecken befindet sich im vierten Stock einer Gebäuderuine, die beim nächsten Erdbeben einzustürzen droht, das wäre ein wahres Armaggeddon.


Hunderttausende Japaner haben ihre Heimat verloren (A4., A5.). Millionen Terabequerel an Radioaktivität (Jod 131, Cäsium 137 usw.) wurden freigesetzt (A6.), enorme Radioaktivitätsmengen wurden mit dem Löschwasser/Kühlwasser in den Pazifik abgeleitet:

Fukushima_Meerwassermessung
Prognosegraphiken über die ersten Ausbreitungswochen fehlen! (anklicken)


Wichtige Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Reis, Tee und Trinkwasser sind mitunter relativ hoch kontaminiert (A7.):

Fukushima_Fischmesswerte
Fundstellen (schwarz) mit radioaktiv über Grenzwert (s.u.) belastetem Fisch (anklicken).


29 Millionen Kubikmeter verstrahlter Boden wurden bisher provisorisch abgetragen und im Freien aufgetürmt. Niemand weiß wohin mit den radioaktiven Abfällen. Ein enormer Teil der Radioaktivität wurde zu Lasten der übrigen Weltbevölkerung und der Natur mit Tausenden von Tonnen hoch kontaminierten Lösch- und Kühlwassers ungefiltert in den Pazifik abgeleitet (A8.). Die Japaner werden noch lange unter den Folgen der im Nordosten ihres Landes weitflächig verteilten Radioaktivität zu leiden haben (A9., A10.).


FUK_Caesium
Japan, Cäsiumbelastung,


Allein das am Boden abgelagerte Cäsium137 (HWZ ca. 30 Jahre) braucht über 300 Jahre um bis zur Bedeutungslosigkeit abzuklingen (Halbwertszeit des jeweiligen Nuklids mal zehn). Die Krebs- und Leukämierate wird sich in den nächsten Jahrzehnten signifikant erhöhen. Es ist deswegen völlig unverantwortlich, dass die japanische Regierung die Bewohner einiger Städte jetzt schon tagsüber in die Sperrzone zum Wiederaufbau zurückschickt.


Fuk_Ausbreitung1
Abb. 2 (A7.) : Expositionspfade der Radioaktivität: Interne Inhalation und Ingestion sowie externe Exposition aus der Wolke und vom Boden



Am Ortseingang des evakuierten AKW-nahen Ortes Futuba hängt über der Straße noch ein Propagandatransparent der Atomindustrie: „ Atomkraft — die Energie für eine bessere Zukunft“ (A11.). Das glaubt die Mehrheit der Menschen in Japan, z. Zt. sind es 80 Prozent, längst nicht mehr. Menschen, die in Panik aus ihrer wegen Verstrahlung komplett geräumten Stadt nur mit dem Allernötigsten evakuiert worden waren. Menschen, die in den betonierten Gängen der kalten und zugigen Notunterkunft "Saitama Super Sport-Arena" in der Nähe von Tokio dünne Matten und Decken als Bettzeug ausrollen mussten [17], während Japans Regierung noch darüber stritt, ob nicht auch der Großraum Tokio mit 40 Millionen Menschen evakuiert werden müsse. In Japan beginnt die Gesellschaft zu begreifen, dass machtgierige und verantwortungslose Atom- und High-Tec-Futurologen ihre Heimat samt Wohnsiedlungen zum Experimentierfeld ihrer atomaren "Technologieentwicklung" gemacht haben.

In Deutschland hat die Gesellschaft schon begriffen, dass von dem Kartell der Atomplutokraten und Öligarchen, die auch die allmächtige westliche Medienmaschine beherrschen, jahrzehntelang nur eine I l l u s i o n der Sicherheit über Sicherheit aufrechterhalten wurde. Das den Deutschen immer und immer wieder eingehämmerte Hollywood-Propagandamärchen von der angeblich friedlichen Nutzung der Atomkraft, das der US-Präsident Eisenhower der Welt im Jahr 1953* in seiner bekannten New Yorker Rede verkaufte, sollte immer nur das Grauen der US-Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki vergessen machen.

Die Illusion, richtiger die Propaganda-Lüge, ist spätestens mit Fukushima geplatzt. Deshalb steigt Deutschland aus der "Atomkraft" aus. Wir haben den Atomausstieg spätestens bis zum Jahr 2022 unwiderruflich beschlossen [18].

Die Zeit der Energiewende [19] wird für die Sicherheitsbeauftragten der verbliebenen deutschen Atomkraftwerke eine große Herausforderung. Die AKW-Bedienungsmannschaften sind zusammen mit ihren Atomanlagen alt geworden. Nach den schweren Unfällen und Katastrophen von Harrisburg, Kyschtym, Tschernobyl und Fukushima ist das Renommee der „nuclear family“ vom Winde verweht (gemeint ist die Atomgemeinde, das "Atomdorf", das ist nicht zu verwechseln mit der im Internet traktierten "Kernfamilie" im Sinne der Anti-FamiliensoziologInnen**).

Wissenschaftlicher Nachwuchs im Nuklearbereich ist schwer zu gewinnen und die Motivation der AKW-Mitarbeiter sinkt Jahr für Jahr. Um so sorgfältiger müssen sich die verbliebenen Fachkräfte auf einen nachhaltig sicheren Betrieb ihrer AKW bis zur ordnungsgemäßen Stillegung auch der allerletzten Atomanlage in Deutschland konzentrieren.


1. Atomrechtsgrundlagen, Organisation der Katastrophenabwehr in Deutschland


Nach Artikel 87c Grundgesetz kann angeordnet werden, dass Bundesgesetze auf dem Gebiet der Kernenergie (siehe z.B. das Atomgesetz, Art. 87c i.V.m. Art. 74 Nr. 11a GG), von den Ländern im Auftrag des Bundes ausgeführt werden (B1.). Weil deutsche Atomkraftwerke und Forschungsmeiler dicht an Ländergrenzen errichtet wurden, musste dies im Dickicht divergierender Länderinteressen des öfteren zu Kompetenzkonflikten, Meinungsverschiedenheiten und entsprechend uneinheitlichen Verfahren bei der Katastrophenabwehrplanung führen.



