Zwei Krummnasen im Photoshop-Finish auf der Zielgeraden
rhbl
Fünf Jahre war Sarkozy Frankreichs Präsident. Jetzt will der sprunghafte Atomfan trotz überbordender Staatsschulden wiedergewählt werden.
Trotz zahlreicher privater wie politischer Pannen, dem Fiasko seiner "Integrationspolitik" und diverser Spenden- Skandale. Die Affäre Bettencourt erscheint da lächerlich neben der Spendierfreudigkeit Gaddafi`s: 50 Millionen Euro soll der Libyer zur Finanzierung von Sarkozy`s Präsidentschaftswahlkampf in 2007 laut Mediapart vom 28.04.2012 bereitgestellt haben (s.u., Anhang 1).
Von Frankreichs wirtschaftlichem Niedergang während Sarkozy`s erster Amtszeit gar nicht zu reden.
Im "Canard Enchainé" fragt der Kandidat S. den bleichen Präsidenten S. nach der Bilanz und rät ihm zugleich: "Versteck Dich, arme Sau!"
Frankreich ist den von Affären geschüttelten Zappelphilipp, das konservative „Kamäleon“ Sarkozy leid.
Die Mehrheit der Wähler hat sich am Sonntag im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen knapp für den eher bescheiden und ruhig auftretenden halblinken Francois Hollande, den Kandidaten der Parti Socialiste (Sozialdemokraten) entschieden.
Der sanfte Hollande hat seinen Weg aus der Provinz (Tulles) über die Eliteschmiede ENA bis an die Spitze (Berater Mitterands) überwiegend als Politfunktionär der PS zurückgelegt.
Lange Zeit war er in der französischen Politik "ungefähr so bekannt wie Mitterands Labrador". Hollande legte zur Präsidentschaftswahl ein vergleichsweise radikales Regierungsprogramm vor: "Einkommen von mehr als einer Million Euro will er mit 75 Prozent besteuern, außerdem 60.000 zusätzliche Lehrer einstellen und den Strompreis für Geringverdiener senken. Für Aufregung in Deutschland hat die Ankündigung gesorgt, Hollande wolle den von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verhandelten EU-Fiskalpakt neu diskutieren" (SZ). Der letzte Punkt ist ein vorsätzlich falsches Zitat der hiesigen ProIl-Presse, um pauschal Stimmung gegen Hollande zu machen, der mit dem Fiskalpakt lediglich differenzierter umgehen und Frankreichs Industrie mit gezielten Krediten wieder auf die Beine helfen will.
Das hat es in der V. Republik noch nicht gegeben, dass ein amtierender Präsident seinem Opponenten im 1. Wahlgang unterliegt.
Wer von den beiden am 06. Mai im zweiten Wahldurchgang gewinnt hängt im katholischen Frankreich unter anderem von der Herkunft aus dem richtigen „Stall“ ab. Ihre verräterischen Krummnasen haben die beiden Möchtegern-Präsidenten deshalb auf den Wahlplakaten schon mal optisch begradigen lassen.
Hier die geradlinige Photoshop-Nasenform, die im gallischen Dorf eher ankommt:

Geschönte Wahlplakate, links Hollande, rechts Sarkozy (Foto: Libération)
Und hier die nicht ganz so geradlinige Realität:

Links Menschenfreund Hollande im alten Anzug von der Stange, rechts Sarkozy (der nach Hollande "bloß hinter dem Geld her" ist) im Maßanzug und mit 55.000 Euro - Luxusuhr aus Weißgold.
Sarkozy verfügt laut Wikipedia über eine märchenhafte Ahnengalerie. In Transsylvanien waren seine Vorfahren zu Urzeiten, als dort noch blutgesaugt und gepfählt wurde, Nachbarn von Graf Dracula. Wikipedia: „Sarkozys Vater stammt aus einer ungarischen Familie (Sárközy de Nagybócsa oder auch ungarisch „nagybócsai Sárközy“ geschrieben), die 1628 in Wien von Kaiser Ferdinand II. in seiner Funktion als König von Ungarn geadelt wurde. Die Familie besaß in Alattyán (Kleingebiet Jászberény, Komitat Jász-Nagykun-Szolnok), ca. 100 km südöstlich von Budapest, ein Schloss und Ländereien. 1944 war Sarkozys Vater vor dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn über Österreich nach Deutschland geflohen. Nach dem Krieg ließ er sich in Baden-Baden von einem französischen Rekrutierungsbüro für die Fremdenlegion anwerben. Nach dem Abschluss seiner Rekrutenzeit in Sidi bel Abbès (Französisch-Algerien) sollte er ursprünglich in Indochina eingesetzt werden. Durch ein medizinisches Attest konnte er jedoch bereits 1948 nach Marseille ziehen...
Sarkozys Mutter ist eine Nachfahrin sephardischer Juden aus Thessaloniki. Sein Urgroßvater, der jüdischen Glaubens war, hieß Mordechai Mallah und war ein wohlhabender Juwelier aus Thessaloniki. Zusammen mit seiner Ehefrau Reina hatte Mallah sieben Kinder. Aaron Benico Mallah – der Großvater Sarkozys – war das jüngste der Kinder...“
Die familiäre Herkunft Hollandes wird im deutschen Wikipedia schlicht weggelassen. Auf dem französischen Wikipedia wird immerhin mitgeteilt, dass sein Vater ein autoritärer HNO-Arzt war, der zweimal in Rouen für eine rechtsextreme Partei kandidierte. Die Mutter war wohl eher links gestrickt. Im Guardian wird vermutet, dass der Familienname auf Calvinisten zurückgeht, die aus Holland nach Frankreich zuwanderten.
Francois Hollande ist in so ziemlich allem das Gegenbild zum Bling-Bling-Präsidenten Sarkozy, der das Luxusleben über alles liebt. Ein größenwahnsinniger Zwerg im Maßanzug, der seine teure Patek-Philipe Armbanduhr aus Weißgold jedesmal sicherheitshalber abnimmt, bevor er zum Händeschütteln das Bad in der Menge nimmt.
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Einzelergebnisse des ersten Wahldurchgangs zur Präsidentschaft
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ENA-Absolvent Hollande bretterte noch vor kurzem wie ein Pizzabote mit seinem dreirädrigen Motorroller durch Paris, während sich der ehemalige Innenminister und Hazardeur Sarkozy von der konservativen UMP seit seinem Amtsantritt nur in der gepanzerten C6 - Präsidentenluxuskalesche mit getönten Scheiben durch die Gegend chauffieren lässt.
Einfach lächerlich, der kleine Emporkömmling Sarkozy und die atomare "Großmacht" Frankreich. Ehefrau Carla Bruni darf nur noch in Schuhen mit flachen Absätzen durch den Elysee-Palast latschen. Sogar im präsidentialen Sicherheitsdienst mussten lauter Zwerggorillas als Bodyguards angeheuert werden, damit die Kleinwüchsigkeit des Präsidenten nicht bei jedem Foto auffällt.
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Gesamtergebnis nach Lagern
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Der Nuklear- und Industriestaat Frankreich hat wie die meisten französischen Atomkraftwerke seine besten Zeiten hinter sich. Die „Kernkraft“, auf die man in Frankreich so gesetzt hatte, ist seit Fukushima völlig out. Nur hat sich das bis in die Pariser Teppichetagen der Finanzmagnaten und Superreichen noch nicht rumgesprochen, wo ein vom Plebs abgeschottetes Absolventen-Netzwerk der Elitehochschulen ENA (Nationale Verwaltungshochschule) oder Sciences Po (Politische Wissenschaften) herrscht. Verdächtig viele französische Spitzenpolitiker erhalten angeblich hübsche Apanagen des Atomdorfs, gebildet u.a. von den Nuklearfirmen AREVA und Électricité de France (ÉdF). ÉdF c`est l`état: „EdF ist der Staat“, diese Wahrheit gilt in Frankreich seit Jahrzehnten.
Sarkozy hat in der Weltfinanzkrise 600 Milliarden Euro neue Schulden machen müssen. Die Staatsschulden Frankreichs dürften in Kürze wie in Deutschland bei 2 Billionen Euro liegen. Wer soll diesen ungeheuren Schuldenberg abtragen (SPON)? Die Mieten, Spritpreise und die übrigen Lebenshaltungskosten sind in Frankreich noch schneller gestiegen als die Arbeitslosenzahlen. Die Konkurrenzfähigkeit der französischen Industrieprodukte auf dem Weltmarkt geht zurück. Sarkozy verkaufte auf seinen Touren um die Welt französische Telekomüberwachungstechnik sogar an Diktatoren wie Gaddafi, und auch Atomkraftwerke enthielt der Shoppingkatalog für die damaligen „Failed States“ in Nordafrika. Der Gaddafi-Telekom-Deal sollte die französische Außenhandelsbilanz aufbessern, erwies sich für Gaddafi indes als tödliche Falle, die mit seiner Pfählung endete. Scusi berichtete. Ließ Graf Dracula grüßen?
Frankreich hat nicht nur in den Vorstädten seiner Großstädte ein Riesenintegrationsproblem mit Millionen „Pieds Noirs“, den Zuwanderern aus Algerien und anderen ehemals französischen Kolonien. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent. Als sich schon die US-Botschaft in Paris verdeckt um die magrebinischen Zündler der brennenden französischen Vorstädte zu kümmern begann erfand Sarkozy ein drastisches Gegenmittel gegen die angeblichen "Terroristen" und "Islamisten", den Hochdruckreiniger „Kärcher“.
Wikipedia berichtet: „Im Juni 2005 löste Sarkozy in der französischen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt La Courneuve erklärte, angesichts der dortigen, hohen (Jugend-)Kriminalitätsrate dränge sich ihm die Formulierung „mit dem Hochdruckreiniger säubern“ auf („Le terme 'nettoyer au karcher' est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“). Die Wortwahl Sarkozys führte nicht zuletzt zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Kollegen, dem französischen Minister für die Förderung von Chancengleichheit, Azouz Begag. Im Oktober und November 2005 wurde Sarkozy für die Randalierer der Pariser Krawalle 2005 zur Hassfigur, weil er alle randalierenden Jugendlichen (meist nordafrikanischer Herkunft) als „Gesindel“ („des racailles“) titulierte."
Sarkozy hat mit seinen ständigen Hetzreden gegen die islamischen Zuwanderer ganz Frankreich politisch nach rechts getrieben. Etwa 18 Prozent der 44 Millionen Wahlberechtigten haben in Frankreich am Sonntag Marine Le Pen und deren rechtsextremen Front National gewählt.

Gaddafi mit Sarkozy auf einer Pressekonferenz. Libération berichtete am 29.04.2012, dass Sarkozy die 50 Millionen Euro Spende Gaddafi`s vehement bestreitet und die Vorwürfe von Mediapart als "Infamie" der Opposition zurückweist. Auch Le Monde befasst sich ausgiebig mit "Gaddafi`s Millionenspende". Bei soviel Geld wird der enorme Luftwaffen-Pioniereinsatz Frankreichs an der Spitze der Alliierten (F,B,UK,USA,Canada) gegen Gaddafi`s Libyen (Bengasi) allerdings verständlich und dass die Alliierten - Jagd auf Gaddafi erst mit seinem Foltertod zu Ende war.
Tote reden nicht.
Dagegen behandelt Le Figaro den indirekten Vorwurf Dominique Strauss Kahn`s (DSK), man habe ihm die dralle Diallo in NY/Manhattan heimtückisch untergeschoben, um ihn mit dem inszenierten "Skandal" aus dem Rennen um die Präsidentschaft zu werfen. Was auch klappte. DSK ist seitdem politisch tot. Niemand hört mehr auf das, was der linke Top-Finanzspezialist und ex IWF-Chef - etwa zur "Weltfinanzkrise" sagt.
Und da ist dann noch der mysterieuse Tod des schwulen Präsidenten Descoings von der Pariser Uni mit dem passenden Namen Sciences Po, der gerade erst aus dem Lager Sarkozy`s zu der hochkarätigen Unterstützerriege Hollandes gewechselt war. Descoings ( Jahresgehalt 240.000 Euro ) war in einem Hotel in NY/Manhattan vor drei Wochen unter höchst seltsamen Umständen tot aufgefunden worden. Descoings Tod ist bis heute unaufgeklärt. Tote reden nicht. Soviele Zufälle auf einmal, das gibt`s doch gar nicht ?
Bei all dem fällt zusätzlich ein sicherheitspolitisches Ereignis aus Sarkozys Politikerlaufbahn ins Auge, das sich schon 1993 abspielte und das Sarkozy`s politischer Karriere zum endgültigen Durchbruch verhalf.
Wikipedia erzählt: „Nationale Bekanntheit erlangte er 1993 als Vermittler bei einer Geiselnahme in einem Kindergarten seines Ortes, welche die Geiseln durch seinen Einsatz ohne körperlichen Schaden überstanden, wogegen der Geiselnehmer durch ein Spezialeinsatzkommando getötet wurde.“
Tote reden nicht.