Katastrophenschutz ist in Deutschland nach Artikel 70 GG grundsätzlich Ländersache (B2.). Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 wurden bei den für den Strahlenschutz zuständigen Stellen vielfältige Wissensmängel und auch organisatorische Schwachstellen der deutschen „Katastrophenabwehr“ aufgedeckt. Ein atomarer „SuperGau“ in Deutschland würde vermutlich die Möglichkeiten eines jeden „Hauptverwaltungsbeamten“ überfordern [21] (B3.). Auf die einschlägige neuere Studie des BfS und kritische Anmerkungen in der Ärzteschaft darf ich hinweisen.


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IMIS/BfS: Tägliche (ggf. stdl. oder zehnminütige) Darstellung der sich ändernden Radioaktivitätslage auf einer Deutschlandkarte im Internet
( Thumbnail popup, anklicken)


Noch im Tschernobyl-Jahr 1986 wurde das Bundesumweltministerium gegründet und die Rechtsgrundlage für das bundesweite, Integrierte Meß- und Informationssystem (IMIS) geschaffen, das seit 1993 mit über 1800 Ortsdosisleistungsmeßstationen zusammen mit den Meßnetzen anderer Fachbehörden die Umweltradioaktivität überwacht (B4. – B8.).

Arbeitsebenen

IMIS - Arbeitsebenen (Darstellung BfS)


1989 wurde das Bundesamt für Strahlenschutz zur Unterstützung für den BMU und 2003 das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beim BMI zur Koordination bei großflächigen und national bedeutsamen Gefahrenlagen eingerichtet.

Mit Blick auf eine bessere wissenschaftliche Begründung, längere Nachhaltigkeit, mehr Konsistenz und Praktikabilität wurden die Radiologischen Grundlagen [1] und die Rahmenempfehlungen [2] überarbeitet.


Eine wesentliche Stütze bei den für die Bevölkerung vorsorglich geplanten Hilfsmaßnahmen sind im nuklearen Katastrophenfall auch die ermächtigten Ärzte und Strahlenschutzärzte. Sie leiten die im Ernstfall einzurichtenden Notfallstationen [3] und beraten die Einsatzleitung des Katastrophenschutzes (KEL).



2. Klassifizierung von Nuklearkatastrophen und sonstigen radiologischen Gefahrenlagen

Für den Fall eines kleineren Strahlenunfalls ist das Aufgabenfeld des Arztes im „Leitfaden für Erstmaßnahmen, Der Strahlenunfall“ seit 1996 definiert. Mit dem Band aus der Schriftenreihe der SSK liegen praxisnahe Instruktionen für die Tätigkeit des Arztes bei einem Unfall mit wenigen Betroffenen vor. Der Leitfaden wurde 2006 von der Arbeitsgruppe „Strahlenschutz in der Medizin“ aktualisiert und 2008 als Neuauflage (Band 32) veröffentlicht [7].

Für die Durchführung medizinischer Maßnahmen bei Kernkraftwerksunfällen mit vielen Betroffenen ist als Arbeitsgrundlage Band 4 der Schriftenreihe der Strahlenschutzkommission (SSK) „Medizinische Maßnahmen bei Kernkraftwerksunfällen“ einschlägig [4]. Der Leitfaden macht Vorschläge für eine optimale Betreuung und Versorgung einer größeren Anzahl strahlenexponierter Personen im Katastrophenfall.

Kern der notfallmedizinischen Maßnahmen bei Atomkraftwerksunfällen ist die von Strahlenschutzärzten zu leitende Notfallstation, in der kontaminierte Betroffene medizinisch betreut, beurteilt und weitergeleitet werden. Den "ermächtigten Ärzten" kommt wegen ihres Fachwissens eine besondere Bedeutung beim Management von Strahlenunfällen jeder Größenordnung zu. Die Anforderungen sind je nach Lagebild sehr unterschiedlich ( B9., B10.) .

Drei Schemata zur Einteilung von radiologischen Ereignissen möchte ich hier kurz vorstellen:


2.1 Internationale Bewertungsskala für Ereignisse in Kernkraftwerken (INES)

International gilt für Atomanlagen die INES - Skala (C1.) der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) zur Bewertung und Einstufung von Ereignissen mit erheblichen radiologischen Auswirkungen. Die Internationale Bewertungsskala für bedeutsame Ereignissen in Kernkraftwerken hat sieben Stufen (Abb. 4):

INES_Skala_2012
INES-Skala: Schwerste Freisetzung von Radioaktivität wie bei den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima fällt in die höchste Kategorie Stufe 7.
Harrisburg mit „begrenzten“ Freisetzungen entsprach z.B. Stufe 5.



2.2 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV)

National sind in der Bundesrepublik besondere Vorkommnisse in KKW (Unfälle, Störfälle, meldepflichtige Ereignisse) nach bundeseinheitlichen Meldekriterien meldepflichtig. Die AtSMV vom 14.10.1992 , zuletzt geändert durch die Verordnung vom 8. Juni 2010, regelt die Bestellung und den Aufgabenbereich des kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten in Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen über einer thermischen Höchstleistung von 50 kW und enthält die Vorschriften zur Meldung sicherheitsrelevanter Ereignisse an die Aufsichtsbehörde. Die Dringlichkeit der Meldepflicht des Betreibers an die Aufsichtsbehörde ist entsprechend der Schwere des Ereignisses zeitlich gestuft:

S (Sofortmeldung) = unverzüglich (Meldung muß sofort, ohne schuldhaftes Zögern erfolgen)
E (Eilmeldung) = spätestens 24 Stunden nach Kenntnis,
N = spätestens am 5. Werktag nach Kenntnis,
V = spätestens am 10. Werktag

Nach § 6 Abs. 3 AtSMV hat der Meldepflichtige den Eintritt eines meldepflichtigen Ereignisses auch der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständigen Behörde sowie der für den Katastrophenschutz zuständigen Behörde unverzüglich anzuzeigen, soweit dies zum Schutz der Bevölkerung vor Lebens- und Gesundheitsgefahren erforderlich ist [10].


Meldepfl_Ereignisse
Abb. 5 (C2.): Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland, 1996 – 2006. In Japan wurden Reparaturberichte über Tepcos Kernkraftwerke 30 Jahre lang gefälscht und den Aufsichtsbehörden in hunderten Fällen sicherheitsrelevante Vorfälle verschwiegen.



2.3 Strahlenschutzverordnung

Die Strahlenschutzverordnung von 1976 in der Neufassung vom 20.07.2001, letzte Änderung durch Art. 1 VO vom 4. Oktober 2011 (BGBl. I S. 2000), bezweckt den Schutz der Bevölkerung vor Strahlenexpositionen aus zielgerichteter Nutzung (das ist z.B ein KKW im Normalbetrieb). Bereits bei der Novellierung 2001 war der Grenzwert der jährlich zulässigen Strahlenbelastung für den einzelnen Bürger auf 1 mSv im Kalenderjahr abgesenkt worden. Ob auch alle Regelungen der StrSchV dem kleinen Unterschied gerecht werden – Forscher wollen herausgefunden haben, dass Frauen strahlenempfindlicher sein sollen als Männer – bleibt dahingestellt [16].

Der Grenzwert zum Schutz der beruflich strahlenexponierten Personen wurde 2001 auf 20 mSv im Kalenderjahr abgesenkt.

Auf weitere drängende Fragen, wie z.B. die hochkomplizierten Rechenformeln zur Dosisberechnung einfacher und transparenter gemacht werden könnten oder wie das seit 1976 ziemlich unübersichtlich „gewucherte“ Strahlenschutzrecht in einem längst überfälligen Strahlenschutzgesetz überschaubar und verständlich neu geordnet werden könnte, darauf kann ich aus Zeitgründen an dieser Stelle nicht eingehen [16].

Auch die StrSchV enthält eine Klassifizierung von radiologisch bedeutsamen Vorkommnissen. § 51 Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung (StrSchV) unterscheidet folgende Ereignisse:

- Radiologische Notstandssituationen,
- Unfälle
- Störfälle
- Sonstige sicherheitstechnisch bedeutsame Ereignisse


Für das Management der Behandlung von kleinen Strahlenunfällen, die auf den Bereich kerntechnischer bzw. radiologischer Einrichtungen beschränkt bleiben (gleichbedeutend mit betrieblichen Strahlenunfällen) ist der Unfallverhütungsdienst der Berufsgenossenschaften zuständig, der auf eine ausreichende technische und medizinische Unterstützung zurückgreifen kann.

Wenn sich ein größerer Unfall in einer Atomanlage ereignet erinnert sich jedermann sofort an das Abstandsgesetz aus dem Physikunterricht. Die folgende Abbildung 6 zeigt die 99% Perzentilwerte der Individualdosis als Funktion der Entfernung vom Unfallort. Als Ergebnis dieser und vieler ähnlicher Berechnungen wäre festzustellen, dass mit abnehmenden Eingreifwerten die Kollektivdosis zwar abnimmt, die Kosten für eine etwaige Umsiedlung/Evakuierung aber deutlich ansteigen. Die Berechner schlagen im Band 25 der SSK [6] deshalb vor, „bei der Entscheidung über das Einleiten von Maßnahmen im Ereignisfall die gegenseitig wirkenden Einflußgrößen, Nutzen und Kosten, gegeneinander abzuwiegen“.




3. Die Organisation medizinischer Maßnahmen bei katastrophalen Strahlenunfällen in der Bundesrepublik Deutschland

Die Organisation medizinischer Maßnahmen bei Strahlenunfällen katastrophalen Ausmaßes, d.h. mit möglichen Auswirkungen auf mehr oder weniger große Teile der Bevölkerung, obliegt im Rahmen des Katastrophenschutzes grundsätzlich den Institutionen und Behörden auf Kreis-/Länderebene, ggf. unter Koordinierung durch die zuständigen Bundesministerien [2].



Als Katastrophe gilt insbesondere ein durch Unglücksfälle hervorgerufener Gefahrenzustand, der Leben, Gesundheit oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung oder erhebliche Sachwerte in so ungewöhnlichem Maße gefährdet oder beeinträchtigt, dass zur Beseitigung die einheitliche Lenkung aller Katastrophenschutzmaßnahmen und der Einsatz von Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes erforderlich sind.

Der Katastrophenschutz (KatS) in der Umgebung kemtechnischer Anlagen wird von den nach Landesrecht zuständigen Behörden (i.d.R. ist das der Landrat als Hauptverwaltungsbeamter) wahrgenommen. In Katastrophenschutz- einschließlich Alarm- und Einsatzplänen sind Festlegungen über Maßnahmen zum vorbeugenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung bei Radionuklidfreisetzung getroffen, zu denen auch Empfehlungen zur ärztlichen Versorgung strahlenbelasteter und strahlengeschädigter Personen gehören.




4. Strahlenschutzvorsorge als Aufgabe des Bundes

Als Antwort auf den nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl in der Bundesrepublik vielfach entstandenen Meß- und Informationswirrwarr wurde am 19. Dezember 1986 das "Gesetz zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung - Strahlenschutzvorsorgegesetz" von der Bundesregierung als Grundlage eines einheitlichen Meß- und Informationssystems (IMIS) verabschiedet [12].


IMIS_Schema-RL2012

Abb. 7: Integriertes Meß- und Informationssystem IMIS, Schema
(Thumbnail popup, anklicken)


Das Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) dient dem Schutz der Bevölkerung im Falle von Ereignissen mit möglichen, nicht unerheblichen radiologischen Auswirkungen insbesondere durch die kontinuierliche, flächenrepräsentative Überwachung der Umweltradioaktivität und durch die Gewährleistung einheitlicher Meßmethoden und Verfahren.

Das zur Umsetzung des StrVG eingerichtete Integrierte Meß- und Informationssystem (IMIS) gewährleistet mit seinen 1800 ODL-Meßstationen vor allem eine zeitgerecht getaktete, computergesteuerte Durchführung von Messungen in der Fläche der Bundesrepublik und die automatisierte, verzugslose Übermittlung der Meßdaten. Die integrierten Datenbanken, Prognosemodelle und geografischen Informationssysteme des IMIS ermöglichen die Beschleunigung der Kommunikation und erstmals auch die rechtzeitige Abstimmung von Empfehlungen und Maßnahmen zwischen den zuständigen Stellen in Bund und Ländern. Auf den heilsamen Zwang der EDV zur Kompatibilität, zur Vereinheitlichung von Meßmethoden und Verfahren sei hingewiesen.