Zum Einsatz kam damals im Kindergarten eine Spezialeinheit der französischen Polizei namens RAID. „Aufgabe der RAID ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als "menschliche Bombe" bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte“ (SPON).
Im März 2012, die Umfragen wiesen im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen seit längerem auf einen wachsenden Vorsprung des sozialistischen Kandidaten Hollande vor dem amtierenden Präsidenten Sarkozy hin, ereignete sich in Toulouse die schreckliche Mordserie des Mohammed Merah, der mit seinen tödlichen Attentaten auf französische Fallschirmjäger und eine jüdische Schule eine Steilvorlage für den Law and Order - Mann Sarkozy lieferte. Der konnte sich jetzt als Staatsmann gerieren und setzte wieder mit tödlichem Erfolg die Spezialeinheit RAID ein. Hollande, auf dessen Wahlplakaten das Thema „Innere Sicherheit“ keine Rolle spielte, geriet ins Hintertreffen. "Hollande ist in die Falle Sarkozys getappt", kommentiert der Nouvel Observateur auf seiner Internet-Seite. Wieso war hier von einer „Falle“ die Rede? Fallen werden doch geplant und absichtlich gestellt. Wer hat hier was geplant?
Spiegel-Online berichtete: „Sarkozys fataler Negativ-Eindruck könnte nach den Attentaten vorüber sein. Das dürfte stimmen. Das Scheinwerferlicht bleibt stets dem Staatschef vorbehalten: Und der zeigt sich in der Rolle des Protektors der Republik, als Mann von Recht, Ordnung und Sicherheit. Sarkozys neue, präsidiale Kleider dienen auch dem Wahlkämpfer Sarkozy.
Denn der in den Umfragen lange zurückliegende Staatschef hatte erst durch einen beinharten Wahlkampf und persönlich gefärbte Attacken gegen Hollande zu seinem PS-Konkurrenten aufgeschlossen. Bei der Offensive, gekennzeichnet von einem deutlichen Ruck nach Rechts, hatte allerdings auch Sarkozys Bild als überparteilicher Politiker kräftig Schaden genommen. Gegenüber Sozialist Hollande, der als volksnaher Kandidat "aller Franzosen", als Mann der Einheit und der Solidarität daherkam, wirkte Sarkozy hart, spaltend, polarisierend, seine Kampagne "hitzig" oder gar "brutal".“ (SPON, „Stunde des Staatsmanns“)
Die Duplizität der "SiPol"-Ereignisse von 1993 und 2012, wo in beiden Fällen die Spezialeinheit RAID zum Zuge kam, und wo in beiden Fällen Sarkozy von deren "Durchgreifen" profitierte, wirft ein paar Fragen auf, die bis heute unbeantwortet sind.
Der SPIEGELOnline berichtete im März 2012 nur verwaschen und unvollständig über die von Anbeginn klar erkennbaren Ungereimtheiten im Fall Merah:
„François Bayrou, Kandidat der Zentrumspartei "Modem", zeigte sich erstaunt angesichts der Tatsache, dass Merah sich Dutzende von Waffen besorgen konnte, ohne dass die Behörden Verdacht schöpften...
Am finalen Vorgehen gegen Merah gibt es kaum Kritik: Beim Sturm auf sein Apartment versuchte er, über den Balkon zu fliehen, und wurde durch einen Kopfschuss getötet.
Die Debatte konzentriert sich vielmehr auf die Arbeit der Inlandsaufklärung: Denn Merah war für die Behörden kein Unbekannter. Sein Name taucht im Register der "Direction centrale du reinseignement intérieur" (DCRI) auf. Der regionale Ableger des Geheimdienstes zählte den jungen Franzosen mit algerischen Wurzeln zu einem halben Dutzend Islam-Sympathisanten, die für ihre Nähe zu radikalen Dschihadisten-Organisationen bekannt waren.“ (SPON)
Dieser SPON-Artikel ist leider nicht ganz komplett und etwas irreführend. Glaubt man den Informationen, die ein paar Tage später in der italienischen Internet-Zeitung „Il Foglio“ (Das Blatt) erschienen, war Mohamed Merah ein französischer Polizeispitzel, dessen Taten und dessen Tötung mit 22 Kugeln – laut SPON wurde Merah durch e i n e n Kopfschuss getötet - dann vermutlich mit einfacheren Mitteln hätte verhindert werden können (s.u. Anhang 2).
Kritiker der Sache, darunter der Chef der mit RAID konkurrierenden, nicht eingesetzten französischen Spezialeinheit GIGN, Christian Prouteau , haben darauf hingewiesen, dass bei einem („verhältnismässigeren“) Einsatz von Tränengas der Attentäter vermutlich lebend hätte festgenommen werden können. Nun denn, wer vom Rathaus kommt...
Festzuhalten ist: Tote reden nicht!
Tatsächlich hat die deutsche und die französische Presse (kleine Ausnahme: Le Monde) keinen Mucks davon berichtet, dass Merah, der in den USA Einreiseverbot hatte, 2010 unter Aufsicht des französischen Auslandsgeheimnisses nach Afghanistan/Pakistan und Israel (!) reisen durfte. Das stinkt gewaltig. Auch, dass Merah beim Inlandsgeheimdienst DCRI einen „Führungsoffizier“ gehabt haben soll, ist in „unseren“ Medien nicht weiter thematisisiert worden. Merahs exotische Waffensammlung, darunter die Herkunft seiner Uzi - Maschinenpistole, wurde in den Berichten kaum angemessen gewürdigt.
Wäre Merah, wie Il Foglio und die Press.TV-Internetseite insinuieren, tatsächlich ein französischer Polizeispitzel gewesen, könnte das für Geheimdienstneurotiker einen ungeheuerlichen Verdacht zur Folge haben. Die Verschwörungstheoretiker müssten annehmen, dass Merah quasi als „lebende Zeitbombe“ (etwa mit der tödlichen Drohung seiner Enttarnung) von Polit-Hazardeuren just in time zu einem Zeitpunkt „gezündet“ wurde, als der Wahlkampf für den armen Sarkozy schon zu einem reinen Spießrutenlaufen (SPON) geworden war und die Niederlage des Zappelphilipp bei der Präsidentschaftswahl unausweichlich schien.