Das StrVG regelt:

das Betreiben eines einheitlichen Systems zur laufenden Überwachung der Umweltradioaktivität in Arbeitsteilung zwischen Bund und Ländern,
die Einrichtung eines Integrierten Meß- und Informationssystems (IMIS) zur Erhebung, Übermittlung, Auswertung und Veröffentlichung der ermittelten Meßdaten,
den Erlass von bundeseinheitlichen Dosis- und Kontaminationswerten,
Beschränkung/Verbot von kontaminierten Lebens-, Futter- und Arzneimitteln,
die Befugnisse der Grenz- und Zollbehörden zur Überwachung des grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehrs,
die Empfehlungskompetenz des Bundesumweltministers.




5. Radiologische Grundlagen


Die Fassung der „Radiologischen Grundlagen“ aus dem Jahr 1999 wurde 2007 einer redaktionellen Bearbeitung unterzogen. Dabei wurden die zwischenzeitlich erfolgten Ergänzungen und Korrekturen (z.B. Änderung des Alters von Kindern und Jugendlichen von zwölf auf 18 Jahre bei den Dosisrichtwerten für die Einnahme von Iodtabletten - sowie im Anhang die neuen Jodmerkblätter gemäß SSK-Empfehlung aus dem Jahr 2004) berücksichtigt. Hinweise auf aktualisierte Fassungen des zugehörigen Schrifttums werden gegeben. Zusätzlich wurden in Kapitel 6 "Strahlenschutz der Einsatzkräfte" eine neue Vorschrift der Strahlenschutzverordnung (§ 59) sowie die neuen Einsatzgrundsätze für Feuerwehr und Polizei eingearbeitet.



5.1 Vermeidung deterministischer und Minimierung stochastischer Wirkungen

In Situationen, in denen eine Atomanlage außer Kontrolle gerät, z.B. bei Unfällen und radiologischen Notstandssituationen, ist die aus der Havarie resultierende Strahlenexposition durch Maßnahmen des Betreibers und der zuständigen staatlichen Stellen in ihrem Ausmaß nach Möglichkeit zu begrenzen (D2.). Die von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) empfohlenen Grundsätze [13] zielen auf Vermeidung von individuellen Dosen oberhalb der Schwellenwerte für nichtstochastische oder deterministische Effekte, die Begrenzung des individuellen stochastischen Risikos durch Maßnahmen mit eindeutigem Nettonutzen für den Einzelnen und die Begrenzung der Inzidenz (Häufigkeit des Auftretens) stochastischer Strahlenwirkungen in einer Population durch Verringerung der kollektiven Dosis soweit dies vernünftig durchführbar ist [14].

„Bei einer drohenden, stattfindenden oder bereits abgeschlossenen Freisetzung von Radionukliden nach Eintritt eines kerntechnischen Unfalls können Maßnahmen des Katastrophenschutzes und der Strahlenschutzvorsorge erforderlich werden. Beide Typen von Maßnahmen werden unter dem Begriff „Notfallschutzmaßnahmen" zusammengefasst. Ihr gemeinsames Ziel ist es, deterministische Wirkungen vollständig zu vermeiden und stochastische Wirkungen auf der Grundlage der Verhältnismäßigkeit zu minimieren.“ (Einführung „Radiologische Grundlagen“).

Beispiel: Die Verordnung (EURATOM) Nr. 3954/87 des Rates vom 22.12.1987 zur Festlegung von Höchstwerten an Radioaktivität in Nahrungsmitteln (Trinkwasser!) und Futtermitteln im Falle eines nuklearen Unfalls oder einer anderen radiologischen Notstandssituation, geändert durch die Verordnung Nr. 2218/89 vom 18.07.1989 und ergänzt durch die Verordnung (EURATOM) Nr. 770/90 der EG-Kommission vom 29.03.1990 [6], sollte nach Fukushima durch eine Schubladenverordnung der EU „aufgeweicht“ werden. Nach öffentlicher TV-Debatte [20] gelten seit 13. April 2011 folgende neue Höchstwerte (D1.) für Radioaktivität in Nahrungsmitteln in der EU (Abb.8):

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Tabelle Abb.8: EU-Grenzwerte für Lebens- und Futtermittel aus Japan nach der Atomkatastrophe von Fukushima. Radioaktiv kontaminiertes Fleisch wurde zwischenzeitlich in mehr als 30 japanischen Provinzen registriert.




5.2 Startwertkonzept

Dem nach Tschernobyl von der SSK als besonders "flexibel" propagierten, bundesweit eingeführten, aber leider viel zu komplizierten Bandbreitenkonzept bei der Festlegung von Eingreifrichtwerten der Dosis war nur ein kurzes Leben beschieden. Lebenszeitverkürzend wirkte sich für das „Bandbreitenkonzept“ vor allem aus, dass diese zentrale Komponente der „Radiologischen Grundlagen“ in der Ausbildung mit den freiwilligen Helfern von THW und Feuerwehr nicht praktikabel war.

Deshalb gibt es nach ein paar Jahren schon wieder neue "Grenzwerte", die sich jeder merken soll. Es sind de facto Eingreifwerte, ab denen eigentlich gehandelt werden müsste, die jedoch von den im globalen Atom- und Strahlenschutz - Theater moralfrei herrschenden "Berechnenden" nur als "Eingreifrichtwerte bezeichnet werden, vermutlich, damit der jeweilige deutsche Katastropheneinsatz-Leitungs-Apparat im Ernstfall des GAU kostensenkend wegen finanzieller Nachteile auch zu Lasten der eigentlich umzusiedelnden/zu evakuierenden Bevölkerung disponieren darf:

Eingreifrichtwerte1

D2. (Abb. 9) Tabelle aus den „Radiologische Grundlagen“: Essentielle deutsche Eingreifrichtwerte
(Thumbnail, Anklicken)



Die Radiologischen Grundlagen umschreiben das neue „Startwertkonzept“ wie folgt: „Diese Radiologischen Grundlagen sind ein Planungsinstrument, das sich ausschließlich auf diejenigen der o. g. Entscheidungsgrundlagen stützt, die von Art und Umfang eines kerntechnischen Unfalls unabhängig sind. Die hier abgeleiteten Eingreifrichtwerte sind daher allgemein anwendbare Zahlenwerte. Sie dienen im Ereignisfall als Eingreifwert (Startwert), der dann geändert werden sollte, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen, z. B. wenn die so definierte Zuordnung von Maßnahmen und Gebieten im Konflikt mit schwerwiegenden Einflussfaktoren steht. Eingreifwerte, die über den Eingreifrichtwerten liegen, können dann gerechtfertigt sein, wenn die Durchführung der Maßnahme mit großen Nachteilen verbunden oder die vermeidbare Dosis gering ist.“





5.3 Rahmenempfehlungen für den KatS in der Umgebung kerntechnischer Anlagen

Aus der Kenntnis des speziellen Gefährdungspotentials eines Kernkraftwerkes haben Bund und Länder gemeinsam die "Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen" erarbeitet und in einer nach der Katastrophe von Tschernobyl aktualisierten Fassung 1999 in der Innenministerkonferenz verabschiedet, um die Katastrophenschutzvorsorge in der Bundesrepublik Deutschland auf diesem Gebiet nach einheitlichen Kriterien zu gestalten. Die erneut überarbeiteten Rahmenempfehlungen wurden in der 217. Sitzung der SSK am 20./21. September 2007 zustimmend zur Kenntnis genommen. Sie wurden weiterhin vom Arbeitskreis V (Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung) der Innenministerkonferenz am 18./19.10.2007 und im Umlaufverfahren vom Länderausschuss für Atomkernenergie am 29.02.2008 zur Kenntnis genommen [2].

Die Rahmenempfehlungen und Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission enthalten wichtige Hinweise für die Organisation und Einleitung medizinischer Maßnahmen. Dabei geht es vor allem um:

- Vorsorgemaßnahmen,
- Aufgaben der Strahlenschutzärzte, insbesondere die Beratung der Katastrophenschutzleitung,
- die ärztliche Betreuung und Versorgung der Betroffenen innerhalb und außerhalb der Notfallstationen.

Die Rahmenempfehlungen berühren nicht die bestehenden Zuständigkeiten, Organisationsformen und Regelungen für den allgemeinen Katastrophenschutz in den einzelnen Ländern der Bundesrepublik. Sie sollen vielmehr Grundlage dafür sein, dass bei der Katastrophenschutzplanung in der Umgebung kerntechnischer Anlagen im gesamten Bundesgebiet jeweils nach gleichen Grundsätzen verfahren wird.





5.4 Vorsorgemaßnahmen

Entscheidende Zielsetzung bei einem Kernkraftwerksunfall mit der Freisetzung von Radio­nukliden in die Umgebung ist die Verhinderung bzw. Reduzierung akuter Gesundheitsschäden bei der betroffenen Bevölkerung infolge einer erhöhten Strahlenexposition. Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen sind dabei:

- Abschirmung vor externer Strahlung
- Kontaminationsschutz
- Inkorporationsschutz
- Jodblockade der Schilddrüse
- Evakuierung.



Bei Durchzug einer radioaktiven Wolke bietet der Aufenthalt in Gebäuden eine Abschirmung vor externer Strahlung und einen Schutz vor direkter Kontamination (E1.). Kleidung vermeidet weitgehend eine direkte Hautkontamination und vermindert die davon ausgehende Strahlenexposition. Nasse Tücher vor Mund und Nase können helfen, die Gefahr der Inkorporation radioaktiver Stoffe zu vermindern. Der Einsatz professioneller Atemschutzmasken ist angeraten(E2.).
Radioaktives Jod ist ein wesentlicher Bestandteil bei unfallbedingten Freisetzungen aus Kernkraftwerken. Stabiles Jod hemmt die Aufnahme dieser Substanz in die menschliche Schilddrüse (E3., E4.). Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit den Ländern Jod-Tabletten beschafft und disloziert und Jod-Merkblätter zur Unterrichtung der Bevölkerung erstellt [1].
Zur Vermeidung einer Strahlenexposition kann eine Evakuierung (E5, E6) vorsorglich notwendig werden. Es bleibt zu hoffen, dass hierzu - anders als in Fukushima - genügend Zeit zur Verfügung steht.




5.5 Aufgaben der Strahlenschutzärzte

Die Strahlenschutzärzte müssen für ihren Einsatz entsprechend qualifiziert sein. Ihre Aufgaben sind

- die Beratung der Katastrophenschutzleitung in strahlenschutzmedizinischen Fragen sowie
- die ärztliche Leitung der Nofallstationen und die Durchführung erster medizinischer Maßnahmen bei den Betroffenen.
Zur Qualifizierung der Strahlenschutzärzte ist im Hinblick auf die sachkundige Erfüllung der speziellen Aufgaben der Wissenserwerb auf folgenden Gebieten unverzichtbar:
- Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten der ärztlichen Betreuung strahlenexponierter Personen,
- Abschätzung der Strahlenexposition der Betroffenen,
- Beurteilung der Gefährdung von Einsatzkräften,
- mögliche Unfallsituationen,
- Freisetzung und Expositionspfade, Anreicherung von Radionukliden
- Halbwertzeiten, Toxizität von Radionukliden aus Kernkraftwerken,
- Jodblockade der Schilddrüse, Inhalt der Jodmerkblätter,
- Entscheidungskriterien für Evakuierungsmaßnahmen, -Beurteilung der Betroffenen entsprechend der klinischen Frühsymptomatik (E7.)
- Entscheidungskriterien für strahlenschutzmedizinische Maßnahmen, z.B. Frage der ambulanten Betreuung oder stationären Behandlung (E8.),
- Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik, Eingreifrichtwerte und Grenzwerte Strahlenmess- und Strahlennachweisgeräte für Unfall- und Katastrophensituationen
- Aufbau, Ausstattung und Aufgaben einer Notfallstation entsprechend den Katastrophenschutzplänen der Länder,

- Beurteilung von Kontaminationen,
- Dekontaminationsmaßnahmen,
- spezielle Fragen zur Inkorporation radioaktiver Stoffe
- Mitwirkung bei Katastrophenschutzgesetzgebung und Katastrophenschutzplanung der Länder (gesetzliche und organisatorische Grundlagen).