Nach Merahs Erschießung haben sich Sarkozys Umfrageergebnisse nicht nur "begrenzt" (Guardian vom 04.04.12), sondern entscheidend verbessert. Gewinnt er am 06.05.2012 mehr als die Hälfte von den sechs Millionen Anhängern Marine Le Pen`s für sich, könnte der Hazardeur Sarkozy zum zweiten Mal zum machtvollen Präsidenten der Atommacht Frankreich gewählt werden. Noch ein paar nationalistische ("La France Forte") und fremdenfeindliche Sprüche ("Racailles"), sowie ein paar Sottisen gegen EU - Schengen, und die Wahl ist für Sarkozy trotz und wegen aller Affären geritzt. Es passt ins Bild, dass Hollande im ersten Durchgang gewonnen hat und in den Medien noch immer als Sieger im zweiten Durchgang gehandelt wird. Das hilft Sarkozy bei seinem laufenden Überraschungscoup. Denn Frankreich ist im Grunde konservativ. Aus Angst vor dem vermeintlich vorn liegenden "sozialistischen Kinderschreck" Hollande werden am 06. Mai viele Franzosen Sarkozy wählen, die ihn eigentlich nicht mögen. Das Luxusrestaurant im vornehmsten Pariser Viertel für das rauschende Siegesmahl dürfte Carla schon gebucht haben...
Aber welcher Geheimdienst sollte wohl zu solch schmutzigen Tricks greifen? Welche Rolle hätte ein derartig pervertierter „Dienst“ ggf. im Fall Breivik oder bei der Zwickauer Zelle gespielt? Im rechtsstaatlich geordneten, christlichen Abendland ist die Verwicklung von Geheimdiensten in scheußliche Mordserien zum Glück ganz unvorstellbar, - oder etwa doch? Der Vater des an sich intelligenten Uwe Mundlos soll ja gesagt haben, dass nur „Professionelle“ seinem Sohn den Kopf verdreht haben könnten. Vom Schizophrenen Anders Breivik ist auch nicht bekannt, wie ihm seine mörderische Weltsicht ins Hirn kam.
In Frankreich ist es im Senat merkwürdigerweise bisher nicht zu der von der Opposition beantragten Anhörung wegen des erstaunlich brutal-finalen Polizeieinsatzes im Fall Merah gekommen. In Deutschland kommen die Untersuchungsausschüsse zur Zwickauer Zelle irgendwie mit der Aufklärung auch nicht voran (Die Linke - MdB Ulla Jelpke schreibt dazu Lesenswertes in der Tageszeitung junge Welt) . Die norwegischen Breivik - Gerichtsakten sollen (samt psychiatrischen Gutachten?) weggeschlossen und 60 Jahre geheimgehalten werden. In Gänze macht das nachdenklich.
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Anhang 1
Gaddafi`s "Spende" an Sarkozy: 50 Millionen Euro, eine Staatsaffäre?
Laut diesem Auszug aus der kritisch-seriösen französischen Internet-Zeitung Mediapart verfügt das Blatt über ein vertrauliches libysches Regierungs-Dokument vom 10. Dezember 2006, wonach der Geheimdienstchef Moussa Koussa im Auftrag Gaddafis den Kabinettsdirektor Bachir Saleh ermächtigt 50 Millionen Euro aus der Libyschen Staatskasse für Sarkozy`s Wahlkampf 2007 auf geheimen Kanälen auszuschütten. M. Koussa beruft sich in dem Dokument auf vorbereitende Treffen mit dem Sarkozy-Vertrauten Brice Hortefeux und dem Waffengroßhändler, Mittler und Freund Sarkozy`s, Ziad Takieddine:
Mediapart: "Sarkozy-Kadhafi : la preuve du financement
Par Fabrice Arfi et Karl Laske
Selon un document officiel libyen daté du 10 décembre 2006, le régime Kadhafi a décidé de débloquer une somme de 50 millions d'euros pour la campagne présidentielle de Nicolas Sarkozy en 2007. Dans cette note que nous publions, Moussa Koussa, alors chef des services de renseignements extérieurs libyens, autorise le directeur de cabinet de Kadhafi, Bachir Saleh, à entreprendre les versements secrets. M. Koussa évoque dans ce document des réunions préparatoires avec Brice Hortefeux et l'intermédiaire Ziad Takieddine. « Ce document prouve qu'on est en présence d'une affaire d'Etat », confirme ce dernier à Mediapart."
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Anhang 2
Artikel zum angeblichen "Polizeispitzel" Mohamed Merah vom 30.03.2012
press.tv (Iran):
"French and Italian newspapers say gunman Mohamed Merah involved in a shooting spree in Toulouse that killed 7 people may have been an informant for France’s intelligence services.
The 23-year old French was killed after a 32-hour standoff following three multi-ethnic and multi-confessional shootings.
Italian newspaper Il Foglio said Merah’s trip to Israel and Afghanistan in 2010 was made with the knowledge of the French foreign secret service, which rejects the report.
Also, head of France’s domestic intelligence service DCRI, Bernard Squarcini was quoted by < i>Le Monde as saying that Merah asked for a local DCRI agent by name during the standoff, the same agent who questioned Merah after returning from his 2010 trip.
Merah told the agent “Anyway, I was going to call you to say I had some tip-offs for you, but actually I was going to [kill] you,” Squarcini told the paper but rejected speculation that Merah worked as a French government informant.
Many now believe that Merah could have had a friendly relationship with the agent, which could explain why police did not initially suspect Merah.
However, a former head of a French intelligence service Yves Bonnet said it was “striking” that Merah appeared to have a DCRI “handler” adding, “Having a handler, that is not an innocent thing. I don't know how far his relationship, or collaboration, with the service went but it is a question worth raising” the Toulouse newspaper La Depeche du Midi quoted Bonnet as saying.
Mohamed was suspected of killing a rabbi and his 3 and 6-year-old sons in a shooting spree at a Jewish school in Toulouse. The school principal’s 10-year-old daughter was also killed in the incident that left a fifth person injured.
The French police have linked the attack to two other shootings days before Mohamed’s death, in which three soldiers of North African or Caribbean descent were killed."
RM/VG/AZ
press tv 30.03.2012
Fünf Jahre war Sarkozy Frankreichs Präsident. Jetzt will der sprunghafte Atomfan trotz überbordender Staatsschulden wiedergewählt werden. Trotz zahlreicher privater wie politischer Pannen, dem Fiasko seiner "Integrationspolitik" und diverser Spenden- Skandale. Die Affäre Bettencourt erscheint da lächerlich neben der Spendierfreudigkeit Gaddafi`s: 50 Millionen Euro soll der Libyer zur Finanzierung von Sarkozy`s Präsidentschaftswahlkampf in 2007 laut Mediapart vom 28.04.2012 bereitgestellt haben (s.u., Anhang 1).