5.5.1 Beratung

Ein Strahlenschutzarzt soll bereits im Vorfeld der Katastrophenschutzplanung zur Beratung herangezogen werden. Im Einzelnen berät er die Katastrophenschutzleitung in folgenden Fragen:
- Einnahme von Jodtabletten,
- Einrichtung und Inbetriebnahme von Notfallstationen,
- Festlegung von Dosisrichtwerten und Richtwerten für die Dekontamination,
- Information der Betroffenen, die nicht in einer Notfallstation erfasst wurden,
- Information der für die stationäre Behandlung vorgesehenen Krankenhäuser über eventuell erforderlich werdende stationäre Behandlungen
- Information der für die ambulante Betreuung zuständigen Ärzte und medizinischen Institutionen,
- Einleitung, Durchführung und Zeitpunkt der Evakuierung, Schutzmaßnahmen bei der Evakuierung,
- Schutzmaßnahmen für das Einsatzpersonal.

- Die bei der Einnahme von Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse vor Jodradionukliden zu beachtenden Randbedingungen sind in den vom BMU herausgegebenen "Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen" aufgeführt. Der Strahlenschutzarzt berät die Katastrophenschutzleitung bei der Ausgabe der Jodtabletten und gibt Hinweise für Zeitpunkt, Dosierung und Dauer der Einnahme von Jodtabletten.

Einrichtung und Inbetriebnahme von Notfallstationen sind nur dann erforderlich, wenn zu erwarten ist, dass eine größere Anzahl von exponierten bzw. kontaminierten Personen zu versorgen ist. Dabei hat der Strahlenschutzarzt zusammen mit dem Fachberater Strahlenschutz folgende Daten zu berücksichtigen:
- Angaben über den zu erwartenden Weg der radioaktiven Wolke (F1.)
- Angaben über die jeweils aktuellen Ortsdosisleistungen im betroffenen Gebiet (z.B. in Form einer kartographischen Darstellung der Dosisleistungen, (F2.),
- Stand der Evakuierungsmaßnahmen
- geschätzte Anzahl der betroffenen Personen.




5.5.2 Einsatz in Notfallstationen


Der medizinische Leiter der Notfallstation soll insbesondere folgende Aufgaben erfüllen bzw. überwachen:
- ständiger Kontakt mit der Katastrophenschutzleitung und dem dort tätigen Strahlenschutzarzt,
- Einweisung, Anleitung und Führung des medizinischen Personals.
Die in der Notfallstation tätigen Strahlenschutzärzte nehmen folgende weitere Aufgaben wahr
- Identifizierung der Personen, die im Eingangsbereich der Notfallstation vordringlich medizinisch versorgt werden müssen,
- Berücksichtigung medizinischer Aspekte bei der Dekontamination
- Entscheidung über die weitere Versorgung betroffener Personen: Stationäre Einwei­sung/ambulante Betreuung/keine weitere Behandlung.
Unter Anleitung eines Strahlenschutzarztes können auch andere Ärzte in den Notfallstationen eingesetzt werden.


Notfallstation2012





6. Die Notfallstation

Die Notfallstation (F3.) ist eine Einrichtung zur medizinischen Sichtung und Erstversorgung von Personen, die von einem Kernkraftwerksunfall direkt betroffen sind [6]. Die Notfallstationen dienen nur zur Versorgung betroffener Personen [4].

Maßnahmen zur Einrichtung von Notfallstationen obliegen den Ländern und sind .in den entsprechenden Katastrophenschutzplänen festgelegt, wobei .sich die einzelnen Ländervorschriften an dem nach Übungserfahrungen modifizierten Grundschema der Rahmenempfehlungen orientieren [3].

Die im Rahmen der Katastrophenschutzplanung festzulegenden Standorte der Notfallstationen haben folgende Mindestvoraussetzungen zu erfüllen:

- ausreichende Entfernung von der kerntechnischen Anlage,
- ausreichende Parkmöglichkeiten,
- Räumlichkeiten zum vorübergehenden Aufenthalt von Personen,
- sanitäre Einrichtungen,
- Wasch-/Duscheinrichtungen zur Dekontamination.

Nach den Erfahrungen bei den bisher durchgeführten Notfallübungen scheint bei kontinuierlichem Betrieb je nach Ausstattung eine Versorgung von bis zu 1.000 Personen pro Notfallstation innerhalb von 24 Stunden möglich.
Für die Sachausstattung wird im wesentlichen Material eingesetzt, welches teilweise in der konventionellen Katastrophenvorsorge bereits vorhanden ist. Darüber hinaus sind Messgeräte, geeignete Ersatzkleidung, ein Vorrat an Jodtabletten sowie eine entsprechende Anzahl von Erhebungsbögen bereitzustellen (F4.).
Im Eingangsbereich der Notfallstation werden die Daten aller ankommenden Personen entsprechend dem Erhebungsbögen erfasst. Die Betroffenen sind darauf hinzuweisen, dass sie den Erhebungsbögen unbedingt aufzubewahren haben. Ein Duplikat des Erhebungsbogens verbleibt in der Notfall Station.
Von der Katastrophenschutzleitung wird die ermittelte Ortsdosisleistung den Notfallstationen laufend zur Verfügung gestellt. Da die daraus resultierenden abgeschätzten Körperdosen, ggf. einschließlich Kontamination und Inkorporation in aller Regel ungenau sind, ist im Zweifelsfall die klinische Frühsymptomatik für die weitere Versorgung ausschlaggebend.


Eine Ausscheidungsintensivierung inkorporierter Radionuklide kann in den Notfallstationen in der Regel nicht durchgeführt werden, abgesehen von dringend erforderlichen medizinischen Maßnahmen bei hochkontaminierten Wunden.

Da der größte Teil der Aktivität sich auf den Kleidern befinden wird, ist die erste Maßnahme das Ablegen der kontaminierten Kleidungsstücke (Grobdekontamination). Dadurch wird - dies ist vor allem bei höherer Kontamination wichtig - eine Aktivitätsverschleppung (Sekun­därkontamination) in der Notfallstation verhindert und eine Reduzierung der Strahlenexposition der Hautoberfläche erreicht.
Zweite Maßnahme ist die grobe Reinigung der nicht von Kleidung bedeckten Körperteile möglichst unter fließendem, anderenfalls mit häufig gewechseltem Wasser. Dabei erfolgen wiederholt Kontrollmessungen.
Bei einer danach noch festgestellten fester haftenden Restkontamination ist auf weitere Dekontaminationsmaßnahmen zu verzichten, da einerseits die Möglichkeiten zur vollständigen Dekontamination in der Notfallstation unter den Bedingungen einer Katastrophe begrenzt sind, andererseits davon auszugehen ist, dass die verbliebene Kontamination nunmehr so fest auf der Haut haftet, dass eine Gefahr der Weiterverbreitung allenfalls als gering anzusehen ist. Die Dekontamination großflächiger Kontaminationen ist immer vorrangig gegenüber kleinflächigen durchzuführen.
Wie die Erfahrungen aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl gezeigt haben, überwiegt bei Kontamination mit radioaktiven Stoffen die Betastrahlenexposition der direkt kontaminierten Haut und Schleimhautpartien gegenüber der durch Kontamination bedingten Exposition durch Gammastrahlen.
Erfahrungsgemäß führt eine Kurzzeitbestrahlung begrenzter Hautpartien mit ß-Strahlendosen von 5 -10 Gy zu vorübergehender Erythembildung im betroffenen Areal. Erst oberhalb dieses Dosisbereiches treten klinisch relevante Symptome einer akuten Radiodermatitis (bullöse Veränderungen, Entzündungen, Nekrosen, Ulzerationen) auf. Im Rahmen kerntechnischer Unfälle sind bei der Bevölkerung klinisch relevante Hautreaktionen im Sinne einer akuten Radiodermatitis daher nicht zu erwarten. Dekontaminationsmaßnahmen sind hier besonders unter dem Gesichtspunkt einer Vermeidung von Inkorporationen zu sehen.
Hauptaufgabe des Strahlenschutzarztes in der Notfallstation ist es, aufgrund der abgeschätzten Körperdosen des Betroffenen und der bei diesem festgestellten klinischen Frühsymptomatik zu beurteilen, ob und welcher weiteren medizinischen Versorgung dieser außerhalb der Notfallstation bedarf. Die Entscheidung, ob eine Überweisung in ein Krankenhaus erfolgen muss, wird sich im wesentlichen auf die Frühsymptomatik stützen.

In der Notfallstation kann nur eine grobe Sichtung der Betroffenen erfolgen, da keine weiter­führenden paraklinischen diagnostischen Verfahren zur Verfügung stehen. Die ärztlichen Be­handlungsmöglichkeiten in den Notfallstationen sind gering und gehen nicht über die konventionelle erste ärztliche Hilfe hinaus."



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Fußnoten:
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*) (‘Atoms for Peace’ was the title of a speech delivered by U. S. President Dwight D. Eisenhower to the United Nations General Assembly in New York on December 8, 1953.

“I feel impelled to speak today in a language that in a sense is new – one which I, who has spent so much of my life in the military profession, would have preferred never to use. That new language is the language of atomic warfare.”

The United States then launched an ‘Atoms for Peace’ program that supplied atomic energy equipment and information to schools, hospitals, and research institutions within the U.S. and throughout the world. The speech has been hailed as a tipping point for international focus on peaceful uses of atomic energy, even during the early stages of the Cold War.)

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**) Die Zerschlagung der nuclear family/Kern-Familie (und Befreiung der Frau aus dem 3K-Ehejoch) wurde zunächst besonders von US-Automations-Fanatikern, Techno-Apologeten und Digitalrevoluzzern wie Alvin Toffler zur flexibleren Verwendung mobilerer Singles oder DINKS (Double Income No Kids) als Leih-Arbeitskräfte propagiert. Die Idee von der dringend notwendigen Zerstörung der Familie ist inzwischen auch in Europa`s Emanzenkreisen schwer in Mode gekommen.

Das könnte man sofort vergessen, wäre der futuristische Zeilenschinder Alwin Toffler nicht spiritus rector und alter ego des vom israelischen Multimilliardär Adelson mit Millionen Dollar gesponserten, meschuggen US-Präsidentschaftskandidaten Newt Gingrich (Mondkolonien) gewesen. Der abgebrochene Soziologiestudent T. aus New York bereichert seit über vierzig Jahren mit seinen abstrusen Ideen die "Philosophie" der New Age - Sekte. Der heute 84-jährige Spinner beriet in den USA u.a. IBM, Rank Xerox und das Pentagon. Der kryptomarxistisch-kirchenfeindliche Geiferer ist auch als Erfinder des "papierlosen Büros" und als Befürworter des Klonens von Menschen hervorgetreten.

In seinem fascho-libertären Machwerk "The Future Shock"(1970), das heute noch gern von frauenbewegten Englisch-Emanzen (über50) als "provokativ-ironischer Lernstoff" in NRW-Gymnasien verteilt wird, predigt er die Zerschlagung der herkömmlichen Kern-Familie (Vater, Mutter, Kind). Getrennt lassen sich die mobilgemachten Elternteile als Leiharbeits- oder Humankapital besser nach den just in time - Anforderungen der Industrie verwursten und zu beweglichen Teilen von Maschinen machen. Toffler überlässt die Aufzucht der verwaisten Kinder großzügig spezialisierten Zuchtanstalten, das sind Gerhard Schröders "Ganztagsschulen", die natürlich von "homosexuellen Daddies" geleitet werden (The Future Shock, Chapter 11, The Fractured Family).

Die Verbreitung von Alwin Tofflers "angelsächsischem" Gedankenmüll in den höheren Lehranstalten des christlichen Abendlands entspricht dem bedauerlichen Niveau-Limbo bei der pädagogischen Qualifikation der meist weiblichen Lehrkräfte.

Alwin Tofflers "papierloses Büro" hat sich übrigens zwischenzeitlich als genauso so sinnvoll erwiesen wie die "papierlose Toilette". Seinen restlichen Ideen dürfte ein ähnliches Schicksal beschieden sein.