Von Frankreichs wirtschaftlichem Niedergang während Sarkozy`s erster Amtszeit gar nicht zu reden.
Im "Canard Enchainé" fragt der Kandidat S. den bleichen Präsidenten S. nach der Bilanz und rät ihm zugleich: "Versteck Dich, arme Sau!"
Frankreich ist den von Affären geschüttelten Zappelphilipp, das konservative „Kamäleon“ Sarkozy leid.
Die Mehrheit der Wähler hat sich am Sonntag im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen knapp für den eher bescheiden und ruhig auftretenden halblinken Francois Hollande, den Kandidaten der Parti Socialiste (Sozialdemokraten) entschieden.
Der sanfte Hollande hat seinen Weg aus der Provinz (Tulles) über die Eliteschmiede ENA bis an die Spitze (Berater Mitterands) überwiegend als Politfunktionär der PS zurückgelegt.
Lange Zeit war er in der französischen Politik "ungefähr so bekannt wie Mitterands Labrador". Hollande legte zur Präsidentschaftswahl ein vergleichsweise radikales Regierungsprogramm vor: "Einkommen von mehr als einer Million Euro will er mit 75 Prozent besteuern, außerdem 60.000 zusätzliche Lehrer einstellen und den Strompreis für Geringverdiener senken. Für Aufregung in Deutschland hat die Ankündigung gesorgt, Hollande wolle den von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verhandelten EU-Fiskalpakt neu diskutieren" (SZ). Der letzte Punkt ist ein vorsätzlich falsches Zitat der hiesigen ProIl-Presse, um pauschal Stimmung gegen Hollande zu machen, der mit dem Fiskalpakt lediglich differenzierter umgehen und Frankreichs Industrie mit gezielten Krediten wieder auf die Beine helfen will.
Das hat es in der V. Republik noch nicht gegeben, dass ein amtierender Präsident seinem Opponenten im 1. Wahlgang unterliegt.
Wer von den beiden am 06. Mai im zweiten Wahldurchgang gewinnt hängt im katholischen Frankreich unter anderem von der Herkunft aus dem richtigen „Stall“ ab. Ihre verräterischen Krummnasen haben die beiden Möchtegern-Präsidenten deshalb auf den Wahlplakaten schon mal optisch begradigen lassen.
Hier die geradlinige Photoshop-Nasenform, die im gallischen Dorf eher ankommt:

Geschönte Wahlplakate, links Hollande, rechts Sarkozy (Foto: Libération)
Und hier die nicht ganz so geradlinige Realität:

Links Menschenfreund Hollande im alten Anzug von der Stange, rechts Sarkozy (der nach Hollande "bloß hinter dem Geld her" ist) im Maßanzug und mit 55.000 Euro - Luxusuhr aus Weißgold.
Sarkozy verfügt laut Wikipedia über eine märchenhafte Ahnengalerie. In Transsylvanien waren seine Vorfahren zu Urzeiten, als dort noch blutgesaugt und gepfählt wurde, Nachbarn von Graf Dracula. Wikipedia: „Sarkozys Vater stammt aus einer ungarischen Familie (Sárközy de Nagybócsa oder auch ungarisch „nagybócsai Sárközy“ geschrieben), die 1628 in Wien von Kaiser Ferdinand II. in seiner Funktion als König von Ungarn geadelt wurde. Die Familie besaß in Alattyán (Kleingebiet Jászberény, Komitat Jász-Nagykun-Szolnok), ca. 100 km südöstlich von Budapest, ein Schloss und Ländereien. 1944 war Sarkozys Vater vor dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn über Österreich nach Deutschland geflohen. Nach dem Krieg ließ er sich in Baden-Baden von einem französischen Rekrutierungsbüro für die Fremdenlegion anwerben. Nach dem Abschluss seiner Rekrutenzeit in Sidi bel Abbès (Französisch-Algerien) sollte er ursprünglich in Indochina eingesetzt werden. Durch ein medizinisches Attest konnte er jedoch bereits 1948 nach Marseille ziehen...
Sarkozys Mutter ist eine Nachfahrin sephardischer Juden aus Thessaloniki. Sein Urgroßvater, der jüdischen Glaubens war, hieß Mordechai Mallah und war ein wohlhabender Juwelier aus Thessaloniki. Zusammen mit seiner Ehefrau Reina hatte Mallah sieben Kinder. Aaron Benico Mallah – der Großvater Sarkozys – war das jüngste der Kinder...“
Die familiäre Herkunft Hollandes wird im deutschen Wikipedia schlicht weggelassen. Auf dem französischen Wikipedia wird immerhin mitgeteilt, dass sein Vater ein autoritärer HNO-Arzt war, der zweimal in Rouen für eine rechtsextreme Partei kandidierte. Die Mutter war wohl eher links gestrickt. Im Guardian wird vermutet, dass der Familienname auf Calvinisten zurückgeht, die aus Holland nach Frankreich zuwanderten.
Francois Hollande ist in so ziemlich allem das Gegenbild zum Bling-Bling-Präsidenten Sarkozy, der das Luxusleben über alles liebt. Ein größenwahnsinniger Zwerg im Maßanzug, der seine teure Patek-Philipe Armbanduhr aus Weißgold jedesmal sicherheitshalber abnimmt, bevor er zum Händeschütteln das Bad in der Menge nimmt.
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Einzelergebnisse des ersten Wahldurchgangs zur Präsidentschaft
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ENA-Absolvent Hollande bretterte noch vor kurzem wie ein Pizzabote mit seinem dreirädrigen Motorroller durch Paris, während sich der ehemalige Innenminister und Hazardeur Sarkozy von der konservativen UMP seit seinem Amtsantritt nur in der gepanzerten C6 - Präsidentenluxuskalesche mit getönten Scheiben durch die Gegend chauffieren lässt.
Einfach lächerlich, der kleine Emporkömmling Sarkozy und die atomare "Großmacht" Frankreich. Ehefrau Carla Bruni darf nur noch in Schuhen mit flachen Absätzen durch den Elysee-Palast latschen. Sogar im präsidentialen Sicherheitsdienst mussten lauter Zwerggorillas als Bodyguards angeheuert werden, damit die Kleinwüchsigkeit des Präsidenten nicht bei jedem Foto auffällt.
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Gesamtergebnis nach Lagern
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Der Nuklear- und Industriestaat Frankreich hat wie die meisten französischen Atomkraftwerke seine besten Zeiten hinter sich. Die „Kernkraft“, auf die man in Frankreich so gesetzt hatte, ist seit Fukushima völlig out. Nur hat sich das bis in die Pariser Teppichetagen der Finanzmagnaten und Superreichen noch nicht rumgesprochen, wo ein vom Plebs abgeschottetes Absolventen-Netzwerk der Elitehochschulen ENA (Nationale Verwaltungshochschule) oder Sciences Po (Politische Wissenschaften) herrscht. Verdächtig viele französische Spitzenpolitiker erhalten angeblich hübsche Apanagen des Atomdorfs, gebildet u.a. von den Nuklearfirmen AREVA und Électricité de France (ÉdF). ÉdF c`est l`état: „EdF ist der Staat“, diese Wahrheit gilt in Frankreich seit Jahrzehnten.
Sarkozy hat in der Weltfinanzkrise 600 Milliarden Euro neue Schulden machen müssen. Die Staatsschulden Frankreichs dürften in Kürze wie in Deutschland bei 2 Billionen Euro liegen. Wer soll diesen ungeheuren Schuldenberg abtragen (SPON)? Die Mieten, Spritpreise und die übrigen Lebenshaltungskosten sind in Frankreich noch schneller gestiegen als die Arbeitslosenzahlen. Die Konkurrenzfähigkeit der französischen Industrieprodukte auf dem Weltmarkt geht zurück. Sarkozy verkaufte auf seinen Touren um die Welt französische Telekomüberwachungstechnik sogar an Diktatoren wie Gaddafi, und auch Atomkraftwerke enthielt der Shoppingkatalog für die damaligen „Failed States“ in Nordafrika. Der Gaddafi-Telekom-Deal sollte die französische Außenhandelsbilanz aufbessern, erwies sich für Gaddafi indes als tödliche Falle, die mit seiner Pfählung endete. Scusi berichtete. Ließ Graf Dracula grüßen?
Frankreich hat nicht nur in den Vorstädten seiner Großstädte ein Riesenintegrationsproblem mit Millionen „Pieds Noirs“, den Zuwanderern aus Algerien und anderen ehemals französischen Kolonien. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent. Als sich schon die US-Botschaft in Paris verdeckt um die magrebinischen Zündler der brennenden französischen Vorstädte zu kümmern begann erfand Sarkozy ein drastisches Gegenmittel gegen die angeblichen "Terroristen" und "Islamisten", den Hochdruckreiniger „Kärcher“.
Wikipedia berichtet: „Im Juni 2005 löste Sarkozy in der französischen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt La Courneuve erklärte, angesichts der dortigen, hohen (Jugend-)Kriminalitätsrate dränge sich ihm die Formulierung „mit dem Hochdruckreiniger säubern“ auf („Le terme 'nettoyer au karcher' est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“). Die Wortwahl Sarkozys führte nicht zuletzt zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Kollegen, dem französischen Minister für die Förderung von Chancengleichheit, Azouz Begag. Im Oktober und November 2005 wurde Sarkozy für die Randalierer der Pariser Krawalle 2005 zur Hassfigur, weil er alle randalierenden Jugendlichen (meist nordafrikanischer Herkunft) als „Gesindel“ („des racailles“) titulierte."
Sarkozy hat mit seinen ständigen Hetzreden gegen die islamischen Zuwanderer ganz Frankreich politisch nach rechts getrieben. Etwa 18 Prozent der 44 Millionen Wahlberechtigten haben in Frankreich am Sonntag Marine Le Pen und deren rechtsextremen Front National gewählt.

Gaddafi mit Sarkozy auf einer Pressekonferenz. Libération berichtete am 29.04.2012, dass Sarkozy die 50 Millionen Euro Spende Gaddafi`s vehement bestreitet und die Vorwürfe von Mediapart als "Infamie" der Opposition zurückweist. Auch Le Monde befasst sich ausgiebig mit "Gaddafi`s Millionenspende". Bei soviel Geld wird der enorme Luftwaffen-Pioniereinsatz Frankreichs an der Spitze der Alliierten (F,B,UK,USA,Canada) gegen Gaddafi`s Libyen (Bengasi) allerdings verständlich und dass die Alliierten - Jagd auf Gaddafi erst mit seinem Foltertod zu Ende war.
Tote reden nicht.
Dagegen behandelt Le Figaro den indirekten Vorwurf Dominique Strauss Kahn`s (DSK), man habe ihm die dralle Diallo in NY/Manhattan heimtückisch untergeschoben, um ihn mit dem inszenierten "Skandal" aus dem Rennen um die Präsidentschaft zu werfen. Was auch klappte. DSK ist seitdem politisch tot. Niemand hört mehr auf das, was der linke Top-Finanzspezialist und ex IWF-Chef - etwa zur "Weltfinanzkrise" sagt.
Und da ist dann noch der mysterieuse Tod des schwulen Präsidenten Descoings von der Pariser Uni mit dem passenden Namen Sciences Po, der gerade erst aus dem Lager Sarkozy`s zu der hochkarätigen Unterstützerriege Hollandes gewechselt war. Descoings ( Jahresgehalt 240.000 Euro ) war in einem Hotel in NY/Manhattan vor drei Wochen unter höchst seltsamen Umständen tot aufgefunden worden. Descoings Tod ist bis heute unaufgeklärt. Tote reden nicht. Soviele Zufälle auf einmal, das gibt`s doch gar nicht ?
Bei all dem fällt zusätzlich ein sicherheitspolitisches Ereignis aus Sarkozys Politikerlaufbahn ins Auge, das sich schon 1993 abspielte und das Sarkozy`s politischer Karriere zum endgültigen Durchbruch verhalf.
Wikipedia erzählt: „Nationale Bekanntheit erlangte er 1993 als Vermittler bei einer Geiselnahme in einem Kindergarten seines Ortes, welche die Geiseln durch seinen Einsatz ohne körperlichen Schaden überstanden, wogegen der Geiselnehmer durch ein Spezialeinsatzkommando getötet wurde.“
Tote reden nicht.
Zum Einsatz kam damals im Kindergarten eine Spezialeinheit der französischen Polizei namens RAID. „Aufgabe der RAID ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als "menschliche Bombe" bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte“ (SPON).