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Literatur


[1] Veröffentlichung der Strahlenschutzkommission:
- Heft 61, Radiologische Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden (Redaktionelle Überarbeitung der gleichnamigen Veröffentlichung aus dem Jahr 1999)

mit „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ und „Leitfaden zur Information der Öffentlichkeit in kerntechnischen Notfällen“, Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Simone Genkel, Bonn
2009, 201 Seiten, 4 Abbildungen, 11 Tabellen
ISBN 978-3-87344-156-9
- Radiologische Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden RdSchr. d. BMU v. 27.10.2008 - RS II 5 - 15930 - 1/3 - (GMBl. Nr. 62/63 vom 19.12.2008 S. 1278)

- BMU-Online (Nichtamtliche Fassung):
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/radiologische_grundlagen.pdf

[2] Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen,
Verabschiedet in der Innenministerkonferenz am 11. Juni 1999. Erstveröffentlichung: GMBI 1999, S. 538-587 .
RS-Handbuch des BfS: http://www.bfs.de/de/bfs/recht/rsh/volltext/3_BMU/3_15_1_1208.pdf


[3] Aufbau und Betrieb von Notfallstationen in Hessen (RE-NFS-HE)
http://www.feuerwehr-ebersgoens.de/us/re-nfs-he.htm


[4] Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission:
Band 4, Medizinische Maßnahmen bei Kernkraftwerksunfällen
Leitfaden für Ärztliche Berater der Katastrophenschutzleitung, Ärzte in Notfallstationen, Ärzte in der ambulanten und stationären Betreuung
Redaktion S. Genkel, Bonn
3., überarb. Auflage, 2007, 75 Seiten, 2 Abbildungen, 7 Tabellen
ISBN 978-3-87344-131-6
( http://www.ssk.de/de/pub/kurzinfo/b04.htm ).

[5] Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission: Band 18, Maßnahmen nach Kontamination der Haut mit radioaktiven Stoffen Redaktion D. Gumbrecht
Gustav Fischer Verlag, 1992

[6] Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission: Band 25, Notfallschutz und Vorsorgemaßnahmen bei kerntechnischen Unfällen, Klausurtagung der Strahlenschutzkommission 7./8. November 1991
Redaktion M.Grunst Gustav Fischer Verlag, 1993

IMIS: http://www.bfs.de/de/ion/imis/imis_uebersicht.html

[7] Veröffentlichung der Strahlenschutzkommission: Band 32, Der Strahlenunfall, Ein Leitfaden für Erstmaßnahmen
Redaktion S. Genkel, Bonn
2., überarbeitete und aktualisierte Auflage, 2008, 145 Seiten, 18 Abbildungen, 18 Tabellen
ISBN 978-3-87344-139-2

[8](Kurzinfo: http://www.ssk.de/de/pub/kurzinfo/b32.htm).

[9] Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) der IAEA /OECD-NEA
Wikipedia dt.: http://de.wikipedia.org/wiki/INES
IAEA engl.: http://www-ns.iaea.org/tech-areas/emergency/ines.asp

[10] Verordnung über den kemtechnischen Sicherheitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (AtSMV) vom 14. Oktober 1992 zuletzt geändert am 18.06.2002, BGBl. IS 1869 http://www.gesetze-im-internet.de/atsmv/BJNR017660992.html
Online: Meldepflichtiges Ereignis: http://de.wikipedia.org/wiki/Meldepflichtiges_Ereignis
[11] Strahlenschutzverordnung Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (StrSchV) vom 20. Juli 2001, ( BGBl. 1/2001, S. 1714 ).

[12] Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) Gesetz zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung
Strahlenschutzvorsorgegesetz vom 19. Dezember 1986 (BGBl. I S. 2610), zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 8. April 2008 (BGBl. I S. 686) geändert.

Online: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/strvg/gesamt.pdf
[13] International Commission on Radiological Protection (ICRP),
Publication Nr. 40, „Protection of the public in the event of major radiation accidents“, Principles for planning. Pergamon 1984, Oxford
[14] Das deutsche Strahlenschutzvorsorgegesetz A. Kaul in Nuklear Medizin, 5a/91, Sonderausgabe Strahlenschutz, S. 247
[15] Einnahme von Jodtabletten als Schutzmaßnahme bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk
Linkliste BMU im Internet: http://www.iodblockade.de/index.php?id=16 Jodmerkblätter der SSK: http://www.iodblockade.de/fileadmin/template/downloads/05_Jodmerkblaetter_der_SSK_02.pdf
[16] Mögliche neue Aspekte für die deutsche Strahlenschutzgesetzgebung Vortrag Ministerialdirektor Wolfgang Renneberg, Abteilungleiter Strahlenschutz im BMU, EU-Konferenz zur neuen Grundsatzempfehlung der ICRP zum Strahlenschutz, 19.06.2007, Berlin
http://www.bmu.de/strahlenschutz/aktuell/doc/39822.php
[17] Japaner in Notunterkünften; Kälte, Hunger, Trauer
http://www.stern.de/panorama/japaner-in-notunterkuenften-kaelte-hunger-trauer-1664732.html
[18] Atomausstieg http://de.wikipedia.org/wiki/Atomausstieg
[19] Abschlußbericht der Ethikkommission unter Prof. Dr. Klaus Töpfer http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/_Anlagen/2011/05/2011-05-30-abschlussbericht-ethikkommission.pdf?__blob=publicationFile

[20] Radioaktivität in Lebensmitteln, Verstrahlter Fisch aus Japan auf deutschen Tischen?

http://www.ard.de/ratgeber/essen-trinken/radioaktivitaet-lebensmittel/-/id=13368/nid=13368/did=1861634/1lv4um3/

[21] Notfallpläne für Atomunfall in Deutschland
http://www.taz.de/Notfallplaene-fuer-Atomunfall-in-Deutschland/!89855/


Stand des Vortrags: 18. März 2012

scusi!

Die Welt ist eine Bühne, auf der ein jeder seine Possen agieret und hin und her tanzet, bis dass ihn unser aller Herr und Meister hinwegberufet. (G.Chr. Lichtenberg)

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