Im März 2012, die Umfragen wiesen im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen seit längerem auf einen wachsenden Vorsprung des sozialistischen Kandidaten Hollande vor dem amtierenden Präsidenten Sarkozy hin, ereignete sich in Toulouse die schreckliche Mordserie des Mohammed Merah, der mit seinen tödlichen Attentaten auf französische Fallschirmjäger und eine jüdische Schule eine Steilvorlage für den Law and Order - Mann Sarkozy lieferte. Der konnte sich jetzt als Staatsmann gerieren und setzte wieder mit tödlichem Erfolg die Spezialeinheit RAID ein. Hollande, auf dessen Wahlplakaten das Thema „Innere Sicherheit“ keine Rolle spielte, geriet ins Hintertreffen. "Hollande ist in die Falle Sarkozys getappt", kommentiert der Nouvel Observateur auf seiner Internet-Seite. Wieso war hier von einer „Falle“ die Rede? Fallen werden doch geplant und absichtlich gestellt. Wer hat hier was geplant?
Spiegel-Online berichtete: „Sarkozys fataler Negativ-Eindruck könnte nach den Attentaten vorüber sein. Das dürfte stimmen. Das Scheinwerferlicht bleibt stets dem Staatschef vorbehalten: Und der zeigt sich in der Rolle des Protektors der Republik, als Mann von Recht, Ordnung und Sicherheit. Sarkozys neue, präsidiale Kleider dienen auch dem Wahlkämpfer Sarkozy.
Denn der in den Umfragen lange zurückliegende Staatschef hatte erst durch einen beinharten Wahlkampf und persönlich gefärbte Attacken gegen Hollande zu seinem PS-Konkurrenten aufgeschlossen. Bei der Offensive, gekennzeichnet von einem deutlichen Ruck nach Rechts, hatte allerdings auch Sarkozys Bild als überparteilicher Politiker kräftig Schaden genommen. Gegenüber Sozialist Hollande, der als volksnaher Kandidat "aller Franzosen", als Mann der Einheit und der Solidarität daherkam, wirkte Sarkozy hart, spaltend, polarisierend, seine Kampagne "hitzig" oder gar "brutal".“ (SPON, „Stunde des Staatsmanns“)
Die Duplizität der "SiPol"-Ereignisse von 1993 und 2012, wo in beiden Fällen die Spezialeinheit RAID zum Zuge kam, und wo in beiden Fällen Sarkozy von deren "Durchgreifen" profitierte, wirft ein paar Fragen auf, die bis heute unbeantwortet sind.
Der SPIEGELOnline berichtete im März 2012 nur verwaschen und unvollständig über die von Anbeginn klar erkennbaren Ungereimtheiten im Fall Merah:
„François Bayrou, Kandidat der Zentrumspartei "Modem", zeigte sich erstaunt angesichts der Tatsache, dass Merah sich Dutzende von Waffen besorgen konnte, ohne dass die Behörden Verdacht schöpften...
Am finalen Vorgehen gegen Merah gibt es kaum Kritik: Beim Sturm auf sein Apartment versuchte er, über den Balkon zu fliehen, und wurde durch einen Kopfschuss getötet.
Die Debatte konzentriert sich vielmehr auf die Arbeit der Inlandsaufklärung: Denn Merah war für die Behörden kein Unbekannter. Sein Name taucht im Register der "Direction centrale du reinseignement intérieur" (DCRI) auf. Der regionale Ableger des Geheimdienstes zählte den jungen Franzosen mit algerischen Wurzeln zu einem halben Dutzend Islam-Sympathisanten, die für ihre Nähe zu radikalen Dschihadisten-Organisationen bekannt waren.“ (SPON)
Dieser SPON-Artikel ist leider nicht ganz komplett und etwas irreführend. Glaubt man den Informationen, die ein paar Tage später in der italienischen Internet-Zeitung „Il Foglio“ (Das Blatt) erschienen, war Mohamed Merah ein französischer Polizeispitzel, dessen Taten und dessen Tötung mit 22 Kugeln – laut SPON wurde Merah durch e i n e n Kopfschuss getötet - dann vermutlich mit einfacheren Mitteln hätte verhindert werden können (s.u. Anhang 2).
Kritiker der Sache, darunter der Chef der mit RAID konkurrierenden, nicht eingesetzten französischen Spezialeinheit GIGN, Christian Prouteau , haben darauf hingewiesen, dass bei einem („verhältnismässigeren“) Einsatz von Tränengas der Attentäter vermutlich lebend hätte festgenommen werden können. Nun denn, wer vom Rathaus kommt...
Festzuhalten ist: Tote reden nicht!
Tatsächlich hat die deutsche und die französische Presse (kleine Ausnahme: Le Monde) keinen Mucks davon berichtet, dass Merah, der in den USA Einreiseverbot hatte, 2010 unter Aufsicht des französischen Auslandsgeheimnisses nach Afghanistan/Pakistan und Israel (!) reisen durfte. Das stinkt gewaltig. Auch, dass Merah beim Inlandsgeheimdienst DCRI einen „Führungsoffizier“ gehabt haben soll, ist in „unseren“ Medien nicht weiter thematisisiert worden. Merahs exotische Waffensammlung, darunter die Herkunft seiner Uzi - Maschinenpistole, wurde in den Berichten kaum angemessen gewürdigt.
Wäre Merah, wie Il Foglio und die Press.TV-Internetseite insinuieren, tatsächlich ein französischer Polizeispitzel gewesen, könnte das für Geheimdienstneurotiker einen ungeheuerlichen Verdacht zur Folge haben. Die Verschwörungstheoretiker müssten annehmen, dass Merah quasi als „lebende Zeitbombe“ (etwa mit der tödlichen Drohung seiner Enttarnung) von Polit-Hazardeuren just in time zu einem Zeitpunkt „gezündet“ wurde, als der Wahlkampf für den armen Sarkozy schon zu einem reinen Spießrutenlaufen (SPON) geworden war und die Niederlage des Zappelphilipp bei der Präsidentschaftswahl unausweichlich schien.
Nach Merahs Erschießung haben sich Sarkozys Umfrageergebnisse nicht nur "begrenzt" (Guardian vom 04.04.12), sondern entscheidend verbessert. Gewinnt er am 06.05.2012 mehr als die Hälfte von den sechs Millionen Anhängern Marine Le Pen`s für sich, könnte der Hazardeur Sarkozy zum zweiten Mal zum machtvollen Präsidenten der Atommacht Frankreich gewählt werden. Noch ein paar nationalistische ("La France Forte") und fremdenfeindliche Sprüche ("Racailles"), sowie ein paar Sottisen gegen EU - Schengen, und die Wahl ist für Sarkozy trotz und wegen aller Affären geritzt. Es passt ins Bild, dass Hollande im ersten Durchgang gewonnen hat und in den Medien noch immer als Sieger im zweiten Durchgang gehandelt wird. Das hilft Sarkozy bei seinem laufenden Überraschungscoup. Denn Frankreich ist im Grunde konservativ. Aus Angst vor dem vermeintlich vorn liegenden "sozialistischen Kinderschreck" Hollande werden am 06. Mai viele Franzosen Sarkozy wählen, die ihn eigentlich nicht mögen. Das Luxusrestaurant im vornehmsten Pariser Viertel für das rauschende Siegesmahl dürfte Carla schon gebucht haben...
Aber welcher Geheimdienst sollte wohl zu solch schmutzigen Tricks greifen? Welche Rolle hätte ein derartig pervertierter „Dienst“ ggf. im Fall Breivik oder bei der Zwickauer Zelle gespielt? Im rechtsstaatlich geordneten, christlichen Abendland ist die Verwicklung von Geheimdiensten in scheußliche Mordserien zum Glück ganz unvorstellbar, - oder etwa doch? Der Vater des an sich intelligenten Uwe Mundlos soll ja gesagt haben, dass nur „Professionelle“ seinem Sohn den Kopf verdreht haben könnten. Vom Schizophrenen Anders Breivik ist auch nicht bekannt, wie ihm seine mörderische Weltsicht ins Hirn kam.
In Frankreich ist es im Senat merkwürdigerweise bisher nicht zu der von der Opposition beantragten Anhörung wegen des erstaunlich brutal-finalen Polizeieinsatzes im Fall Merah gekommen. In Deutschland kommen die Untersuchungsausschüsse zur Zwickauer Zelle irgendwie mit der Aufklärung auch nicht voran (Die Linke - MdB Ulla Jelpke schreibt dazu Lesenswertes in der Tageszeitung junge Welt) . Die norwegischen Breivik - Gerichtsakten sollen (samt psychiatrischen Gutachten?) weggeschlossen und 60 Jahre geheimgehalten werden. In Gänze macht das nachdenklich.
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Anhang 1
Gaddafi`s "Spende" an Sarkozy: 50 Millionen Euro, eine Staatsaffäre?
Laut diesem Auszug aus der kritisch-seriösen französischen Internet-Zeitung Mediapart verfügt das Blatt über ein vertrauliches libysches Regierungs-Dokument vom 10. Dezember 2006, wonach der Geheimdienstchef Moussa Koussa im Auftrag Gaddafis den Kabinettsdirektor Bachir Saleh ermächtigt 50 Millionen Euro aus der Libyschen Staatskasse für Sarkozy`s Wahlkampf 2007 auf geheimen Kanälen auszuschütten. M. Koussa beruft sich in dem Dokument auf vorbereitende Treffen mit dem Sarkozy-Vertrauten Brice Hortefeux und dem Waffengroßhändler, Mittler und Freund Sarkozy`s, Ziad Takieddine:
Mediapart: "Sarkozy-Kadhafi : la preuve du financement
Par Fabrice Arfi et Karl Laske
Selon un document officiel libyen daté du 10 décembre 2006, le régime Kadhafi a décidé de débloquer une somme de 50 millions d'euros pour la campagne présidentielle de Nicolas Sarkozy en 2007. Dans cette note que nous publions, Moussa Koussa, alors chef des services de renseignements extérieurs libyens, autorise le directeur de cabinet de Kadhafi, Bachir Saleh, à entreprendre les versements secrets. M. Koussa évoque dans ce document des réunions préparatoires avec Brice Hortefeux et l'intermédiaire Ziad Takieddine. « Ce document prouve qu'on est en présence d'une affaire d'Etat », confirme ce dernier à Mediapart."
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Anhang 2
Artikel zum angeblichen "Polizeispitzel" Mohamed Merah vom 30.03.2012
press.tv (Iran):
"French and Italian newspapers say gunman Mohamed Merah involved in a shooting spree in Toulouse that killed 7 people may have been an informant for France’s intelligence services.
The 23-year old French was killed after a 32-hour standoff following three multi-ethnic and multi-confessional shootings.
Italian newspaper Il Foglio said Merah’s trip to Israel and Afghanistan in 2010 was made with the knowledge of the French foreign secret service, which rejects the report.
Also, head of France’s domestic intelligence service DCRI, Bernard Squarcini was quoted by < i>Le Monde as saying that Merah asked for a local DCRI agent by name during the standoff, the same agent who questioned Merah after returning from his 2010 trip.
Merah told the agent “Anyway, I was going to call you to say I had some tip-offs for you, but actually I was going to [kill] you,” Squarcini told the paper but rejected speculation that Merah worked as a French government informant.
Many now believe that Merah could have had a friendly relationship with the agent, which could explain why police did not initially suspect Merah.
However, a former head of a French intelligence service Yves Bonnet said it was “striking” that Merah appeared to have a DCRI “handler” adding, “Having a handler, that is not an innocent thing. I don't know how far his relationship, or collaboration, with the service went but it is a question worth raising” the Toulouse newspaper La Depeche du Midi quoted Bonnet as saying.
Mohamed was suspected of killing a rabbi and his 3 and 6-year-old sons in a shooting spree at a Jewish school in Toulouse. The school principal’s 10-year-old daughter was also killed in the incident that left a fifth person injured.
The French police have linked the attack to two other shootings days before Mohamed’s death, in which three soldiers of North African or Caribbean descent were killed."
RM/VG/AZ
press tv 30.03.2012
rhbl - 26. Apr, 12:10

Schukri Ghanim überraschend tot in der Donau aufgefunden
"Wien - Die Leiche des früheren libyschen Ministerpräsidenten (2003-2006) und Ölministers Schukri Ghanim ist am Abend in der Neuen Donau bei Wien entdeckt worden. Der Tote habe noch nicht lange im Wasser getrieben, hieß es bei der Polizei. Der 69-Jährige sei zweifelsfrei identifiziert, eine Obduktion solle nun nähere Erkenntnisse über die Todesursache bringen. Der ehemalige Gefolgsmann des früheren Machthabers Muammar al-Ghaddafi lebte nach Angaben der Polizei zuletzt in Wien und arbeitete dort in der Innenstadt.
dpa"
Diese aktuelle Todesnachricht hat gaanz bestimmt nix mit der möglichen 50 Millionen Euro - Gaddafispende an Sarkozy zu tun.